Wie weit
er?

Im öffentlichen Diskurs ist eine Debatte über die Schließung der Theater und Konzerthäuser entbrannt.
Eine Sammlung

 Liebes Publikum,

 

100 Tage haben wir vor dem Sommer nicht gespielt, werden es wieder 100 Tage? Wir wissen es nicht.

„Arbeiten und nicht verzweifeln“, hat einst der Protestant Thomas Carlyle gesagt und Heiner Müller hat ihn virtuos beklaut. Wir arbeiten natürlich weiter: für Sie, unser Publikum.

 

Aber wie? 

Mit vorsichtigem Optimismus und der größtmöglichen Besonnenheit, während überall die Emotionen und Debatten kreuz und quer  Wellen schlagen. Die Frage nach der Rolle der Theater in der Gesellschaft hat eine öffentliche Diskussion ausgelöst. Sind wir Kult, wie die Kirche, oder „Freizeitvergnügen“? (Den spontan am Vortag des Lockdowns veranstalteten „Gottesdienst der Künste“ mit Schauspielhaus Hamburg, Elbphilharmonie, Kampnagel, Staatsoper und Thalia können Sie auf der Startseite noch einmal ansehen). Sind wir  Ritus oder Entertainment? Eine spannende Debatte. Einige wichtige mediale Stimmen dazu haben wir für Sie zum Nachlesen auf dieser Seite gesammelt. Wenn Sie mögen, diskutieren Sie mit auf unseren Sozialen Medienkanälen!

 

Und was?

Der Probenbetrieb geht weiter, so dass die geplanten Premieren „Krum. Ein Stück mit zwei Hochzeiten und zwei Begräbnissen“, „Ibsen-Komplex“, „Herkunft“ und „Shockheaded Peter“ stattfinden werden, sobald wir wieder spielen können. Mit Hochdruck arbeiten wir an verschiedenen Szenarien des internationalen Themenfestivals „Um alles in der Welt – Lessingtage“, die wie jedes Jahr Ende Januar auf dem Plan stehen.

 

Was tun?

Als akutes Krisenmanagement war das allgegenwärtige Streamen vor dem Sommer großartig. Jetzt aber: Theater ist analog und live. Nur an ausgewählten Terminen bieten wir ein digitales Programm auf unserer Website an. Etwa am Abend der Verleihung des  deutschen Theaterpreises DER FAUST die Aufführung „Der Boxer“ der polnischen Regisseurin Ewelina Marciniak, die für diese Inszenierung in der Kategorie Regie nominiert ist. Oder die multimediale Performance "Ziegenkäse in Streichholzschachteln" des Kollektiv |All Das| anlässlich des 5-Jahres-Jubliäum der Embassy of Hope. Und falls wir an Weihnachten und Silvester nicht auf der realen Bühne spielen können, werden wir Ihnen ein digitales Ersatzprogramm anbieten. Sie finden alle aktuellen Termine unter #thaliadigital auf der Homepage.

 

Was nun?

Spontanität, was sonst?!

Das Virus verbreitet sich nach seinen eigenen Gesetzmäßigkeiten. Und wir reagieren - solidarisch und künstlerisch. Vielleicht gehen wir in den Stadtraum, tun uns wieder mit den Kirchen zusammen, entwickeln Kultur To Go. Vielleicht bespielen wir irgendwann die Lüfte, den Himmel, wenn die Erde derzeit verseucht ist. Auf unserer Website sind Sie die ersten, die es erfahren.

Arbeiten und nicht verzweifeln. Wir freuen uns auf Sie und Ihren Jubel, auf Ihre Freude an der Gemeinsamkeit, auf Streitbares und Diskursfähiges. Wir bereiten uns auf den Tag X vor, wo über ästhetische Erfahrung Gemeinschaft wieder erlebbar wird.

 

Bis bald!

Joachim Lux

 

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Diskurs in den Medien

Solidarpri
nzip in Gefahr

Thalia-Intendant Joachim Lux sieht Solidarprinzip in Gefahr
- dpa, 25.11.2020

Museen sind
zu, Kaufhaus
wühltische dage
gen offen

Kampnagel-Intendantin Amelie Deuflhard und Thalia-Chef Joachim Lux über „Kultur für alle“ und Themen mit Shitstorm-Potenzial.
- Maike Schiller, Hamburger Abendblatt 26.11.2020


Verzich
tbar

Wir sind systemrelevant: Der Theaterbetrieb kreist in der Krise nur larmoyant um sich selbst. Damit tut er sich keinen Gefallen.
- Peter Laudenbach, Süddeutsche Zeitung 23.11.2020

Steckt dahinter ein Sinn?

