Faust I + II

Faust
I + II

von Johann Wolfgang von Goethe / Regie Nicolas Stemann
Bitte informieren Sie mich, wenn das Stück wieder auf dem Spielplan steht.
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Am Ende wird nichts gewonnen sein. Seinsgewissheit nicht, keine Welt. Auch wenn die sich dienstfertig kolonisieren ließ – eines Tages wird die Natur sich zurückholen, was ihr der teuflische Faust gewaltsam entriss, der Mensch erkennen, dass Zerstörung schuf, was Freiheit verhieß. Das diesseitige Ende des „Faust II“ könnte apokalyptischer nicht sein...

Nach dem Abgesang auf die Liebe in „Faust I“ nun jener auf die Vision des neu schöpfenden Menschen bzw. auf das emphatische Projekt der (kapitalistischen) Moderne. Und tatsächlich: was sind schon drei Tote und eine verrückt gewordene Geliebte als tragische Bilanz eines an der Unergründlichkeit des Lebens Leidenden, durch einen Teufelspakt aber auf Augenhöhe mit seinen Allmachtsfantasien erhobenen Gelehrten. Was ist schon diese Bilanz von „Faust I“ gegen die große, durchrationalisierte Gewimmel-Welt, die der Prothesengott Faust schließlich im zweiten Teil hinterlässt?

 

Dass Faust uns heute als unseresgleichen anmutet, ist verstörend. Von unserer Welt und ihrer Entstehung erzählt Goethe: einer durchbefreiten Gesellschaft von Radikalindividualisten, unfähig zu Gemeinschaft und Arbeit an kollektivem Sinn. „Löse dich von allen äußeren, das Ich einschnürenden Einflüsterungen“, ruft Mephisto diesem Faust zu: von den zweifelnden, skrupulösen, gedankenschweren, den Stimmen des Vergangenen und Ideellen. Des Teufels Lied geht so: Sei dein eigener Maßstab! Wie sehr es dem ganz anderen ähnelt, jenem von der Ohnmacht des allein auf sich selbst zurück geworfenen Menschen, seiner Liebesunfähigkeit, Rastlosigkeit, Depression – das ahnen wir. Wir, die unseligerweise vielleicht idealen Leser Goethes. In unserem Stammbuch funkeln seine Gedanken hell.

 

Das Thalia Theater und Nicolas Stemann haben sich vorgenommen, den gesamten „Faust“ zur Aufführung zu bringen: ein Vorhaben, das die gewöhnlichen Produktionsbedingungen sprengt. Bereits im Juni 2010 hatte Nicolas Stemann die Erarbeitung mit einer ersten achtwöchigen Probenphase begonnen, die er, wie die zweite von Ende April 2011, in exklusive, öffentliche Proben im Thalia Theater überführte. Ende Juli 2011 hatte „Faust I + II“ nach weiteren Proben auf der Perner Insel bei den Salzburger Festspielen Premiere. Von Hamburg aus gesehen ist dies nur eine weitere Etappe für das Team um Stemann, um endlich zu Beginn der Spielzeit 2011/2012 an den Ort der ursprünglichen Entstehung zurückzukehren: als großer Abend mit beiden Teilen und als Einzelaufführungen von „Faust I“ und „Faust II“ am Thalia Theater in Hamburg.

 

Eine Koproduktion mit den Salzburger Festspielen

Statisterie Sebastian Brühl, Mark Fröder, Henrik Giese, Kevin Lee, Martin Torke, Dominik Velz


Dauer 8:15, inklusive drei Pausen

Bei Beginn 15.30 Uhr ist die 1. Pause von 18.30-19.30 Uhr, die 2. Pause von 20.55-21.20 Uhr, die 3. Pause von 22.25-22.45 Uhr.

Die Vorstellung endet gegen 23.45 Uhr
Premiere 30. September 2011, Thalia Theater

Faust I+II Inszenierung des Jahres 2012

In der jährlichen Kritikerumfrage der Zeitschrift „Theaterheute“ ist Faust I+II zur Inszenierung des Jahres gewählt worden. Der "Faust"-Dramaturg Benjamin von Blomberg ist als Dramaturg des Jahres ausgezeichnet worden.

