jung&mehr > Thalia und Schule > Stückempfehlungen > Stückempfehlungen Repertoire Gauß ab Jg 7
Repertoire Thalia Gaußstraße
 
Auerhaus
von Bov Bjerg
Regie Franziska Autzen Ab Jg. 10
 
Frieder hat versucht sich umzubringen. Damit das nicht wieder passiert, ziehen seine besten Freunde mit ihm in das leerstehende Haus seines Großvaters, das Auerhaus. Hier gibt es kaum Regeln. Nur das Klau- en wird zur Pflicht erklärt, um die Haushaltskasse auf- zubessern. Abgesehen davon werden neben den Abi- Vorbereitungen Partys gefeiert, wird mit Drogen und freier Liebe experimentiert. Auerhaus feiert die Un- schuld der Provinz, der Jugend und des Moments. Aber vor allem die Gemeinschaft.
 

 

Uraufführung
Ein Mensch brennt
von Nicol Ljubic
Regie Swen Lasse Awe Ab Jg. 11
 
Mitten im Deutschen Herbst gerät das Leben des zehn- jährigen Hanno Kelsterberg aus dem Lot: Hartmut Gründler zieht als Untermieter bei Familie Kelsterberg ein. Er ist Idealist, Atomkraftgegner, Politkämpfer. Niemand ahnt, dass er sich am 16. November 1977 in der Hamburger Innenstadt als Zeichen gegen die Atom- politik selbst verbrennen wird. Während Hannos Vater seinen Untermieter belächelt, ist seine Mutter fasziniert und unterstützt ihn. Als Erwachsener versucht Hanno eine neue Perspektive auf seine Vergangenheit zu finden. Ausgehend von der wahren Geschichte zeichnet Autor Nicol Ljubic ein provokantes und feinfühliges Familien-Porträt in den siebziger Jahren.
 

 

Geisterseher
nach Friedrich Schiller
Regie Antú Romero Nunes Ab Jg. 11
 
Der junge Spross eines deutschen Fürstenhauses hat seine Familie verlassen und lebt seitdem ohne Sorgen in Venedig. Doch das Auftauchen eines rätselhaften Armeniers und eine Reihe von Todesfällen bereiten der Ruhe ein Ende. Die Mysterien im Leben des Prinzen häufen sich und er entschließt sich tapfer zur Teilnahme an einer Séance. Ein Stück über Vernunft, Glaube, Irrsinn und einen Strudel aus Rausch und Erkenntnis. Diplominszenierung von 2009 des jungen Regisseurs Antú Romero Nunes mit seinen Mitabsolventen der Hochschule für Schauspielkunst Jirka Zett und Paul Schröder.
 

 
Patentöchter
Im Schatten der RAF – ein Dialog
von Julia Albrecht und Corinna Ponto
Regie Gernot Grünewald Ab Jg. 11
 
Am 30. Juli 1977 bekommt Jürgen Ponto Besuch von Susanne Albrecht, der Tochter seines Jugendfreundes. Völlig überraschend erschießen ihre Begleiter, Mitglieder der Rote Armee Fraktion, den Vorstandssprecher der Dresdner Bank. Corinna Ponto ist 20 Jahre alt, als ihr Vater ermordet wird, Julia Albrecht erst dreizehn, als ihre Schwester Susanne den Mördern ihres Patenonkels Zugang zu seinem Haus verschafft. 30 Jahre nach der Tat beginnen die beiden Frauen einen Dialog über Schuld und Vergebung – ein faszinierendes Dokument der Zeitgeschichte.
 

 
Räuberhände
nach dem Roman von Finn Ole Henrich
Regie Anne Lenk Ab Jg. 11
 
In ihrer Schrebergartenlaube Stambul lernen Samuel und Janik fürs Abitur und träumen von der Zukunft. Während Janik versucht, sich von seinen wohlsituierten Lehrer-Eltern zu distanzieren, bemüht sich sein bester Freund Samuel, Sohn einer Alkoholikerin, umgeordnete Normalität. Als ihre Freundschaft durch einen einzigen Abend zu zerbrechen droht, reisen sie kurzerhand nach Istanbul. Ein intensiver, berührender Schauspielerabend über die großen Fragen Heranwachsender.
 

 

Tschick
von Wolfgang Herrndorf
Regie Christopher Rüping Ab Jg. 8
 
Maik und Tschick, zwei vierzehnjährige Außenseiter, die nichts zu verlieren haben, außer vielleicht ihre Einsamkeit, machen sich mit einem geklauten Lada auf den Weg in die Walachei, durch eine surreale Mondlandschaft voller merkwürdiger Menschen, irgendwo entlang der deutschen Autobahnen. Eine Geschichte vom Erwachsenwerden, dem besten Sommer des Lebens, von Freundschaft und erster Liebe: eine Abenteuerreise ins Unbekannte.
 

 
von Bettina Wilpert, in einer Bühnenfassung von Simone Geyer und Hannah Stollmayer
Regie Simone Geyer Ab Jg. 12
 
Es ist Sommer. Anna hat ihren Master abgeschlossen, Jonas schreibt an seiner Doktorarbeit. Die beiden ler- nen sich in der Bibliothek kennen. Es folgen Diskussi- onen über Literatur und mehrere Biere am Späti und schließlich ein One-Night-Stand. Soweit alles cool. Auf einer Geburtstagsparty treffen sie sich wieder und haben erneut Sex. Jonas sagt, es war einvernehmlich. Anna sagt, es war Vergewaltigung. Zwei Monate später hält Anna es nicht mehr aus und zeigt Jonas an. Aussage steht gegen Aussage. Annas und Jonas’ Glaubwürdigkeit stehen auf dem Prüfstand.
 

