Der nackte Wahnsinn

Der nackte Wahnsinn
von Michael Frayn
Aus dem Englischen von Ursula Lyn

Regie Luk Perceval




Sie gehen leidenschaftlich gern ins Theater? Dann geben Sie ruhig zu:  Wenn da vorne schief geht was nur schief gehen kann, Sie die Souffleuse hören und die Drehbühne quietscht -  dann fühlen Sie sich in ihrem bequemen Theatersessel besonders wohl. Ist es doch wie im richtigen Leben:  interessant wird es, wenn das Paar im Nebenhaus sich bei offenem Fenster anbrüllt und man erleichtert feststellen kann: auch hinter der perfekten Fassade des Nachbarn lauert das Chaos, der Abgrund, die Katastrophe.
Natürlich ist das Ganze nur lustig, wenn es anderen passiert. Diesen Effekt nutzt der englische Autor Michael Frayn in seiner Erfolgskömodie „Der Nackte Wahnsinn“  weidlich aus und macht aus dem Theater eine Bühne des Lebens. Und so quält sich vor unseren Augen eine Handvoll begabter Schauspieler heroisch durch eine ganz und gar alberne Farce, in der u.a. ein Angestellter eines Immobilienmaklers , die Steuerfahndung und ein arabischer Scheich eine große, aber undurchsichtige Rolle spielen.
Auf der nächtlichen Generalprobe kämpft die Truppe noch tapfer mit den Tücken des Probenalltags  (Schauspieler auf der Suche nach ihrem Text bzw. der Logik des Stückes, falsch platzierte Requisiten, klemmende Türen etc). Für den 2. Akt jedoch dreht sich die Bühne um 180 Grad und der Zuschauer sieht, was sich hinter der Bühne abspielt und sonst im Theater (wie im Leben..) sorgsam verborgen bleibt: betrügerische Affären, kleinliche Intrigen und handfeste Attacken.
Mit einem Höchstmaß an Improvisation, Phantasie und Durchhaltevermögen versuchen die bedauernswerten Schauspieler bis zuletzt, für ihr Publikum den Anschein von Normalität zu wahren – getreu dem unumstößlichen Motto: Der Lappen muss hochgehen, oder auch: The show must go on.  Wie zu erwarten übernimmt aber bald zu unser aller Vergnügen der entfesselte Irrsinn zur Gänze die Regie…


 Premiere am 5. Oktober 2013 im Thalia Theater
Besetzung
Pressestimmen zu Der nackte Wahnsinn
   
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Kommentare

enorme Leistung
Phantastisch! Bei 3 Stunden ohne Pause keine Längen - das ist schon eine enorme Leistung! Meine Hochachtung! Vielen Dank - sehr beeindruckend! Nora
Aus dem Gästebuch, 11.03.14

Zum auf die Bühne hüpfen
Der nackte Wahnsinn! Danke, ihr seid toll. Grandios, leidenschaftlich und so lustig und übertrieben, dass ich aufspringen und zu euch auf die Bühne hüpfen möchte. Respekt!
Aus dem Gästebuch, 11.03.14

grandios
Wie immer der absolute Waaaahnsinn! Ich bin das zweite Mal da und finde es genauso grandios. Vielen Dank für diesen schönen Abend!
Aus dem Gästebuch, 11.03.14

der Hammer!
Der Regisseur überrascht mich. vielen Dank.
Frau Trauttmannsdorff nicht, entdeckt als Mutter Hamlet (sehr sehr sehr toll) ist sie hier der Hammer!!! Ich freue mich auf meinen nächsten Besuch...
Toren Sath, 01.03.14

Nach dem Thalia ist vor dem Thalia
Vor dem Theater ist hinter dem Theater. Nach dem Stück ist vor dem Stück. Florian Anderer hat toll gespielt, trotzdem möchte ich das Stück noch einmal sehen, wenn Matthias Leja wieder spielt. Den körperlichen Einsatz der Schauspieler sehe ich gespalten, einige Szenen kamen mir unnötig gefährlich vor, ohne das Stück zu verbessern. Das schreibe ich aus purem Egoismus,; diese tolle Truppe sollte wirklich pfleglich behandelt werden. Faszinierend wieder die Bühnenpräsenz von Tilo Werner, auch wenn er scheinbar gerade gar nichts tut. Wir danken für einen tollen Abend. Nach dem Thalia ist vor dem Thalia.
Winfried Fahlbusch und Nicola Lange
Nicola Lange, 16.02.14

Wunderbare Hommage an die Professionalität von Schauspielern
Zu Beginn einfach ein toller Spaß, der chaotischen Truppe zuzusehen, und zu erleben, wie der Regisseur mit allerlei Geduld und rhetorischen Kniffen versucht, seine Schauspieler-Mimosen zu einem Ensemble zu formen.
Dann die Wahrheit einige Wochen später: Die Schauspieler haben eigentlich ganz andere Dinge im Kopf - aber schaffen es trotzdem, im entscheidenden Moment des Auftrittes schlagartig umzuschalten auf Profi.
Für mich am eindrucksvollsten aber der dritte Akt, in dem eine Darstellerin das Stück torpediert und ihre Beteiligung verweigert. Sofort füllen die Kollegen das Vakuum und schaffen es hochprofessionell, das Stück zu retten.
Also ein großer Spaß - auf jeden Fall - aber auch eine wunderbare Hommage an die Professionalität von Schauspielern, die es schaffen, alle persönlichen Befindlichkeiten abzuschalten, wenn sie Zuschauer vor sich haben.
Dirk Schneefuß, 12.01.14

Absolut sehenswert!
Absolut sehenswert! 5 verschiedene Theatervorstellungen nebeneinander, nacheinander in 3 Akten in 2,5 Stunden - eine Überraschung nach der anderen mit hervorragenden Darstellern. Schaue ich mir gerne nochmal an um weitere unbemerkte Details zu entdecken. Thx
Ralf Kuhlemann, 05.01.14

Tränen gelacht
Großes Lob an Florian Anderer für seinen ersten Auftritt als Ersatz für den verletzten Matthias Leja.
Ich habe auch diesmal Tränen gelacht.
Schippi, 12.11.13

Der nackte Wahnsinn oder 150 Minuten Lachmuskeltraining
Der nackte Wahnsinn oder 150 Minuten Lachmuskeltraining
Luk Perceval inszeniert mit einem glänzenden Ensemble eine Boulevardkomödie mit Slapstick, Tempo, enormen körperlichen Einsatz der DarstellerInnen sowie Witz und makabrem Humor.
Es wird keine Pointe ausgelassen und kein Gag verschenkt. Dennoch keine Schmiere, sondern gelungenes Boulevard. Dies mag nicht jedem gefallen, aber ein Narr hat sich köstlich amüsiert.
Ihr Theraternarr
Reiner Schmedemann

Reiner Schmedemann, 09.10.13

Kann richtig Spaß machen, der Wahnsinn.
Einfach hingehen. Jeden Anflug von bildungsbürgerlicher Attitüde ablegen und sich mitreißen lassen von Situationskomik und herrlichem Slapstick. Kann richtig Spaß machen, der Wahnsinn.
Cornelia Lethi, 09.10.13

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