Die Nacht der von Neil Young Getöteten

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von Navid Kermani / Ein musikalischer Trip / Regie Sebastian Nübling

„Früher glaubte ich, dass man Neil Young immer braucht, aber inzwischen denke ich, man kommt die ersten paar Tage auch ohne ihn über die Runden.“


Für Navid Kermani ist die Musik Neil Youngs zum Soundtrack seines Lebens geworden. Als hätte nicht er die Musik gefunden, sondern sie ihn: „Mir kommt es wie Magie vor, was Neil Young mit seiner Gitarre treibt; als verliefen deren Saiten quer durch meine Seele, bringt mich nach einer kurzen Weile jeder Ton, den er anschlägt, zum Beben.“ Und was für eine Konkretion von Magie, wenn es eben diese Musik ist, die als einziges Mittel der Welt die von heillosen Dreimonatskoliken geplagte, sich in Schreikrämpfen windende, neugeborene Tochter zur Ruhe bringt, wie ein wundersames Wiegenlied. Neil Youngs Musik, seine Songs, sind Trost und Navigator für die Phänomenologie des Alltags ebenso wie auf dem Territorium der letzten Dinge: Geburt, Liebe, Tod.

 

„Das Buch der von Neil Young Getöteten“ wird zum Ausgangspunkt und Wegweiser für eine Reise durch den Kosmos des kanadischen Kultmusikers. Eine musikalische Vermessung der Welt für alle aus dem Paradies Vertriebenen: „Everybody Knows This Is Nowhere“.
Der preisgekrönte Schriftsteller, Orientalist und Reportageautor Navid Kermani ist dem Thalia Theater langjährig künstlerisch verbunden, u.a. durch die seit vielen Jahren an den unterschiedlichsten Orten entstandenen Ausgaben vom „Herzzentrum“. Der Regisseur Sebastian Nübling, der am Thalia Theater zuletzt „Maria“ von Simon Stephens uraufgeführt hat, bringt Navid Kermanis „Das Buch der von Neil Young Getöteten“ als musikalischen Abend auf die Bühne.

 

Dauer 2:10, keine Pause

Uraufführung 16. November 2019, Thalia Theater

 

PRESSESTIMMEN

Für Fans von Neil Young ein Muss.“ - Annette Stiekele, Hamburger Abendblatt, 18.11.2019

 

„Das Ensemble singt sensationell gut im Song-Setting von Carolina Bigge, die Gitarre, Tasten-Instrumente und Schlagzeug spielt und mit Brille, Mütze und Bart auch aussieht wie so ein verlorener Trucker, der unterwegs ist nach Hause auf die armselige Farm. Endlich ist Gabriela Maria Schmeide mal wieder zu hören, eine der hinreißendsten Gesangsstimmen auf deutschen Schauspielbühnen, Felix Knopp, Thomas Niehaus und Merlin Sandmeyer, Cathérine Seifert und Maja Schöne stehen ihr in Nichts nach. Und fast jeder und jede spielt ein Instrument.“ - Michael Laages, Deutschlandfunk Kultur, 16.11.2019

 

„Sebastian Nübling gelingt ein Abend voll stiller Hingabe – wenn man das an einem musikalischen Theaterabend überhaupt so sagen kann. Still im Sinne von konzentriert. Nübling inszeniert nur nebenbei, und angenehm fern von der Bühnenrampe, ein Konzert. Was er vor allem schafft, sind entrückte, skurrile Bilder einer Handvoll Neil-Young-Besessener, die sich in uramerikanischen Provinz- und Holzfälleroutfits (Kostüme: Pascale Martin) auf einer versteckten Waldlichtung gefunden haben. Zwischen Fröschen und Kojoten. Mitten im Dunkel, im Nebel und unter raschelnden Blättern. Und mitten in der Musik von Neil Young.“ - Katrin Ullmann, nachtkritik.de, 17.11.2019

 

Weitere Pressestimmen
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Ausgewählte Kommentare
Großartig. Ich habe nicht geglaubt, das die Überintellektualisierung im Buch von Kermani so bewegend auf die Bühne gebracht werden kann. Vielleicht habe ich Kermani auch jetzt erst verstanden.
Ole, 17.11.19
Wir sind sehr gespannt, wie die Textvorlage umgesetzt werden wird....
J. & s. Heinen, 27.10.19
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