Der Boxer

Der Box
er

nach dem Roman von Szczepan Twardoch / Bearbeitung Jarosław Murawski / Aus dem Polnischen von Olaf Kühl / Regie Ewelina Marciniak
Bühne
Miroslav Kaczmarek
Kostüme
Julia Kornacka
Dramaturgie
Susanne Meister
Jarosław Murawski
Musik
Jan Duszyński
Choreografie
Dominika Knapik

Tarik Sanli, Goya Brunnert (Mosche Bernstein; alternierend)

 

Im Warschau der 30er Jahre kämpft der jüdische Boxer Jakub Shapiro mit der Kraft und Geschicklichkeit seines Körpers darum, dem Elend seiner Herkunft zu entkommen. Er arbeitet für den Paten Jan Kaplica, der über Warschau herrscht wie Al Capone über Chicago. Der Großganove kontrolliert die Bordelle, treibt Schutzgeld ein und genießt das Leben in dicken Autos und dunklen Bars. Shapiro begleitet Kaplica und erledigt für dessen Imperium die Drecksarbeit. Bald werden die mafiösen Geschäfte und das süße Leben überschattet vom Kampf gegen die polnischen Nationalisten, die in der Stadt die Macht übernehmen wollen. „Der Boxer“ zeichnet ein eindringliches Bild der Stadt Warschau – kurz bevor die deutsche Wehrmacht einmarschiert.


Die junge, mehrfach ausgezeichnete polnische Regisseurin Ewelina Marciniak bringt den Roman von Szczepan Twardoch, Star der polnischen Gegenwartsliteratur, auf die Bühne. Sie erzählt die Geschichte aus der Sicht der drei Frauen, die Shapiros Leben teilen, allen voran seine Geliebte Ryfka, eine Bordellbesitzerin. Man kann „Der Boxer“ als Warnung lesen vor dem wachsenden Nationalismus in Polen und Europa heute. Aber auch als Ballade Noire über das Böse, das jeden in dieser Geschichte infiziert: Nationalisten, Kommunisten, Boxer, Gangster, Politiker und auch jene Angehörige der Mittelklasse, die sich durch die Deportation ihrer jüdischen Nachbarn bereichern. Wenn Gewalt so attraktiv ist, dass sie uns betört, so Marciniak, können wir sie dann bekämpfen, über sie schreiben, ein Stück über sie anschauen – und von ihrer Verführung verschont bleiben?

 

Dauer 2h, keine Pause

Uraufführung 14. September 2019, Thalia Gauß

PRESSESTIMMEN

„Im Zentrum steht Sebastian Zimmler, der mit pragmatischem Sinn, cleverem Stolz und undurchdringlich offenem Lächeln durch die vielen Leben des Jakub Shapiro gleitet, so ungreifbar, unangreifbar und heterogen wie die Milieus und Kulturen, durch die er sich bewegt.“ - Franz Wille, Theater heute, November 2019

 

„Ein faszinierendes Puzzle.“ - Michał Centkowski, Newsweek Polska

 

„Der polnischen Regisseurin Ewelina Marciniak gelingt ein stimmiger Abend, der verblüffend sicher um seine Mittel weiß und gekonnt Text, Spiel und Choreografie mit bedrohlicher Elektronik, mal mit sehnsuchtsvollem Trompetenspiel verblendet.“ - Annette Stiekele, Hamburger Abendblatt

 

Weitere Pressestimmen

IM STREAM

 

Der Mitschnitt von „Der Boxer“ ist ab Samstag, den 21.11.2020 ab 20 Uhr für 24 Stunden hier online abrufbar.

 

Am Mittwoch, den 02.12.2020 um 20 Uhr wird „Der Boxer“ als Livestream im Rahmen des Prager Theaterfestivals deutscher Sprache hier zu sehen sein.

Theaterpreis D
ER FAUST für Ew
elina Marciniak

Ewelina Marciniak ist für Ihre Inszenierung von Szczepan Twardochs "Der Boxer" in der Kategorie "Regie Schauspiel" für den Theaterpreis DER FAUST 2020 ausgezeichnet worden.


„Mich freut die Auszeichnung dieser tatsächlich sehr besonderen Aufführung sehr und ich gratuliere Ewelina Marciniak herzlich“, sagt Thalia-Intendant Joachim Lux. „Erfreulich ist auch, dass der europäische Kontext unserer Arbeit am Thalia in diesen Zeiten nicht völlig verloren geht, in diesem Fall mit unserem unmittelbaren Nachbarn Polen.“


 


Mitnominiert in der Regie Schauspiel waren Moritz Nikolaus Koch, „Michael Kohlhaas“, TfN Theater für Niedersachsen Hildesheim und Tilo Nest, „Tyll“, Hessisches Staatstheater Wiesbaden, die Verleihung fand am 21. November 2020 statt.


Über die Preisträgerinnen und Preisträger entschied eine fünfköpfige Jury, die von der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste benannt wurde. Die Jury setzte sich zusammen aus folgenden Akademiemitgliedern: Tatjana Gürbaca (Regisseurin), Regina Guhl (Professorin für Schauspiel und Dramaturgie an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover), Tim Plegge (Hauschoreograf am Hessischen Staatsballett), Marion Tiedtke (Ausbildungsdirektorin Schauspiel an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main) und Jürgen Zielinski (Regisseur und Intendant a.D.).


 


Der Deutsche Theaterpreis DER FAUST 2020 wurde veranstaltet und gefördert durch die Kulturstiftung der Länder, die Deutsche Akademie der Darstellenden Künste und den Deutschen Bühnenverein. Veranstaltungspartner 2020 war das Staatstheater Hannover, Medienpartner sind 3sat und Die Deutsche Bühne.

Foto: Krafft AngererFoto: Krafft AngererFoto: Krafft AngererFoto: Krafft AngererFoto: Krafft AngererFoto: Krafft AngererFoto: Krafft AngererFoto: Krafft AngererFoto: Krafft AngererFoto: Krafft AngererFoto: Krafft Angerer
Ausgewählte Kommentare
Ein gut gelungener Versuch sich einem schwierigen und komplexen Thema anzunähern. Vielleicht zu nahe am Buch ausgerichtet. Hätte mir mehr Mut der Regisseurin gewünscht sich vom Roman zu emanzipieren. Twardoch ist zu sehr einmalig als, dass man ihn mit anderen Medien wiederholen könnte. Hoffentlich wird das deutsche Publikum den Inhalt nicht auf den polnischen Antisemitismus der Vorkriegszeit reduzieren, es würde zwar dem gegenwärtigem Trend einer " gerechten Verteilung" der Schuld am Holocaust, würde jedoch der Komplexität des "Boxers" der eigentlich "Der König" im Polnischen heißt, ungerecht werden. Der Regisseurin wünsche ich glücklicheres Händchen für die Zukunft, Twardoch : offene Augen in der Betrachtung "des Westens" und freue mich auf die kommenden Werke.
Arndt Peter, 17.09.19
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