Caligula

Mit fünfundzwanzig Jahren, ungefähr im gleichen Alter wie seine Hauptfigur, schrieb Camus sein erstes Bühnenstück "Caligula". Sich einer politischen Interpretation des Stückes erwehrend, bezeichnete er das Stück als Tragödie der Erkenntnis. Als der junge, römische Kaiser Caligula sich eines Tages in der Erkenntnis verliert, dass die Menschen sterben und nicht glücklich sind, fühlt er sich der Welt wie ein Fremder gegenüber gestellt. Sie scheint ihm absurd zu sein, ohne Sinn, ohne Unterschied zwischen Gut und Böse, Glück und Leid. Vom Verlangen nach dem Unmöglichen besessen, beginnt er, durch Mord und Verachtung den Menschen die Beliebigkeit aller Werte zu lehren. Seine Schreckensherrschaft breitet sich wie die Pest über das Reich aus. Caligula entvölkert die ihn umgebende Welt und tut zugleich alles, um seinen Gegnern Waffen an die Hand zu liefern. So willigt er in seinen eigenen Tod ein, um der Absurdität der Welt zu entfliehen. Caligula ist die Geschichte eines Selbstmordes auf höherer Ebene und zugleich die Geschichte des menschlichsten und tragischsten aller Irrtümer: das Leugnen der menschlichen Gemeinschaft. Es ist nicht möglich, alles zu vernichten, ohne sich selbst mit zu zerstören.

Eine Übernahme aus dem Deutschen Theater Berlin, ermöglicht durch die

Hamburg-Premiere am 1. Oktober 2009 um 20 Uhr im Thalia in der Gaußstraße


Einladungen:

Shanghai Dramatic Arts Center
10.-13. Juni 2010

Pressestimmen zu Caligula
  
Kommentare

Ich danke für den unangenehmen Abend und wünsche mir viele mehr!
Endlich!
Noch bevor ich den Saal betreten habe, war mir das Stück unangenehm, war die Situation nervig und beklemmend - obwohl ich nicht eine der "Portraitierten" war. Die Zuschauer so warten zu lassen, so zu zwingen, am Stück teilzunehmen, und immer wieder in die Lage zu versetzen, sich äußern zu müssen, sie, also uns, ja eindeutig aufzurufen aktiv zu werden, war und bleibt ein beklemmendes Gefühl. Nie zu wissen, welche unangenehme Idee dem jungen
Caligula als nächstes kommt, das war durchaus von vielen Seiten unerwünscht. Dafür danke ich, und wünschte, alle anderen Inszenierungen würden sich davon eine Scheibe abschneiden. Theater darf nicht bequem sein, darf nicht zulassen, dass sich die Zuschauer zurücklehnen. Es darf nicht sein, dass das Geschehen auf der Bühne im Gegensatz zu dem davor nur als Spiel gesehen wird. Sonst minimiert es sich selbst auf den reinen Unterhaltungswert. So aber müssen wir uns anhören, dass es 200, also den vollen Saal braucht, um Caligula zu stoppen.
Ich danke für den unangenehmen Abend und wünsche mir viele mehr!
H. Bennett, 20.05.12

Toll gespielt
Toll gespielt! Super Körpereinsatz! Franziska Hartmann hat sich fantastisch entwickelt, an Kontur, Präsenz, Härte, Reife gewonnen. Danke!
Aus dem Gästebuch, 27.10.11

