Before Us, Uhe Deluge

Before Us, T
he Deluge

Foto: Armin SmailovicFoto: Armin SmailovicFoto: Armin SmailovicFoto: Armin SmailovicFoto: Armin Smailovic

Ja, für eine Fahrt ans Mittelmeer, Mittelmeer, Mittelmeer, geb’ ich meine letzten Mittel her, Mittel her, Mittel her - Die Goldenen Zitronen: Wenn ich ein Turnschuh wär

 

Eine illustre Gesellschaft hat sich an Bord eines Luxusdampfers versammelt. Doch wo wollen all diese tollen Leute eigentlich hin? Ihre letzten Mittel mussten sie für die geheimnisvolle Fahrt jedenfalls nicht hergeben. Sie wissen, sich elegant zu kleiden, schätzen die französische Küche und sind es gewohnt, bedient zu werden. Die Sänger, Tänzer, Künstleragenten und (Möchtegern-)Bohémiens beschäftigen angegriffene Stimmbänder mehr als der bevorstehende Flüchtlingsansturm auf die Tore Europas. Selbst der ebenfalls auf dem Schiff anwesende Reise-Reporter fühlt sich stärker zur genauen Beobachtung junger Schönheiten berufen, als sich für die internationalen Krisenlage zu interessieren. Nur eine rätselhaft modebewusste Dame scheint von der Welt außerhalb des Schiffssalons etwas mehr zu wissen als die passenden Tanzschritte zur Musik der nur vorgeblich aus Osteuropa stammenden Bordkapelle: „Tam, Tam, Tam... irgendwo da draußen wird an Zäunen gebaut, um die Festung zu sichern. Tag und Nacht.“

 

Was geschieht nun, wenn diese Zäune plötzlich durchlässig werden? Wenn sich der Chor der Heizer zur Flüchtlingsschar verwandelt und Einlass in die exklusive Schiffsgesellschaft fordert. Wenn der staatenlose Matrose, der seine Papiere verloren hat, zum unerwünschten Staatenlosen wird und zwischen Grenzen hin und her geschickt wird. Wenn die Balletttänzerin mit den Neuankömmlingen ein heidnisches Fruchtbarkeitsritual choreographiert und der Journalist einem junges Flüchtlingsmädchen in die Augen schaut. Wenn sich also Menschen begegnen, die sich sonst nie begegnen würden.

 

Diese Kollision von nicht Zusammengehörigen ist es, die der begeisterte Sänger, Segler und Regisseur Schorsch Kamerun in „Vor uns die Sintflut“ herausfordert. Um sich geschart hat er hierzu in elbnaher Zeltspielstätte ein furchtloses Ensemble, 3 Hamburger Musiker im Balkankostüm und über 20 Chorsänger, die keine Seemannslieder erklingen lassen werden. Und wie aus dem nichts tritt die größte Diva aller Zeiten (Special Guest: Nadja Tiller) noch ein letztes Mal auf und singt ihr schönstes Lied.

 

Das Thalia Zelt steht bis Mitte Oktober am Strandkai, Nähe Marco-Polo-Terrassen / Unilever-Haus. Wir empfehlen die Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln: U3 (Baumwall), U1 (Messberg), Metrobusse 3, 4 und 6 (HafenCity/Marco- Polo Terrassen). Parkmöglichkeiten: im Unilever-Haus (Strandkai 1 / Hübenerstraße), in der Tiefgarage des Überseequartiers (Überseeallee 3) sowie im Parkhaus Speicherstadt (Am Sandtorkai 6-8).

 

Premiere 4th September 2010, Thalia Tent (HafenCity) 

 

Mit freundlicher Unterstützung der HafenCity Hamburg