FRONT

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FRONT – Im Westen nichts Neues Polyphonie nach Erich Maria Remarque, Henri Barbusse und Zeitdokumenten Regie Luk Perceval

In dieser Koproduktion führt der in Hamburg lebende flämische Regisseur Luk Perceval die deutschen Schauspieler in sein ehemals besetztes Heimatland Belgien, in sein Heimattheater, das NT Gent. Belgien spielt im „Groten Oorlog“, dem Großen Krieg, eine Sonderrolle: Es wird trotz seiner Neutralität zum Schlachtfeld fremder Mächte. Hinzu kommt ein innerbelgischer Konflikt: Die Frontsoldaten stammen oft aus der armen bäuerlichen Volksgruppe der Flamen, die meist nicht französisch sprechen, aber von Befehlshabern aus Frankreich bzw. der französischsprachigen Wallonie kommandiert werden. Auch dies ist ein Thema dieser internationalen Produktion, in der sich elf Darsteller aus vier Kulturen und Sprachräumen begegnen, um sich nach genau einhundert Jahren dem Ereignis anzunähern, das als Urkatastrophe des Zwanzigsten Jahrhunderts in die Geschichte eingegangen ist.

„Ich glaube, der Krieg ist eine Art Fieber. Keiner will es eigentlich, und mit einem Male ist es da. Wir haben den Krieg nicht gewollt, die andern behaupten dasselbe - und trotzdem ist die halbe Welt fest dabei."
So erklärt sich ein junger Soldat in Erich Maria Remarques Roman „Im Westen nichts Neues“ den Weltkrieg, in den er, gemeinsam mit seinen Mitschülern, als Rekrut freiwillig zieht und der – obwohl ihn niemand für möglich gehalten hat  – 17 Millionen Menschenleben fordern sollte.
Belgien 1914-1918: Franzosen, Briten, Belgier und Deutsche liegen sich, kaum 100 Meter voneinander entfernt, in Schützengräben gegenüber, schießen aufeinander, graben sich ein und werden von Ratten, Läusen, Feuchtigkeit und Hunger geplagt. Figuren aus Remarques Weltkriegsroman, Henri Barbusses „Tagebuch einer Korporalschaft: Le Feu“ und Charaktere weiterer literarischer und historischer Quellen begegnen sich in diesem internationalen Abend, der auf vier Sprachen stattfindet.
Es sind die Frontschweine, einfache Soldaten, die hier zu Wort kommen, wie der Landwehrmann Stanislaus Katczinsky, der über den sechsten Sinn für dicke Luft, gutes Essen und schöne Druckposten verfügt, oder der belgische Kompanieführer De Wit, der sich besinnungslos und ohne Rücksicht auf Verluste in den Krieg stürzt, aus Verzweiflung über die vermeintliche Untreue seiner Frau im besetzen Heimatdorf. Wir begegnen der flämischen Mutter, die vom Handel mit den Soldaten leben muss, und der britischen Krankenschwester, die nach dem Tod ihres Verlobten an die Front zieht, um verwundete Soldaten zu pflegen.


Eine Koproduktion mit dem NTGent, Belgien

Gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien


Uraufführung am 22. März 2014 im Thalia Theater


Eingeladen zum Edinburgh International Festival,  8. bis 31. August
2014

Am 5. Juni 2014 Eröffnung der Autorentheatertage am DT in Berlin mit  „FRONT - Im Westen nichts Neues"

Eingeladen zum Festival Perspectives in Saarbrücken, 29. Mai 2014

Eingeladen zum internationalen Sommerfest des Bundespräsidenten Joachim Gauck „1914 – 2014.  Hundert europäische Jahre“ am 27. Juni im Ehrenhof von Schloss Bellevue, Berlin


Das FRONT-Team mit Bundespräsident Joachim Gauck. Foto: Sebastian Bolesch

Alle Fotos finden Sie hier unter Thalia-auf-Reisen


Joachim Gauck in seiner Rede: „Das Drama menschlicher Existenz, in welcher Form auch immer, findet seit Anfang des Abendlandes seine Gestalt im Theater. [...] Ich bin dankbar dafür, dass uns das Hamburger Thalia Theater seine gemeinsam mit dem Theater Gent konzipierte und realisierte Produktion "Front" in Ausschnitten vorstellt. Ich bedanke mich schon jetzt bei den Künstlerinnen und Künstlern, bei den Technikern und allen, die diesen Abend möglich machen. Besonders bedanke ich mich beim Intendanten des Thalia Theaters, Joachim Lux, der die künstlerische Leitung des Abends übernommen hat.“

Die vollständige Rede von Joachim Gauck finden Sie hier

Kritikerumfrage Theaterheute 2014:
Nominierung in den Kategorien "Ausländisches Stück" (Luk Perceval) und "Inszenierung und Dramaturgie" (Christina Bellingen)

PRESSESTIMMEN
FRONT - Im Westen nichts Neues. Regie: Luk Perceval. Copyright: Armin SmailovicFRONT - Im Westen nichts Neues. Regie: Luk Perceval. Copyright: Armin SmailovicFRONT - Im Westen nichts Neues. Regie: Luk Perceval. Copyright: Armin SmailovicFRONT - Im Westen nichts Neues. Regie: Luk Perceval. Copyright: Armin SmailovicFRONT - Im Westen nichts Neues. Regie: Luk Perceval. Copyright: Armin SmailovicFRONT - Im Westen nichts Neues. Regie: Luk Perceval. Copyright: Armin SmailovicFRONT - Im Westen nichts Neues. Regie: Luk Perceval. Copyright: Armin SmailovicFRONT - Im Westen nichts Neues. Regie: Luk Perceval. Copyright: Armin SmailovicFRONT - Im Westen nichts Neues. Regie: Luk Perceval. Copyright: Armin Smailovic
Ausgewählte Kommentare
Eigentlich nichts, das man wirklich sehen möchte. Es sei denn, man möchte sich wieder einmal vor Augen führen, wie gut es uns geht, mitten in Europa, bald 70 Jahre ohne Krieg. Den braucht kein Mensch. Und man braucht auch keinen sog. Antikriegsfilm, um sich den Irrsinn wie auch immer gerechtfertigter Kriege anzuschauen. Die beklemmende Stimmung und die Bilder, die hier im Kopf entstehen, reichen völlig aus, um sich den Irrsinn vergangener Tage auszumalen. Mögen sie nie wiederkommen.
Katrin Hellwege, 30.06.14
Sehr beeindruckend, eine wahrlich europäische Inszenierung, nicht bloße Erinnerungskultur durch Statistik oder Mahnungen die nichts bewirken können, dieses Stück läßt Vergangenheit unmittelbar zur Gegenwart werden.
Eine Sache jedoch hat mir nicht gefallen, ein Beifall, so wichtig er auch für die Schauspieler sein mag, ist nach solchen Texten ein Anachronismus, schmälert die Ernsthaftigkeit der beteiligten Schicksale. Es wäre gut gewesen, der Herr Perceval hätte einen Modus gefunden das Einverständnis des Publikums zu erreichen.
Gerhard Dr. Jacob, 07.05.14
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