Die Räuber

Die R
äuber

von Friedrich Schiller / Regie Michael Thalheimer
Trailer

Der Mensch ist nirgends frei. Weder von physischen noch von sozialen Zwängen, deswegen hängt er in irgendwelchen Systemen fest. Das wusste schon Schiller und propagierte die Freiheit von allen moralischen Verpflichtungen. Aber nur im Spiel, im Schein, in der Kunst - einem Ort der völlig anarchisch sein darf, weil alles was dort passiert, keine irreversiblen Folgen hat. Dafür war bei der Uraufführung der „Räuber“ 1782 in Mannheim noch niemand bereit. Sie löste einen veritablen Skandal aus. Zwei ungleiche Geschwister spielen ihre Befreiung durch: Karl fällt auf Glückssuche von einem Extrem ins andere. Er ist nicht dumm und ungerecht genug fürs Spießertum, und nicht brutal genug zur Konsequenz. In ihm brennt die aufklärerische Sehnsucht nach einer gerechten sozialen Wirklichkeit, aber die Zweifel überfallen ihn und seinesgleichen verraten seine Ideale. Franz sehnt sich nach Anerkennung und setzt dafür auf scharfen Verstand. Er kommt über seinen a priori-Nachteil nie hinweg, geht über Leichen und daran zugrunde. Scheitern beide am Ende doch an ihrem Menschsein? Die Weltbilder sind spannungsvoll und wie immer stehen wir alle vor der Frage: wie handeln? Und zwar so, dass die Freiheit der anderen nicht beschnitten wird?


Michael Thalheimer, der am Thalia Theater sehr erfolgreiche und wegweisende Arbeiten für das Regietheater entwickelte und u.a. mit „Liliom“ 2000, Liebelei 2002 und Lulu 2004 zum Berliner Theatertreffen eingeladen wurde, kehrt nach über 10 Jahren mit Schillers Epochenlabel über Aufbruch und Geworfenheit nach Hamburg zurück.

 

Dauer 2:10h, ohne Pause

Premiere 30. Oktober 2021, Thalia Theater

 
PRESSESTIMMEN

„Es ist, gerade in seiner räumlichen Verdichtung, ein starker Start in einen Abend, der mit einem nahezu durchweg furiosen Ensemble auch der Literatur selbst huldigt, Schillers ungestümen Sätzen und Worten eine Bühne bereitet und bei aller Werktreue fast beiläufig auch zu Überwältigungsbildern findet.“ - Maike Schiller, Hamburger Abendblatt, 01.11.2021

 

„Wenn Merlin Sandmeyer zu Beginn dieser "Räuber"-Inszenierung über seine Hässlichkeit klagt, über seine "Hottentottenaugen" und seine "Lappländersnase", wenn er unzufrieden zuckt und laut erregt aufbegehrt, dann denkt man schnell an Richard III., an dessen Missgestalt, an dessen Gier nach Macht und (Bruder)mord.“ - Katrin Ullmann, nachtkritik.de, 31.10.2021

 

„Lisa Hagmeister schafft es aber, diese starren maskulinen Schablonen und starren Schiller'schen Verse zu durchdringen. Sie lässt dahinter gucken - und wir erkennen mit Bestürzung: Gewalt ist ein menschliches Prinzip - und kennt kein Geschlecht.“ - Peter Helling, NDR 90,3, 31.10.2021

 

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