Die grünen Kinder

The gree
n children

Lesung und Gespräch mit Literaturnobelpreisträgerin Olga Tokarczuk 8. September 2020
Karpati&Zarewicz/ZAIKS

Bizarr ist unsere Welt und das gilt auch für die ­faszinierenden neuen Erzählungen von Olga Tokarczuk. Die polnische Autorin liest gemeinsam mit Ensemblemitgliedern aktuelle Texte. Die Journalistin und Lektorin Olga Mannheimer, die auch ihre Dolmetscherin ist, moderiert den Abend und führt das Gespräch zu Leben und Werk.

Worin besteht das Gefühl, dass etwas ­»bizarr« sei? Wo hat es seinen Ursprung? Ist das Bizarre eine Eigenschaft der Welt oder liegt es in uns? Olga Tokarczuk schubst uns aus der Komfortzone, lässt uns spüren, dass die Welt immer weniger zu fassen ist. Mit den Mitteln der Groteske, des schwarzen ­Humors, Elementen aus den Genres Fantasy und Horror führt sie uns vor Augen, dass in der Wirklichkeit, wie wir sie zu kennen glauben, nichts ist, was es scheint.

Den Nobelpreis erhielt Tokarczuk „für die erzählerische Vorstellungskraft, die mit enzyklopädischer Leidenschaft das Überschreiten von Grenzen als Lebensform" repräsentiere. Die Freude der polnischen Regierungsvertreter über die Ehrung fiel dezent aus – vertritt doch die Preisträgerin jene Strömung, die der offiziellen, Polen heroisierenden Erinnerungspolitik zuwiderläuft. Zu den von der nationalkonservativen PiS tabuisierten Themen gehört die Mitschuld Polens an der Verfolgung der Juden. Deren Diskriminierung bildet den Hintergrund des opulenten Romans "Die Jakobsbücher", der in der nächsten Spielzeit am Thalia Theater seine deutschsprachige Erstaufführung haben wird.

Mit freundlicher Unterstützung der Hapag-Lloyd AG

 

»Olga Tokarczuks Werk zeigt in exemplarischer Weise, welch innovative Formen künstlerisches Erzählen im
21. Jahrhundert an­nehmen kann.
Damit setzt sie Maßstäbe für die Weltliteratur.«

Gerhard Gnauck / Neue Zürcher Zeitung

 

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