Michael Kohlhaas

Michael Kohlhaas
based on the text by Heinrich von Kleist
Directed by Antú Romero Nunes

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Wed,24.10.201820:00 - 21:45Get Tickets
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Was für ein grossartiges Stück! Das war allerhöchste Schauspielkunst von seiten der drei überragenden Akteure als auch der Spielleitung. Und dass aus den skurrilen Pantomimen eine bizarre Mutation zu Reichsbürgern mit RAF-Attitüden wird: darauf muss man erstmal kommen.
Hardy Koch, 16.05.18

Michael Kohlhaas: ich hatte mich darauf gefreut und wurde extrem enttäuscht. Schon lange nicht mehr so einen Mist gesehen. Die ewig lange Clownsnummer mit mäßigen Witzen hat ja nun gar nichts mit dem Thema zu tun. Auch zwischendurch immer wieder Kasperle; wozu? Dadurch geht die eigentliche Dramatik völlig verloren. Das Leiden und die Verbitterung der Hauptfigur wird zur Plattitüde ohne Sinn und Verstand. Der Bezug zu den Reichsbürgern ist oberflächlich und ist fürs Regietheater hingebogen, dass die Balken krachen. Und damit auch der letzte Depp im Zuschauerraum kapiert, dass hier Kunst gemacht wird, erweisen sich die Polizisten als Pferde. Da bleibt nur zu sagen: Hurz!
Holger Fass, 15.05.18

Für mich ist das tolle am Theater... nach Hause zu gehn und was mitnehmen. Der Wunsch inspiriert zu werden nachzudenken. Wenn man aus dieser Inszenierung rauskommt, wenn man es überhaupt durchhält.... fragt man sich, Warum man der Regisseur nicht eine Slapstickkomödie ... vielleicht kann der das ja. Aber auch das würd ich mir nicht ansehen. Hier würd ich niemals einem meiner Freunde, Bekannten sagen: Ihr müsst euch das ansehn... das lohnt sich. Hier würd ich sagen: bloß nicht. So kann man Theaterleidenschaft ersticken. Echt schade, dass ich dafür Zeit verschwendet habe.
peter fischer, 15.03.18

Katharsis. Was dieses Stück mit und in mir gemacht hat, ist mir Inbegriff des Sinns von Theater. Es hat mir mich selbst in meiner inter-generationellen Verbundenheit in einer Klarheit gezeigt, die kein Hinzutun mehr braucht. Und mir ein großes Stück Freiheit geschenkt. Unendlichen Dank für diese Inszenierung.
Ulli Vilsmaier, 21.02.18

Wer war Michael Kohlhaas? Einer, der durch unerwartete Ungerechtigkeit zum Rebellen wurde, der jedes Maß verlor und keinen Halt mehr fand in einer Gesellschaft, die ihm Gerechtigkeit versagte. Jedes Maß verloren hat auch diese Inszenierung, leider nicht im positiven Sinn. Ich gehe nicht ins Theater, um Slapstick und Krawall zu sehen, wenn ein Klassiker auf dem Spielplan steht. Die Schauspieler trifft diese Kritik nicht, aber die Inszenierung war gruselig. Selten habe ich gesehen, dass soviele Hände sich beim Schlussapplaus nicht rühren wollten. Keine sehenswerten Charakterzeichnungen, kein Drama menschlicher Gefühle, nur die sinnlose Botschaft des „macht kaputt, was euch kaputt macht“ ? Damit ist nichts erreicht.
Elke Schneefuß , 18.02.18

Ich mach es kurz: Fantastische Inszenierung, grosses Schauspielertheater!
Stephan Lenze, 11.02.18

Michael Kohlhaas zwischen Slapstick und Horror Antú Romero Nunes nimmt die Story des Michael Kohlhaas und transferiert sie in unsere Zeit. Nunes konzentriert sich auf Bilder- und Körpertheater, um die Story, des um Gerechtigkeit kämpfenden Menschen, zu erzählen, die sich letztendlich in Gewalt und Terror wandelt, um vermeintliche Gerechtigkeit zu erhalten. Nunes geht es um den Widerstand der Wehrlosen, der aus berechtigtem Grund beginnt, aber in einem terroristischen Blutbad endet. Die kohlhaas‘sche Selbstjustiz kann als Austritt aus dem Gesellschaftsvertrag verstanden werden. Michael Kohlhaas bleibt aktuell. Angesichts zunehmender Überwachung durch die Staatsgewalt stellt sich die Frage, worin sich die Integrität des Bürgers als Rechtssubjekt begründet und wann sie verletzt wird. Und die Frage, welche Berechtigung Widerstand gegen den Staat auf Grund beschnittener Rechte hat, und wie dieser zu leisten und zu vertreten ist. Mit Heiner Müller gesprochen: „Das Gesetz bedeutet nicht die Befriedung, denn unter dem Gesetz tobt der Krieg immer weiter und zwar innerhalb sämtlicher Mechanismen der Machtausübung, auch wenn sie anscheinend völlig reibungslos funktioniert“. Nunes Slapstick hat etwas bösartig, demaskierendes in seiner Langsamkeit und Trostlosigkeit, wodurch das Lachen immer im Halse stecken bleibt. Nunes liefert in den ersten 40 Minuten eine entlarvende Studie des Bürokratismus deutscher Arbeitswelt. In diese dahinsiechende Ruhe des bürgerlichen Lebens bricht die vernichtende Information des Bankrottes der Gebrüder Kohlhaas, die sie zu Wutbürgern werden lässt und in einem vernichtenden Horrortrip endet. Nunes ein Meister des emotionalen Theaters schafft eine Bearbeitung des Kohlhaas-Stoffes, die über starkes Bildertheater den Geist der Zeit trifft und die Brisanz des Textes auch in unserer Zeit deutlich macht. Abgerundet wird diese Inszenierung durch die exzellente Redaktion des Programmheftes von M. Günther und seine einführende Performance, die der Prolog der Inszenierung im Foyer ist.
Reiner Schmedemann, 11.02.18

Mir persönlich anfangs zu langgezogen und klamaukig - das langweilt mich schnell. Ich fühlte mich da an die russischen Clowns erinnert, die ich nicht gerne mag. Aber das Zirkusartige sollte wohl so und der eine oder andere Überraschungseffekt hielt mich dann immerhin 1 3/4 vom Gehen ab.
Sara Burghoff, 11.02.18

Ich muss schon sagen, das Stück war eine Zumutung. Leider gab es keine Pause, die hätte ich nämlich für den Heimweg genommen, Unhöflich wollte ich auch nicht sein und während der Vorstellung gehen. Allerdings den Schaupielern wurde das Höchstmaß an Schauspielkunst abverlangt und dieser wurden sie in überragender Vollendung gerecht. Dafür alleine hat sich für mich der Vorstellungsbesuch gelohnt.
Vera Hviid, 11.02.18

Herrlich! Zuerst pantomimisch, und dann geht's los....die Kostüme sind grandios! Jajaja! Ich will auch wie Koolhaasen sein!
Caroline Schönfeldt, 07.02.18

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