"Die Hospitäler "laufen voll", deshalb stehen die Bühnen leer. Und die Theaterleute denken darüber nach, ob der zweite Shutdown ihre Kunst verändern wird."
Von Peter Kümmel, Die Zeit
- 11.11.2020

Weitermache
n, als wäre nichts?

nachtkritik.de-Kolumne: Aus dem bürgerlichen Heldenleben – Esther Slevogt über den Appell von Berliner Theatern, trotz steigender Covid-Zahlen zu spielen.
-10.11.2020

Wie der Teil-Lockdo
wn droht, Vertrauen zu ze
rstören

"Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda (SPD) trägt die Corona-Maßnahmen der Regierung mit – und kritisiert sie als bundesweit einziges Mitglied einer Regierung doch. Ein Politiker auf der Suche nach anderen Wegen."
Stefan Grund, Die Welt
- 09.11.2020

Wie schnell kommt da
s Publikum wieder?

Zweiter Lockdown: Carsten Brosda über den Lockdown in der Kultur, die Stimmung unter den Künstlern – und warum er trotz allem optimistisch bleibt.
Maike Schiller, Hamburger Abendblatt
- 07.11.2020

Grundnahr
ung

Die Kulturbranche wird von der Pandemie heftig getroffen. Künstler und Veranstalter kämpfen um ihre Existenz. Dabei gehören Musik, Museen und Schauspiel unbedingt zum Leben.
Von Kia Vahland, Süddeutsche Zeitung
- 06.11.2020

„Wir sollten un
s nicht hyperüb
erschätzen“

Weniger Jammern, das wünscht sich Amelie Deuflhard von den Theatern.
Amelie Deuflhard im Gespräch mit Vladimir Balzer, Deutschlandfunk Kultur, Fazit
- 05.11.2020

Wash you
r dirty hands

Von der Systemrelevanz der Kunst – Essay von Sarah Waterfeld
von Sarah Waterfeld, nachtkritik.de
- 05.11.2020

Geld ist im Übe
rmaß vorhanden

Corona-Hilfen für Künstler.
"Den Künstlern, die durch die Pandemie und den neuerlichen Lockdown in Not geraten sind, muss auch endlich geholfen werden. Wie wäre es, wenn die vermögendsten Menschen dieses Landes ihnen und der gesamten Bevölkerung zur Seite sprängen? Ein Vorschlag."
Von Herbert Grönemeyer - Die Zeit
- 04.11.2020

Kultur in d
er Corona-Krise

"Hier geht mehr verloren als eine Art der Freizeitgestaltung."
Ein ZEIT.de-Gastbeitrag von Carsten Brosda
- 02.11.2020

Übersteht die K
ultur den Lockdown?

Blick ins Ausland
Moderation: Sigrid Brinkmann, Deutschlandfunk Kultur, Fazit
- 02.11.2020

„Es fühlt sich an w
ie eine Bestrafung u
nd Verhöhnung“

Kommentar zum Theater-Lockdown
Von Dorothea Marcus, Deutschlandfunk Kultur, Rang I
- 31.10.2020

„Wir müssen Solid
arität zeigen“

Auch wenn sie Theater für infektionssicher hält: Amelie Deuflhard, Intendantin von Kampnagel in Hamburg, ist bereit, den Lockdown mitzutragen.
Friederike Gräff, taz
- 30.10.2020

Ein Albtraum, a
ber alternativlos

Corona-Einschränkungen
Ein Kommentar von Stefan Keim, Deutschlandfunk Kultur, Fazit
- 28.10.2020

Die Rücklagen sin
d aufgebraucht

Kulturschaffende in der zweiten Coronawelle
Jens Michow und Martin Rabanus im Gespräch mit Nicole Dittmer, Deutschlandfunk Kultur
- 28.10.2020

Lasst die Theate
r offen!

Debatte über Bühnenschließung.
"Warum erlaubt die Politik, dass Menschen in überfüllten Zügen sitzen, aber will zweihundert schweigenden Maskenträgern den Theaterbesuch verbieten? So verliert sie ihre Autorität."
Von Simon Strauß, Frankfurter Allgemeine Zeitung
- 27.10.2020