Drei Schwestern

Drei Sch
western

von Anton Tschechow / Regie Anne Lenk
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Olga, Mascha und Irina leben ein abgesichertes Leben. Das, was draußen passiert, betrifft sie wenig. Was für eine Erleichterung! The party can go on!

 

In nervöser Unruhe verklären sie ihre Erinnerungen und hoffen, dass alles für sie persönlich bald besser laufen wird. Ganz beschäftigt mit der Suche nach – ja, nach was denn eigentlich? Eine unsichtbare Macht scheint sie daran zu hindern, ihr Leben in die Hand zu nehmen, sich eine Aufgabe zu stellen, einen Entwurf zu machen, oder zumindest eine Skizze davon. Stattdessen lieben und feiern sie zum Zeitvertreib, machen dem trägen Bruder das Leben schwer und verachten ihre Schwägerin, die als einzige für den Nachwuchs sorgt, der die herbeigesehnte Zukunft bevölkern könnte.

Draußen exerziert das Militär, dessen schmucke Vertreter das Liebesleben anstacheln und die man gerne bei sich zu Hause zu Besuch hat. Aber welcher Krieg wird hier eigentlich vorbereitet? Auf wessen Kosten gefeiert? Solche Fragen stellt man sich nicht in den Salons.

Zwischen der Hoffnung auf eine glorreiche Zukunft und der festen Überzeugung, dass früher alles besser war, stecken Tschechows „Drei Schwestern“ schon länger als hundert Jahre fest. Sie feiern Geburts- und Namenstage, lassen sich bedienen, trinken auf schattigen Terrassen ihren zumeist heißen Tee aus dem Samowar, verschließen die Augen vor dem eigenen Untergang und sind froh über alles, was sie nicht direkt betrifft.

 

Und wir? Wir schauen ihnen schon viele Spielzeiten beim Feiern und Jammern zu. Zeit für eine Befragung

 

 

Premiere im April 2023, Thalia Theater