Der Sturm

D
er Sturm

Der Sturm A Lullaby for Suffering nach William Shakespeare Deutsch von Frank-Patrick Steckel Regie Jette Steckel
Musikalische Leitung
Laurenz Wannenmacher

Live-Musik
Gabriel Coburger
Johannes Huth
Sven Kerschek
Stephan Krause
Laurenz Wannenmacher (Leitung)

Choreografie
Yohan Stegli

"Eine Aufführung von lauter großen, starken Überraschungen." –  Fazit, Deutschlandfunk
"Atemberaubend.“ –  Frankfurter Allgemeine Zeitung

"Der Sturm“ ist Shakespeares letztes Stück. Wie immer schafft er mit Zauberhand darin eine ganze Welt. Eine Welt, die der unseren gleicht. Erzählt wird die Geschichte von Prospero, der einst mächtig war und nun entthront mit seiner Tochter Miranda auf einer Insel lebt. Dort macht er sich den Inselbewohner Caliban untertan und beherrscht den Luftgeist Ariel kraft seiner Autorität. Prospero beherrscht aber nicht nur die Geister, sondern wird auch zum Dirigenten seiner „Band of Spirits“. So wird der Sturm, den er entfacht, zu einem „Stück voll hypnotischer Musik, die sich aufs Chaos der Seelen und Gehirne legt – Musik als Mitspieler, als Agens der Verwandlung“ – Musik, die den Puls der Gegenwart im Shakespeareschen Kosmos fühlbar macht.

Prospero weiß, dass er sterben muss. Er sieht die Zeit gekommen, seiner Tochter Miranda die bewohnte Welt zu zeigen, sie in ihre und unsere taumelnde Gegenwart zu entlassen. Dort bringt Prospero mit Hilfe von Ariel und Caliban die Menschen an den Punkt zwischen Wachsein und Schlaf, der den blinden Fleck des Bewusstseins offenbart. Prosperos Theatrum mundi ist ein Gedankenexperiment. Das Spiel von Macht und Ohnmacht ist ein kompliziertes Spiel. In jeder Beziehung: zwischen Mensch und Natur, zwischen Mensch und Mensch, innerhalb jedweder gesellschaftlichen Ordnung.


Premiere 24. Februar 2018, Thalia Theater

PRESSESTIMMEN

„Ein musikalisch ausgereiftes Lamento, das Shakespeares Drama kunstvoll und feinnervig paraphrasiert.“ - Irene Bazinger, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.02.2018

"Eine Aufführung von lauter großen, starken Überraschungen, in denen Barbara Nüsse wirklich ein sehr eindrucksvolles Zentrum ist." - Michael Laages, Fazit, Deutschlandfunk, 24.02.2018

"Jette Steckel setzt das ganze Wunderwerk der Bühnen- und Videotechnik in Gang" - Ulrich Greiner, Die Zeit, 01.03.2018

 „Barbara Nüsse zeigt Prospero furchtlos, klug, wach und meisterlich als nicht mehr von dieser Welt. Atemberaubend.“ - Irene Bazinger, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.02.2018

"Dieser Shakespeare ist ein Trip, der sich im Kopf von Prospero abspielt"- Annette Yang, Hamburg Journal 24.02.2018

„Die zersplitterten Szenen fügen sich zu einem monströsen, kalten Rausch zusammen, effektvoll beleuchtet.“ - Irene Bazinger, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.02.2018

" Ein Zeitschnitt-Blick auf London in der Gegenwart - das funktioniert grandios gut. Man hat einerseits noch den Blick auf den alten Shakespeare, gleichzeitig aber - auf dem Umweg über Kate Tempest - einen Blick auf die Gegenwart. " - Michael Laages, Fazit, Deutschlandfunk, 24.02.2018

"Barbara Nüsse spielt ihren Prospero mit einer bezwingenden Intensität" - Sören Ingwersen, Welt Hamburg, 26.02.2018

