Tartuffe

Tartuffe
von Molière
Regie Stefan Pucher

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Tartuffe im Thalia, grellbunte Kostüme, gelangweilte Schauspieler auf einer Drehscheibe, die das Spielfeld eigentlich nicht verlassen, ABBA-Songs - die 70er Jahre mit viel Individualisierung lassen grüßen! Die ganze Familie steht zwar gegen den Hausherrn, der als Einziger vom Eindringling Tartuffe schwärmt. Aber ein Protest der lediglich aus Worten, aber ohne Taten besteht, funktioniert nicht. Schnell merkt man, warum - Tartuffe ist die einzig wahre Persönlichkeit. Jörg Pohl darf wirklich spielen, er darf klassische Kostüme tragen. Wie in "House of Cards" beginnt man mit dem Bösewicht zu sympathisieren und alle anderen zu verachten. Einzig der viel zu große Kragen erinnert an einen Hochstapler. Das Desaster nimmt seinen Lauf und man ist eigentlich zufrieden, als der Schurke sein Ziel erreicht hat. So eine Rafinesse in einer antriebslosen Familie muss belohnt werden. Aber wie der König im Originalkontext kommt am Ende die deutsche Obrigkeit alles wieder in Ordnung. Eine mutige Neuinterpretation des Klassikers, vordergründig grell und flach, aber sie bewirkt ein Nachdenken, ein Grübeln, wie man sich selber verhalten würde, wenn die eigene "Wohlfühlstimmung" gestört wird und man für Überzeugungen eintreten muss. Und damit war eine mutige und lohnende Inszenierung.
Dirk Schneefuß, 26.12.17

Tartuffe und das Programmheft Das Programmheft bringt uns auf die Spur. Es geht um den Informationskapitalismus und Informationsökonomie. Das Spiel ist, auf Kosten der anderen einen Vorteil zu erzielen. Dazu bedient man sich des Fallenstellens, das Fangen von Menschen, die aus Erfahrung misstrauisch sind. Dieses Modell der „rational choice theory“ verbarg man noch hinter dem harmlosen Begriff „Spieltheorie“. Tartuffe das Spiel eines Betrügers, eines Menschenfängers eines absoluten Egoisten. Dies versucht Pucher in grellen Farben und manierierter Spielweise zu verdeutlichen. Auch wenn etliches an H. Fritsch erinnert, bleibt es farblos und leider seicht, statt bissig. Die Abba-Songs im neuen musikalischen Gewand, mehr düster als beschwingt, aus meiner Sicht ein interessanter Ansatz, der aber kein geschlossenes Regiekonzept darstellt. Die Videos von M. Dresenkamp ein Gewinn, im Stil von M. Ferreri (Das große Fressen) aber letztlich zu schwach, um diesen Tartuffe bösartig und bissig daher kommen zu lassen. Retten was zu retten ist, war dann Aufgabe der Schauspieler*innen, was besonders J. Pohl, V. Trauttmansdorff und S. Siegmund zu verdanken war. Grandios Scheitern mit einer Idee, die auf unsere Informations- und Kommunikationsstrategien reflektiert, um sie zu entlarven, ist mehr wert als eine gute Kritik. Ein Theaternarr
Reiner Schmedemann, 11.10.17

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