Bedrückend und beeindruckend
Caligula am 9.10.11 Ein Mensch kann sich einmal töten. Wenn ein König mit seinem Königreich als Einheit betrachtet wird kann der König die Selbsttötung 100fach, tausendfach, 10.000fach vollziehen. Genau dies tut Caligula in einem grandiosen, verzweifelten Wahnsinn. An seiner Seite seine ihn rechtfertigende, wegsehende Gefährtin, grandios von Franziska Hartmann gespielt. Ihre schauspielerische Entwicklung in den letzten Jahren ist grandios, sie hat an Bühnenpräsenz, Kontur, Ausdruck, Stärke und Spektralität extrem dazugewonnen, sich phantastisch entwickelt. Aus der ganz netten und hübschen Jungschauspielerin ist eine Vollblutschauspielerin geworden, schon ihr Blick verrät es. Ein ganz grosses Kompliment auch an die übrigen Schauspieler, denen neben schauspielerischem Können auch körperliche Höchstleistungen abverlangt wurden. Bedrückend und beeindruckend. Von Nicola Lange
Nicola Lange, 11.10.11

Großer Lob und Dank
Thalia Gaußstraße "entdeckt", zuletzt Caliguga und Atropa die Rache des Friedens gesehen, voller Begeisterung über engagierte, großartige Regieleistungen mit dem vorzüglichen Thalia-Ensemble (!!!), das Publikum mitgenommen, einbezogen, tolle Atmosphäre und spannende Diskussionsrunden nach aufregenden, nachdenkenswerten Aufführugen etc. etc.etc. Ich möchte hier einmal der Intendanz für die Auswahl der Stücke, für alle Aufführungen in der Gaußstraße danken. Das ist Theater, das die junge und die ältere Generation, zu der ich mich "leider" schon zählen muss, gleichermaßen anzieht. Ich kann allen nur empfehlen, die inhaltsvollen oft auch provokanten Inszenierugen in der Gaußstraße zu besuchen. Ich habe eine Zeit gebraucht, um den Weg vom Großen Haus dorthin zu gehen. Es hat sich wahrlich gelohnt. Ich werde es weiter tun, ohne das Große Haus zu vernachlässigen. Ein großes Lob also für alle Beteiligten an den oft aufrüttelden Inszenierungen!!! Herzlichen Dank und weiter so, freue mich schon auf die neue Spielzeit, komme aber im Juni auch noch, um das eine oder andere Stück nochmals zu sehen!
Rolf Döring, 24.05.11

Caligula in Shanghai
Das hat uns in Shanghai auch einen schoenen Abend gegeben.
zhang xiaoxi, 12.06.10

Mehr!
Es war ein ganz toller Theaterabend! Ich möchte gern mehr von Mirco Kreibich sehen. Aber wo war Daniel Lommatzsch? Mit erneut winterlichen Grüßen Doris Appelt
Doris Appelt, 22.02.10

Auch für mich als Schüler leicht zugänglich
Sehr schön. Auch für mich als Schüler leicht zugänglich gemacht. Die Gesellschaftskritik wird einem so stark verinnerlicht, dass man manchmal Tränen nicht mehr halten kann.
Tarek Hassan, 09.12.09

Caligula ein intensiver Theaterabend
Das war schon in Berlin ein intensiver Theaterabend, - aber, - wie hier gerade bewiesen wurde, war (ist) diese Intensität noch steigerungsfähig. Caligula am Thalia – das werde ich noch mal sehen müssen! Und das liegt nicht allein an Mirco!
aus dem Gästebuch, 18.11.09

Mein Kommentar

Bitte verschicken Sie keine Karten- oder sonstige Anfragen über die Kommentar­funktion. Über die Kommentar­spalte gestellte Anfragen werden nicht beantwortet. Für Fragen zu Programm etc. steht Ihnen das Karten­telefon unter 040. 32 814 – 444 oder die Email­adresse theaterkasse@thalia-theater.de zur Verfügung.

Mit dem Versenden dieses Kommentarformulars erklären Sie sich damit einverstanden, dass die von Ihnen angegebenen Daten elektronisch erfasst, gespeichert und auf unserer Webseite veröffentlicht werden. Wir verwenden Ihre Daten ausschließlich zur Veröffentlichung Ihres Beitrags. Ihre Einwilligung kann jederzeit widerrufen werden, z.B. per E-Mail an widerruf@thalia-theater.de. Ihr Beitrag und Ihre persönlichen Daten werden dann gelöscht. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.