"Die dramaturgische Idee die Geschichten von heute in diesem Bühnenbild von Florian Lösche erzählen zu lassen und musikalisch zu hinterlegen, die bindet sich fabelhaft an die Geschichte von Prospero auf seiner Insel an." - Michael Laages, Fazit, Deutschlandfunk, 24.02.2018

" Publikumsliebling Barbara Nüsse lässt Prospero in einem wunderbar Beckett’schen Nihilismus leuchten. Kind und Greis zugleich, ein so verspielter wie tyrannischer Weltenschöpfer, der mit Leonard Cohen und seinem letzten Album 2016 „You want it darker ...“ die Marschrichtung des Abends klar macht." - Ruth Bender, Kieler Nachrichten, 25.02.2018 

" Jette Steckel begibt sich mit ihrem Ensemble und einer Live-"Band of Spirits" vor der ersten Reihe mitten hinein in einen Assoziationsrausch." - Maike Schiller, Hamburger Abendblatt, 26.02.2018

"Der Beifall war berauschend, die Zuschauer begeistert, das Bühnenbild imposant." - Georg Tillack, Radio Eilbek, 02.03.2018

"ein irres Weltuntergangsmusical, laut und wütig, angetrieben von Laurenz Wannenmacher und seiner perfekt getunten Band. "  - Ruth Bender, Kieler Nachrichten, 25.02.2018 

" Ein Quartett im Orchestergraben, das sehr sehr fabehlaft spielt" - Michael Laages, Fazit, Deutschlandfunk,
24.02.2018

"Jette Steckel hat dabei durchaus einen Sinn für coole Poesie: Als Ariel und Caliban zu Leonard Cohen die Rückwand hinaufschreiten, als gäbe es keine Erdanziehung, scheint ein kurzer "Black Rider"-Moment auf." - Maike Schiller, Hamburger Abendblatt, 26.02.2018

Theaterpreis DER FAUST an Barbara Nüsse

Am 3. November wurde Barbara Nüsse mit dem wichtigsten deutschen Theaterpreis DER FAUST als Beste Darstellerin ausgezeichnet. Der Deutsche Bühnenverein würdigt damit ihre Rolle in „Der Sturm. A Lullaby for Suffering“ und ihr Lebenswerk.

Letzte Kommentare
Der Sturm oder A Lullaby for Suffering
Jette Steckel inszeniert den Sturm nach W. Shakespeare und dies muss man ernst nehmen, um die Klasse dieser Inszenierung zu erleben. Regisseure wie G. Strehler, P. Brook oder P. Greenaway boten zu ihren Zeiten interessante Neuinterpretationen des Sturms und dies tut J. Steckel in meinen Augen auch. Zentraler Angelpunkt ihrer Inszenierung ist die Musik von „Prospero´s Band of Spirits“ (Musikalische Leitung: Laurenz Wannenmacher) mit Liedern Leonhard Cohens und Kate Tempests, die dem Abend ihre emotionale Stärke geben. Thematisch geht es Steckel um apokalyptische Endzeitstimmung und wie man aus diesem monströsen Rausch von Macht und Ohnmacht in unserer taumelden Welt, die sich selbst zu zerstören droht, entkommen kann. Dieses real existierende Chaos bebildert sie schlaglichtartig, überbordend mit Themen wie Flüchtlinge, Terrorismus, Gewalt, Ausbeutung, Unmenschlichkeit und Beziehungslosigkeit. Ein Albtraum der Trostlosigkeit, der mit aller Wucht und der Kraft der Musik auf das Publikum niederbricht. Gespielt wird in 12 hoch und quer gestapelten, gelben und gepolsterten Gummizellen (Bühnenbild: Florian Lösche), einem Irrenhaus stereotyper, machtgieriger und gewinnsüchtiger Kreaturen. Diese Bilder erscheinen wie Scherben eines zersprungenen Spiegels, die schlaglichtartig, grausame Episoden der realen Welt wiederspiegeln. Steckels Sturm ist ein monströser Albtraum einer lebensmüden Gesellschaft, für die es keine Hoffnung auf Zukunft gibt. In dieser Welt regiert Prospero (Barbara Nüsse), das Zentrum dieser Inszenierung. Barbara Nüsse spielt mit überwältigender Intensität einen klugen, furchtlosen Prospero, der dem Sterben geweiht ist. Barbara Nüsse ist erneut ein phänomenales Erlebnis in einer großen Shakespeare Rolle und zurecht ist sie für diese schauspielerische Leistung für den FAUST nominiert. Jette Steckel hat mutig und unkonventionell auf die Kraft der Musik gesetzt, um diesen Albtraum einer real existierenden Gegenwart in schlaglichtartigen, verstörenden Bildern emotional aufzuladen und den Zuschauer an den blinden Fleck des Bewusstseins zwischen Wachen und Schlafen zu locken. Ein großer Theaterabend, den man sich nicht entgehen lassen sollte, auch wenn mancher Kritiker anderer Auffassung ist. Bravo für diesen Sturm. Ein Theaternarr.

