Wie weit
er?

Im öffentlichen Diskurs ist eine Debatte über die Schließung der Theater und Konzerthäuser entbrannt.
Eine Sammlung

Liebes Publikum,


das Theater als Genre ist eine einzige Einladung, sich ständig neu zu erfinden. Eine Einladung, sich mit dem, was gerade ist, nicht abzufinden, sondern der Kraft der Phantasie zu vertrauen: mit Fratzenschneiden, Kostümwechsel, Autosuggestion und Selbstverwandlung. Wir sind nicht, die wir sind, wir können ganz andere sein, selbst wenn wir es uns selbst gerade nicht zutraun. Weil das so ist, feiern wir gerade im Angesicht des drohenden Endes das Neue, besingen das Leben, nicht den Tod.


Auf der Erde dürfen wir nicht spielen, fliegen können wir nicht, aber erfinden können wir, zum Beispiel ein „Theater der Lüfte“. Oder eine „telefonische Poesieambulanz“ für Menschen, die in Zeiten der Kontaktverbote allein sind. Eine andere Möglichkeit: An den Fest- und Feiertagen zeigen wir Ihnen per Stream Theateraufführungen (am 25., 26., 30. und 31. Dezember). Verabreden Sie sich mit Ihren Freunden zum Feiern! Und trinken Sie – jeder für sich und doch gemeinsam – eine Flasche des neuen Thalia-Weins (eine der drei Sorten heisst nicht umsonst "Wir kennen uns vom Trinken“). Und hinterher per Face-Time die zweite Flasche…


In der zweiten Januar-Hälfte finden die „Lessingtage 2021“ unter dem Motto „Stories from Europe“ digital statt. Mit Aufführungen aus Moskau, Paris, Amsterdam, Berlin, Budapest, Antwerpen und anderen Ländern. Ganz Europa kommt zu Ihnen nach Hause ins Wohnzimmer! Eine Gelegenheit übrigens ihre festtäglichen Feiergewohnheiten fort zu setzen: Die Antwort des Thalia auf die Pandemie ist eine paneuropäische Couch: Verabreden Sie sich mit ihren lange nicht gesehenen europäischen Freunden in den Niederlanden, Frankreich, Polen, Russland, Italien oder Spanien bei einer Flasche Thalia Wein zum gemeinsamen und zeitgleichen „Besuch“!


„Offen bleiben!“ ist unsere Devise – gerade weil wir derzeit geschlossen sind.


Und natürlich: sobald wir wieder spielen dürfen, sind wir wieder für Sie da! Wir freuen uns auf Sie und Ihren Jubel, auf Ihre Freude an der Gemeinsamkeit, auf Streitbares und Diskursfähiges. Wir bereiten uns auf den Tag X vor, wo über ästhetische Erfahrung Gemeinschaft wieder erlebbar wird. Wann auch immer dieser Tag X sein mag.


Und falls Sie sich endlich mal wieder - man nimmt sich ja viel vor, kommt nur nicht dazu - richtig auf einen Theaterbesuch vorbereiten möchten, empfehlen wir Dörte Hansens „Mittagsstunde“, die „Jakobsbücher“ der Nobelpreisträgerin Olga Tokarczuk (für Freunde dicker Wälzer), Thomas Manns Novelle „Der Tod in Venedig“, Sasa Stanišić' „Herkunft“ oder gar den „Struwwelpeter“ über „unartige" Kinder…

Bis bald!
Joachim Lux

 

Joachim Lux, Hamburg 8.11.2020

(Zuletzt aktualisiert am 14.12.2020) 

 

Diskutieren Sie mit

Folgen Sie @ThaliaTheater / ThaliaTheaterHH auf

 icon instagram.JPG (10 KB) icon facebook.JPG (9 KB) icon twitter.JPG (9 KB)  icon youtube.JPG (9 KB)

Diskurs in den Medien

Solidarpri
nzip in Gefahr

Thalia-Intendant Joachim Lux sieht Solidarprinzip in Gefahr
- dpa, 25.11.2020

Museen sind
zu, Kaufhaus
wühltische dage
gen offen

Kampnagel-Intendantin Amelie Deuflhard und Thalia-Chef Joachim Lux über „Kultur für alle“ und Themen mit Shitstorm-Potenzial.
- Maike Schiller, Hamburger Abendblatt 26.11.2020


Verzich
tbar

Wir sind systemrelevant: Der Theaterbetrieb kreist in der Krise nur larmoyant um sich selbst. Damit tut er sich keinen Gefallen.
- Peter Laudenbach, Süddeutsche Zeitung 23.11.2020

Steckt dahinter ein Sinn?

