Die Jakobsbücher

Die Jakobsb
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von Olga Tokarczuk / Regie Ewelina Marciniak / Deutschsprachige Erstaufführung
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„Eine große Reise über sieben Grenzen, durch fünf Sprachen und drei große Religionen, die kleinen nicht mitgerechnet“ – so lautet der Untertitel der „Jakobsbücher“ von Olga Tokarczuk. Die Literatur-Nobelpreisträgerin überschreitet in ihrem Opus magnum die Grenzen von Ländern und Religionen und sprengt sie.

 

Im Zentrum steht der charismatische Religionsführer Jakob Frank (1726–1791), der fest entschlossen war, sein Volk, die Juden Osteuropas, für die Moderne zu öffnen. Von seiner Gefolgschaft wird er als Messias verehrt, von der katholischen Kirche der Ketzerei beschuldigt und verfolgt. Er muss aus Polen fliehen, zieht durch Europa und wechselt vom Judentum zum Islam und schließlich zum Christentum. Er führt ein multi­religiöses Leben, durchstreift Städte wie Bukarest, Istanbul, Thessaloniki, Warschau, Lemberg, Offenbach und Wien, spricht Hebräisch, Ladino, Türkisch und Polnisch. Als Sektenführer schart er tausende Menschen um sich und macht sich tausende zum Feind. Sie alle erzählen die unglaubliche Lebensgeschichte dieses Grenzgängers. 2019 in Deutschland erschienen und von der Kritik bejubelt, brachte der Roman seiner Autorin in ihrer Heimat Polen auch Anfeindungen und Morddrohungen ein, denn obwohl im 18. Jahrhundert angesiedelt, kann er als Gegenwartskommentar gelesen werden.

 

Die polnische Regisseurin Ewelina Marciniak wurde mit ihrer ThaliaInszenierung „Der Boxer“ zum renommierten Nachwuchsfestival „Radikal jung“ eingeladen. 2016 hat sie schon einmal „Die Jakobsbücher“ in Warschau inszeniert – damals mit einer feministischen Perspektive. Nun will sie den opulenten Stoff neu aufrollen: als eine europäische Geschichte von Migration, Menschenrechten, Klassenunterschieden und sozialer Revolution.

 

Deutschsprachige Erstaufführung März 2021, Thalia Theater

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