Schmedemann Reiner, 18.10.18
Großartige Inszenierung mit sehr gutem Schauspiel, Performance, tollem Bühnenbild, fantastischen visuellen Effekten und mitreißender Musik. Ein Erlebnis für alle Sinne! Ich würde noch einmal rein gehen, um die Flut an Eindrücken noch besser erfassen zu können.
Eva Liesberg, 03.07.18
Eine Inszenierung, die den Mut hat, sich politisch abseits von Mainstream und Party zu positionieren. Dabei blickt sie entschieden in die Zukunft, nicht in die Vergangenheit. Das ist selten genug, danke dafür!
Isabelle McEwen, 13.06.18
Ein Theaterabend, der viele Überraschungen bringt - Originaltext und englische Texteinlagen, Spannung und Besinnlichkeit, Musik und Stille und ein überzeugendes Bühnenbild. Jette Steckel hat viele Ideen gut inszeniert, aber insgesamt waren es für mich zu viele Effekte und Überraschungen. Vieles wurde angerissen und angedeutet, aber leider nicht ausgeführt. Das Stück ist sehr herausfordernd und wird leider ohne Pause aufgeführt.
Kreative und interessante Elemente werden von überzeugenden Schauspielern gezeigt. Mit Shakespeares Sturm hatte es aber nur wenig zu tun.... Schade!
Katharina Schnell, 02.05.18
Spannend, dass so viel Englisch gesprochen wird...eine echte Herausforderung! Und noch spannender die fantastische Musik dazu! Und: der politische Bezug zum Untergang Europas - d a s verstehe ich als echten Shakespeare!
Caroline Schönfeldt, 06.03.18
Einer der Höhepunkte in 20 Jahren Thalia-Abo! Eine großartige Barbara Nüsse. Theater für alle Sinne. Bühnenbild , Musik, Schauspieler und Inszenierung haben uns begeistert! Auf Inszenierungen von Jette Steckel freuen wir uns besonders- So soll Theater heute sein!
Ulrich Pieper, 04.03.18
A lullaby of suffering, nur "angelehnt" an Shakespeares Sturm - aber etwas sehr Eigenes.... Genau das ist das Stück!! Wer den Klassiker sehen möchte, geht hier möglicherweise unzufrieden aus dem Theater...., wer sich auf Neues einlässt, kann einen spannenden Theaterabend mit einer hinreißenden Barbara Nüsse als Prospero, interessanten Video-Effekten und wirklich toller Musik erleben.
Sabine Schwenkner, 26.02.18
Das war gestern eine Aufführung mit "X".Das war:Viel Lärm um nix.
Schade, Schade, SCHADE.
Wolfgang Burkhardt, 26.02.18
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