Deutschstunde

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von Siegfried Lenz / Bühnenfassung Susanne Meister / Regie Johan Simons

Schreiben und Erinnern als Grundlage der Demokratie – in einem der wichtigsten deutschen Nachkriegsromane erzählt der große Hamburger Autor Siegfried Lenz von der Freundschaft zwischen dem Polizisten Jens Jepsen und dem Maler Max Nansen in schwierigen Zeiten. Eine scheinbar unspektakuläre Tragödie über Pflicht und Pflichtvergessenheit, über brennende Bilder und zerstörte Freundschaften.

Siegfried Lenz, einer der ganz Großen Hamburgs, hat mit „Deutschstunde“ einen der wichtigsten deutschen Nachkriegsromane geschrieben. Indem er 1968 das nationalsozialistische Erbe im Alltag thematisierte, erreichte er zahllose Leser, ohne sie zu belehren. Der Roman machte den Autor berühmt: Bis weit über den deutschsprachigen Raum hinaus wurde er gelesen und verstanden. Die eindringliche Geschichte handelt von einem im weit entfernten Berlin beschlossenen Malverbot durch die Nationalsozialisten und seiner komplizierten Durchsetzung auf dem norddeutschen Land. Jenseits der großen weltpolitischen Ereignisse zeichnet Siegfried Lenz in der schwierigen Freundschaft des Polizisten Jens Jepsen mit dem Maler Max Nansen eine unspektakuläre Tragödie über Pflicht und Pflichtvergessenheit. Erzählen lässt er die Ereignisse von einem Kind, das nach dem Krieg als Jugendlicher auf der Elbinsel Hahnöfersand für die Sünden der Vätergeneration büßt und nicht vergessen kann. Nicht vergessen, dass am Himmel plötzlich nicht Möwen flogen, sondern Flugzeuge ihre Angriffe, dass Bilder verbrannt wurden und Freundschaften zerstört, dass Väter Kinder schlugen und Halt in Uniformen suchten.

Deutschstunde“, jahrzehntelang Schullektüre, soll in Hamburg einmal ganz anders zu sehenn sein, auf der Bühne und mit Schauspielern des Thalia Theaters. Siegfried Lenz hat aus diesem Anlass den niederländischen Regisseur Johan Simons zu sich nach Hause eingeladen. In einem sehr persönlichen Gespräch, in dem viel von beider Affinität zum Wasser die Rede war, berichtete Simons davon, wie er als Kind eine Überschwemmungskatastrophe erlebte, eine Erfahrung, die ihn maßgeblich prägte. Wie Siegfried Lenz seine Figuren gegen die Weite der norddeutschen Landschaft stellt, darin findet Simons die Ausgesetztheit, die Verlorenheit des Menschen in der Natur wieder. Die Bühnenfassung des Romans wird diese Bilder der Literatur in Bilder des Theaters übertragen.

Premiere 22. November 2014, Thalia Theater

PRESSESTIMMEN

„Tolle Bühne, starke Schauspieler“ - Hamburger Morgenpost

„Brillante Schauspieler“ - Spiegel-Online

„Am Ende dieser Doppelstunde Deutsch im Thalia-Theater hat man vielleicht wieder ein ganz klein wenig mehr verstanden von der großen Frage, warum wir die sind, die wir sind.“ - Zeit Online

 

Weitere Pressestimmen
Foto: Krafft AngererFoto: Krafft AngererFoto: Krafft AngererFoto: Krafft AngererFoto: Krafft AngererFoto: Krafft AngererFoto: Krafft AngererFoto: Krafft AngererFoto: Krafft AngererFoto: Krafft AngererFoto: Krafft Angerer
Ausgewählte Kommentare
Bin überrascht + begeistert über die intensive Wirkung des Bühnenbildes, der Sprache, des Spiels, und wie eindringlich + komplex es rüberkommt ohne jede Aufdringlichkeit. S. Lenz erfährt hier eine perfekte Reduktion auf das Wesentliche und ein Höchstmaß an Einfühlsamkeit. Toll!
Jutta Lindberg, 02.03.15
Eigentlich mehr ein Kammerspiel, die Darsteller auf engsten Raum gedrängt. Auch wenn sie ausbrechen und den Spielort verlassen wollen, kommen sie entweder sofort wieder in die schützende Umgebung zurück oder scheitern ausserhalb...
Tolle Bilder und Assoziationen zum engstirnigen Nachkriegs-Deutschland, das Gefangensein in gesellschaftlichen Regeln und tradierten Gewohnheiten kommt eindringlich beim Betrachter an. Beeindruckend!
Dirk Schneefuß, 03.04.15
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