Fountainhead

Founta
inhead

von Ayn Rand / in einer Bearbeitung von Koen Tachelet / Regie Johan Simons / Deutschsprachige Erstaufführung

Wie autonom sind wir – im Denken, in der Kunst, in der Liebe? Mit seiner Vision einer radikal neuen Architektur macht sich Howard Roark nur Feinde. Sein Freund und Kollege Peter Keating dagegen passt sich an, entwirft, was der Markt verlangt – und hat Erfolg. Die Architekturkritikerin Dominique Francon, kompromisslos idealistisch wie Roark und von ihm fasziniert, besteht nicht nur im Kampf der Geschlechter auf Unabhängigkeit. Der Journalist  Toohey dagegen predigt sozialistische Ideen, um die Massen gegen jede Form von Individualismus aufzubringen und gefügig zu machen. Als der lebensmüde Medientycoon Gail Wynand in seinen Zeitungen die öffentliche Meinung lenken will, eskaliert der Kampf der Ideen.


Vor der russischen Revolution in die USA geflohen wurde Ayn Rand mit ihrer Philosophie des Kapitalismus und der strikten Ablehnung des Sozialstaates zur Heldin der amerikanischen Konservativen. In der Gegenüberstellung von Individualismus und Kollektivismus wirkt Fountainhead, 1943 erschienen, wie eine Blaupause aktueller Konflikte. Wie marktkonform ist Individualität in einer eskalierenden Mediengesellschaft? Und können wir in neoliberalen Zeiten tatsächlich auf Solidarität und gesellschaftlichen Zusammenhalt verzichten?

 

Dauer 4:05h, inklusive Pause

PREMIERE 28. April 2018, Thalia Theater

PRESSESTIMMEN

„Großartig.“ - Monika Nellissen, Die Welt, 30.4.2018

„Das ist Schauspielertheater auf höchstem Niveau!“ - Stefan Schmidt, Nachtkritik, 29.4.2018

„Hochkonzentriertes, fantastisches, beinahe ausschließlich auf Dialoge setzendes
Schauspielertheater über knappe vier Stunden – am Thalia Theater ist es zu erleben.“ - Monika Nellissen, Die Welt, 30.4.2018

„Zu den Stärken der Hamburger Begegnung mit Ayn Rand gehört die Verdichtung dieser offenen Feldschlacht der Geister zu einer –zugegeben- einigermaßen redseligen Geschichte fürs Theater.“ - Michael Laages, Deutschlandfunk Kultur, 29.4.2018

Es ist eine Ballung schauspielerischer Hochkompetenz, die sich das Thalia für eine so ungewöhnliche Produktion leisten kann.“ - Werner Theurich, spiegel online, 29.4.2018

Es ist ein großes Ereignis Jens Harzer zuzuschauen und zuzuhören.“ - Michael Laages, Fazit, Deutschlandfunk Kultur, 28.4.2018

Schauspieler Jens Harzer macht das ganz wunderbar, aasig arrogant wie so oft.“ - Stefan Schmidt, Nachtkritik, 29.4.2018

„Marina Galic spielte diesen komplizierten und ständig neu ausgeleuchteten Charakter mit cooler Lässigkeit und Eleganz.“ - Werner Theurich, spiegel online, 29.4.2018

„Überhaupt ist es dem starken Ensemble und einer sensiblen Schauspielerführung zu verdanken, dass die Figuren nicht in ihren Schubladen steckenbleiben.“ - Stefan Schmidt, Nachtkritik, 29.4.2018

„Die frühen Szenen der beiden schwarzgewandeten, generationenübergreifenden Könner und Brüder im Geiste [C. Bantzer und J. Harzer als Cameron und Roark, Anm.] setzen einen frühen Glanzpunkt, den die Inszenierung dennoch locker weiterspinnen kann.“ - Werner Theurich, spiegel online, 29.4.2018

„Ellsworth Toohey (brillant: Tilo Werner)“ - Werner Theurich, spiegel online, 29.4.2018

„Ein von der Welt gelangweilter Vamp - Marina Galic spielt ihn hervorragend.“ - Peter Helling, NDR 90,3

„Die Funktion als Projektionsfläche erfüllt Galic präzise. Überhaupt gibt es im Ensemble
wieder einmal keinen Schwachpunkt.“ - Maike Schiller, Hamburger Abendblatt, 30.4.2018

„Das fabelhafte Ensemble spielt hinreißend ironisch.“ - Gernot Gricksch, Bild.de, 30.4.2018

„Johann Simons ist ein großer Geschichtenerzähler, und an diesem Abend stürzt er sich mit spürbarer Lust von einem menschlichen Abgrund zum nächsten. Wie in einer Versuchsanordnung werden nach und nach unterschiedliche ideologische Typen miteinander konfrontiert und auf ihr reaktives Potential miteinander überprüft. Da lässt es sich gut und gespannt zuschauen.“ - Stefan Schmidt, Nachtkritik, 29.4.2018

„Eine wichtige Stärke der Inszenierung liegt im Umgang mit der Romanvorlage der in den USA immens populären Autorin Ayn Rand (1905-1982), deren Thesen und Philosophien zum Kapitalismus und ihre Glorifizierung des Individuums die Konservativen Nordamerikas stets befeuerten und faszinierten.“ - Werner Theurich, spiegel online, 29.4.2018

Ausgewählte Kommentare
Leider fehlt der Inszenierung der visuelle Mehrwert und die performative Kraft. So ist es nicht mehr als ein überlanger, sich wenig dramatisch zuspitzender Hörspiel-Text mit guten Schauspielern.
Heiko Meyer, 06.05.18
Tausend Dank für dieses intensive Beziehungsspiel von Mann und Frau, Autonomie und Anpassung, Verlusten und Gewinnen unterschiedlicher Lesart etc. Das Stück ist Tischthema seit Tagen!
Sabine Jakobs, 25.05.18
BEITRÄGE