"Die Hospitäler "laufen voll", deshalb stehen die Bühnen leer. Und die Theaterleute denken darüber nach, ob der zweite Shutdown ihre Kunst verändern wird."
Von Peter Kümmel, Die Zeit
- 11.11.2020

Weitermache
n, als wäre nichts?

nachtkritik.de-Kolumne: Aus dem bürgerlichen Heldenleben – Esther Slevogt über den Appell von Berliner Theatern, trotz steigender Covid-Zahlen zu spielen.
-10.11.2020

Wie der Teil-Lockdo
wn droht, Vertrauen zu ze
rstören

"Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda (SPD) trägt die Corona-Maßnahmen der Regierung mit – und kritisiert sie als bundesweit einziges Mitglied einer Regierung doch. Ein Politiker auf der Suche nach anderen Wegen."
Stefan Grund, Die Welt
- 09.11.2020

Wie schnell kommt da
s Publikum wieder?

Zweiter Lockdown: Carsten Brosda über den Lockdown in der Kultur, die Stimmung unter den Künstlern – und warum er trotz allem optimistisch bleibt.
Maike Schiller, Hamburger Abendblatt
- 07.11.2020

Grundnahr
ung

Die Kulturbranche wird von der Pandemie heftig getroffen. Künstler und Veranstalter kämpfen um ihre Existenz. Dabei gehören Musik, Museen und Schauspiel unbedingt zum Leben.
Von Kia Vahland, Süddeutsche Zeitung
- 06.11.2020

„Wir sollten un
s nicht hyperüb
erschätzen“

Weniger Jammern, das wünscht sich Amelie Deuflhard von den Theatern.
Amelie Deuflhard im Gespräch mit Vladimir Balzer, Deutschlandfunk Kultur, Fazit
- 05.11.2020

Wash you
r dirty hands

Von der Systemrelevanz der Kunst – Essay von Sarah Waterfeld
von Sarah Waterfeld, nachtkritik.de
- 05.11.2020

Geld ist im Übe
rmaß vorhanden

Corona-Hilfen für Künstler.
"Den Künstlern, die durch die Pandemie und den neuerlichen Lockdown in Not geraten sind, muss auch endlich geholfen werden. Wie wäre es, wenn die vermögendsten Menschen dieses Landes ihnen und der gesamten Bevölkerung zur Seite sprängen? Ein Vorschlag."
Von Herbert Grönemeyer - Die Zeit
- 04.11.2020

Kultur in d
er Corona-Krise

"Hier geht mehr verloren als eine Art der Freizeitgestaltung."
Ein ZEIT.de-Gastbeitrag von Carsten Brosda
- 02.11.2020

Übersteht die K
ultur den Lockdown?

Blick ins Ausland
Moderation: Sigrid Brinkmann, Deutschlandfunk Kultur, Fazit
- 02.11.2020

„Es fühlt sich an w
ie eine Bestrafung u
nd Verhöhnung“

Kommentar zum Theater-Lockdown
Von Dorothea Marcus, Deutschlandfunk Kultur, Rang I
- 31.10.2020

„Wir müssen Solid
arität zeigen“

Auch wenn sie Theater für infektionssicher hält: Amelie Deuflhard, Intendantin von Kampnagel in Hamburg, ist bereit, den Lockdown mitzutragen.
Friederike Gräff, taz
- 30.10.2020

Ein Albtraum, a
ber alternativlos

Corona-Einschränkungen
Ein Kommentar von Stefan Keim, Deutschlandfunk Kultur, Fazit
- 28.10.2020

Die Rücklagen sin
d aufgebraucht

Kulturschaffende in der zweiten Coronawelle
Jens Michow und Martin Rabanus im Gespräch mit Nicole Dittmer, Deutschlandfunk Kultur
- 28.10.2020

Lasst die Theate
r offen!

Debatte über Bühnenschließung.
"Warum erlaubt die Politik, dass Menschen in überfüllten Zügen sitzen, aber will zweihundert schweigenden Maskenträgern den Theaterbesuch verbieten? So verliert sie ihre Autorität."
Von Simon Strauß, Frankfurter Allgemeine Zeitung
- 27.10.2020