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age

Um alles in der Welt - Lessingtage 2020
18. Januar bis 9. Februar 2020

Wem gehört die Welt?

 

…fragen die diesjährigen Lessingtage. „Uns jedenfalls nicht!“ wäre die Antwort. Warum aber tun wir dann so, als ob sie uns gehören würde? Der Satz „Macht euch die Erde untertan“ ist ein frühes Missverständnis. Denn er ist eigentlich nur die Ermutigung zu einem zivilisatorischen Prozess der Subjektwerdung anstatt Spielball der unbeherrschbar scheinenden Natur zu bleiben.

Wir sind weit darüber hinausgeschossen, mit zwei gravierenden Taten: mit dem Kolonialismus der Nordhalbkugel gegenüber dem Süden sowie mit unserer Ressourcenverschwendung an der Schwelle zur Selbstvernichtung. Dies sind die zwei zentralen Schwerpunkte der Lessingtage.
Schon in den Welterklärungen der Religionen und der nordischen Mythen ist von den Ursprüngen des Menschen in der Natur und seiner Machtergreifung die Rede („Die Edda“). Zwei andere Abende denken das Thema Mensch-Natur dystopisch nach vorn: „Arctic“ erzählt, wie das mittlerweile eisfreie Grönland längst von Ölfirmen aufgekauft ist (statt von Donald Trump) und eine Innuit Vergeltung übt. „Farm Fatale“ zeigt Vogelscheuchen im agrikulturellen Widerstand gegen das Artensterben. Deutlich optimistischer ist „Zugvogelmusik“ – eine vitale Liebeserklärung an die migration birds.

Auch im Rahmenprogramm schlägt die Stunde der Naturwissenschaft! Aufregende Erkenntnisse erhoffen wir uns in diesem Jahr von der indischen Physikerin und Aktivistin Vandana Shiva, dem deutschen Archäogenetiker Johannes Krause und dem Meeresbiologen Nikolaus Gelpke. Wir freuen uns, von ihnen zu lernen!


Unser zweites Thema: die Differenzen zwischen Nordund Südhalbkugel – Spätfolgen vor allem des Kolonialismus. Wie geht postkoloniale Selbstbestimmung? Die Eigenproduktion „Hereroland“ sucht 115 Jahre nach dem deutschen Völkermord in Namibia den Dialog. „Reverse Colonialism“ überspringt witzig und unterhaltsam ethnische Kartographien und „Die Verlobung in St. Domingo“ übermalt gedanklich kühn den alten Heinrich von Kleist. 

 

Sind Mauern eine Strategie, um uns abzuschotten gegen den Süden? Der Mexiko-Schwerpunkt („Amarillo“ und „Andares“) erzählt von den verheerenden Folgen der tausende Kilometer langen Mauer gegen Mexiko. Abschottung oder Öffnung gegenüber Flüchtlingen ist auch eine europäische Frage, die Lösung aber eine andere: Müssten nicht Krieg und Gewalt, wie in der griechischen Orestie, beispielsweise auch im Nahen
Osten durch Versöhnung und Gerechtigkeit überwunden werden können („Orest in Mossul“)?


Die Lessingtage vereinen nationale wie internationale Künstlerpositionen, die neugierig den Blick auf übergeordnete, globale Themen richten. Wir ergänzen sie um eigene Aufführungen: um „Neverland“, den Versuch, Theater über die Grenzen von Nation und Sprache hinaus zu denken, um „Moby Dick“, das von dem harten Kampf um Ressourcen erzählt oder um „Ein Mensch brennt“ über einen Ökoradikalisten, der sich einst auf der Mönckebergstraße selbst verbrannt hat.
Eine poetische Überhöhung zu den Themen Heimat, Natur, Zerstörung leistet der umstrittene Peter Handke mit seinem Meisterwerk „Immer noch Sturm“, seit neun Jahren (!) im Repertoire – und nun Ifflandringund Nobelpreis-gekrönt.

 

Wir laden Sie herzlich ein, drei Wochen lang Fremdes und Anderes auf sich wirken zu lassen. Es geht um den Blick nach vorn: 23 Tage for future – wenn man so will, nicht nur freitags…

Festivaltrailer
Gastspiele

Alle Trailer der Gastspiele

Die gesamte Playlist öffnet sich nach einem Klick auf die Playtaste des ersten Videos und das Playlist-Icon oben rechts im Player.

Trümmer, die d
ie Welt bedeuten

Ein gefährliches Theaterexperiment in Mossul
Eine Ausstellung von Armin Smailovic

Tropic I
ce

A Visual Dialog Between Places Affected by Climate Change
Eine Ausstellung von Barbara Dombrowski

Festival-Pass

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Der Festival-Pass lohnt sich: Sie suchen sich 4 oder mehr Vorstellungen aus und erhalten  30% Rabatt. Und gratis dazu eine Stofftasche, gestaltet von Stefan Marx!

 

Erhältlich an der Tageskasse.

 

Telefon: +49 40. 32 81 44 44
theaterkasse@thalia-theater.de 

Spielstätten

 

Thalia Theater
Alstertor, 20095 Hamburg
U/S Jungfernstieg, U Mönckebergstraße

 


Thalia Gaußstraße
Gaußstraße 190, 22765 Hamburg
S Altona, Bus 2 bis Haltestelle Gaußstraße, 200m Fußweg
Der Ballsaal öffnet 1 Stunde vor Vorstellungsbeginn.

 

Karten
T: +49 40.32 81 44 44
Vorverkauf ab 1.11.2019

 

E-Mail
theaterkasse@thalia-theater.de


Tageskasse
Mo bis Sa 10–19 Uhr,
So- & Feiertage 16–18 Uhr

 

Abendkasse
öffnet 1 Std. vor der Vorstellung

 

Reservierungen
werden 30 Minuten vor der Vorstellung freigegeben

INFO

Erstmals finden vor ausgewählten Vorstellungen auch bei Gastspielen Einführungen für das Publikum statt. --> Einführungen

Außerdem finden Sie zu jeder Produktion zusätzliche Hintergrundinformationen auf unserer Website. ---> BONUS

Auch in diesem Jahr haben wir den Künstler Stefan Marx gebeten, sich mit Überzeichnungen zu Themen des Festivals einzumischen.
Hier geht es zu seiner Website.

Das Programm 2020
Förderer der Lessingtage 2020