 

von Wajdi Mouawad
Regie Hakan Savas Mican Ab Jg. 11
 
In New York verlieben sich der deutsche Biogenetiker Eitan und die amerikanische Arabistik-Studentin Wa- hida ineinander. Ihre unterschiedliche Herkunft spielt für beide keine Rolle. Doch Eitans jüdische Eltern empfinden die Liebe ihres Sohnes zu einer Palästinenserin als Verrat an der eigenen Geschichte. In Israel katapultiert ein Attentat die beiden mitten hinein in die Realität des israelisch-palästinensischen Konfliktes. Als Eitan im Krankenhaus liegt, zwingt Wahida seine Familie, ein lange gehütetes Geheimnis aufzudecken.
 

 
von Saša Stanišic
Regie Charlotte Sprenger Ab Jg. 11
 
„Wir sind traurig“, sagt das Dorf. „Wir haben keinen Fährmann mehr.“ Saša Stanišic lässt sein Dorf als viel- stimmigen Chor sprechen. Es heißt Fürstenfelde. Die Einwohnerzahl ist fallend. Die Tankstelle hat dichtgemacht. Kneipen gibt es auch nicht mehr. Das Annenfest ist der Höhepunkt des Jahres. Es wird eine dramatische Nacht. Fürstenfelde und seine Bewohnerinnen und Bewohner taumeln durch die Nacht.
 

 
Diese Stücke bleiben weiterhin im Repertoire, können aber zunächst nicht gespielt werden:
 
Uraufführung
Der Boxer
von Szczepan Twardoch
Regie Ewelina Marciniak Ab Jg. 12
 
Im Warschau der 30er Jahre kämpft der jüdische Boxer Jakub Shapiro mit der Kraft und Geschicklichkeit seines Körpers darum, dem Elend seiner Herkunft zu entkommen. Er arbeitet für den Paten Jan Kaplica, der über Warschau herrscht wie Al Capone über Chicago. Bald werden die mafiösen Geschäfte und das süße Leben überschattet vom Kampf gegen die polnischen Nationalisten, die in der Stadt die Macht übernehmen wollen. Regisseurin Ewelina Marciniak erzählt die Geschichte aus der Sicht der drei Frauen, die Shapiros Leben teilen.
 

 
Der Fremde
von Albert Camus
Regie Jette Steckel Ab Jg. 10
 
Der junge Angestellte Mersault lebt unter der unerbittlichen Sonne Algiers gleichgültig vor sich hin, bis ihn ein lächerlicher Zufall zum Mörder ohne Motiv macht. Vor Gericht erntet seine Begründung, die Sonne habe ihn geblendet, nur Unverständnis. Im Angesicht seines Todesurteils beginnt er, über sein Leben nachzudenken.
 

 
Der Spieler
von Fjodor M. Dostojewskij
Regie Jan Bosse Ab Jg. 11
 
Der mittellose Alexej lebt als Hauslehrer in der Familie eines bankrotten russischen Generals, der ungeduldig auf die Nachricht des Todes einer Erbtante wartet. Aus Liebe zu Polina versucht Alexej, das nötige Geld für eine bessere Zukunft am Roulettetisch zu beschaffen. Aus der Liebe wird Trieb und schließlich Spielsucht. Und die ewige Illusion: Morgen wird alles besser. Morgen kommt das große Glück!
 

 
Die Odyssee
Eine Irrfahrt nach Homer
Regie Antú Romero Nunes Ab Jg. 10
 
Die Halbbrüder Telemachos und Telegonos begegnen sich zum ersten Mal auf der Trauerfeier für ihren Vater Odysseus. Wie geht man mit einem Bruder um, der einem noch nie begegnet ist? Und ist der andere auch wirklich ein Sohn des Odysseus? Was weiß der eine über den Vater, wovon der andere nichts weiß? Die Brüder können die Geschichte des Odysseus in Worten nicht wirklich zuverlässig erzählen. Ihr Reden ist oft Schweigen, während die Körper wissen, wovon die Rede ist.
 

 
Hereroland
Eine deutsch-namibische Geschichte
Regie David Ndjavera und Gernot Grünewald Ab Jg. 10
 
Zwei Regisseure nähern sich gemeinsam mit einem namibischen Ensemble und Ensemblemitgliedern des Thalia Theaters einem dunklen Kapitel der Vergangen- heit ihrer Länder. Es ist eine Begegnung über zwei Kontinente hinweg und ein Dialog über den ersten Genozid des 20. Jahrhunderts. Aus dem antikolonialen Widerstand der Herero 1904 im damaligen Deutsch- Südwestafrika wurde ein Völkermord der deutschen Kolonialmacht an einer ganzen Volksgruppe. Noch heute sind die Folgen in Namibia allgegenwärtig. Die Regisseure Gernot Grünewald und David Ndjavera entwickelten ein begehbares Museum, in dem das Publikum parallel Performances, Ausstellungen und Theaterszenen erleben kann. In deutscher und engli- scher Sprache mit deutschen Übertiteln.