Jugendbildnis

Woran macht sich Jugend fest, woran Erinnerung? Eine Jugendliche, genannt „die Person“, ist nicht mehr da. Doch von ihrer Abwesenheit erzählen jetzt ihre verlassenen Gegenstände: Fundstücke, Erinnerungen, Alltagsgegenstände wie Fotografien, ein Handschuh oder ein Schlüssel. Jetzt werden diese Objekte von einer Forschergruppe zu einer Sammlung zusammengeführt, um mit dem Publikum die Person zu rekonstruieren. Doch das Jugendbildnis, das sich aus den Reminiszenzen ergibt, ist disparat und widersprüchlich. Aber erzählen Objekte überhaupt etwas über eine Person oder nicht viel mehr etwas über den Sammler? Wie lässt sich ein Mensch aus der Erinnerung beschreiben und ab wann beginnen Bilder Geschichten zu erzählen?

„Das Kind im Wagen eines Karussel / Das Kind ist 11 Jahre alt / Sein Geschlecht ist schwer auszumachen / Es sieht aus wie ein Jung ./ Es sieht aus wie ein Mädchen, das aussieht wie ein Jung ./ Es sitzt in einem Karussell und es lacht nicht / Sehen Sie / Erinnern Sie sich an dieses Bild / Erinnern Sie sich. Sie müssen sich beeilen, Sie müssen sich mehr Mühe geben / Bitte strengen Sie sich mehr an / Die Gegenstände werden langsam kalt."

„Jugenbildnis“ ist ein Theatertext, den die Autorin Katharina Schmitt im Auftrag des Thalia Theaters geschrieben hat. Begleitet wurde dieser Prozess von der Schreibwerkstatt „Das Fremde in mir“, in der sich Hamburger Schüler mit ihrer Lebenswirklichkeit auseinander gesetzt haben. Katharina Schmitt, geboren 1979 in Bremen, studierte Schauspielregie in Prag und arbeitet als Autorin und Regisseurin in Tschechien und Deutschland. Für ihr Stück „Knock Out“ wurde sie mit dem Lenz-Preis der Stadt Jena ausgezeichnet. Ihr Stück „Im Pelz“ entstand als Auftragswerk für das Schauspiel Leipzig und wurde dort im Herbst 2009 mit großem Erfolg uraufgeführt. 2011 produzierte Deutschlandradio zwei ihrer Stücke als Hörspiel.

Inszeniert wird diese Uraufführung von Benedikt Haubrich, der Schauspielregie am Max-Reinhardt-Seminar Wien studierte und erste Engagements an der Berliner Schaubühne fand. Hier inszenierte er unter anderem „Speeddating“, „Tommy“ von Thor Bjørn Krebs und „Kein Abschied, niemals!“ von Falk Richter. Haubrich ist Mitbegründer von „BRAND e.V. – Verein für theatrale Feldforschung“. Außerdem arbeitet er auch als Theaterautor. Seine Stücke „Kaltes Land Heißes Land Heiliges Land“ (2009) und „Das Maß der Verlässlichkeit“ (2011) wurden am Staatstheater Kassel jeweils in der Regie von Patrick Schlösser uraufgeführt. Am Luzerner Theater kam 2011 „Stromabwärts“ in der Regie von Sara Barosco zur Uraufführung. Im Thalia Theater hat er bereits in der Spielzeit 2009/2010 in der Theaterbar Zentrale „Jackie. Ein Prinzessinendrama“ von Elfriede Jelinek inszeniert.


Mit Unterstützung der

 

  

Mein Kommentar

Bitte verschicken Sie keine Karten- oder sonstige Anfragen über die Kommentar­funktion. Über die Kommentar­spalte gestellte Anfragen werden nicht beantwortet. Für Fragen zu Programm etc. steht Ihnen das Karten­telefon unter 040. 32 814 – 444 oder die Email­adresse theaterkasse@thalia-theater.de zur Verfügung.

Mit dem Versenden dieses Kommentarformulars erklären Sie sich damit einverstanden, dass die von Ihnen angegebenen Daten elektronisch erfasst, gespeichert und auf unserer Webseite veröffentlicht werden. Wir verwenden Ihre Daten ausschließlich zur Veröffentlichung Ihres Beitrags. Ihre Einwilligung kann jederzeit widerrufen werden, z.B. per E-Mail an widerruf@thalia-theater.de. Ihr Beitrag und Ihre persönlichen Daten werden dann gelöscht. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.