Eingeladen zum Berliner Theatertreffen 2012




weitere Einladungen:

Salzburger Festspiele
28. Juli bis 21. August 2011(Faust I+II)

Baden (Schweiz)
17. November 2012 (Faust I)

Fürstenfeldbruck
29. Januar 2013 (Faust I)

Staatsschauspiel Dresden
25. und 26. Mai 2013 (Faust I+II)

Festival d'Avignon
11., 13. und 14. Juli 2013 (Faust I+II)

Schauspiel Leipzig
1. März 2014 (Faust I+II)
2. März 2014 (Faust I)

Shizuoka (Japan)
WorldTheatreFestival Shizuoka under Mt. Fuji
26. und 27. April 2014 (Faust I)
PRESSESTIMMEN

„Goethes Genie wird auf wunderbare Weise von Nicolas Stemann gehuldigt, in der Vorstellung, die vor Humor sprudelt und deren Ideenreichtum geradezu unerschöpflich ist. Ganz große Kunst.“ - Les Inrockuptibles

„Von 15.30 bis 00.30 Uhr [...] hat sich das Publikum nicht gerührt, sofort wurde es überwältigt von der Kraft des Goethe\'schen Werkes und von der Art, wie Nicolas Stemann, die Künstler und die Techniker des Thalia Theaters in Hamburg damit umgehen.“ - Le Figaro

 

Weitere Pressestimmen

„So, wie Nicolas Steman den ,Faust I+II\' inszeniert, hat man ihn noch nicht gesehen. Seine Inszenierung ist selbst ein faustisches Ereignis, ein Grübeln und Ergründen, was dieses Drama im Innersten zusammenhält, was es bereithält - für uns heute.“ - Begründung der Jury für die Verleihung des 3sat-Preises des Berliner Theatertreffens 2012

 

„So konzentriert, leidenschaftlich und genau, wie Stemann den Doktor mit den zwei Herzen in seiner Brust auf uns Zuschauer loslässt, wird das Drama zeitlos, aktuell, aufregend. Faust ist Mephisto ist Gretchen, der Text wird zur dreistimmigen Goethe-Fuge. Das Reclam-Heft wird geschlachtet, aus Spaß wird Ernst, sobald der Kern aus dem Pudel raus ist und die junge Schöne (packend bei jedem Auftritt: Patrycia Ziolkowska) die nach ihr benannte Frage mit der Religion stellt. Faust sind wir alle in diesem Moment, und in vielen, die noch folgen.“ - Hamburger Abendblatt

 

Weitere Pressestimmen

„So, wie Nicolas Steman den ,Faust I+II\' inszeniert, hat man ihn noch nicht gesehen. Seine Inszenierung ist selbst ein faustisches Ereignis, ein Grübeln und Ergründen, was dieses Drama im Innersten zusammenhält, was es bereithält - für uns heute.“ - Begründung der Jury für die Verleihung des 3sat-Preises des Berliner Theatertreffens 2012

 

„Das Schauspielprogramm der Salzburger Festspiele verdankt seine gute Schlussbilanz, gewichtet nach Mut und Kunstwert, deutscher Hilfe. "Faust I + II" sowie Handkes "Immer noch Sturm" wurden vom Thalia-Theater Hamburg mitproduziert. Dem dortigen Direktor Joachim Lux, bis 2009 Dramaturg an der Burg, ist als Helfer, vielleicht Retter der zu Ende gehenden Saison zu danken.“ - Wiener Zeitung

 

Weitere Pressestimmen
Ausgewählte Kommentare
Großartig inszeniert, hervorragend und engagiert gespielt, herrliche Anspielungen, grandiose Masken, Projektionen... Gut, es gesehen zu haben!
Carola Pliska, 28.12.11
Grandios! Und ganz weit vorne mit Blick auf was im Theater alles geht (gehen kann). Alle medialen Ebenen gleich behandelt und voll ernst genommen - das hat sich gelohnt. Top!
Aus dem Gästebuch, 28.11.11
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