Charles Manson: Summer of Hate

Charles Manson: Summer of Hate – Das Musical
Ein musikalischer Trip zwischen L.A. und dem Death Valley
von Stefan Pucher, Christopher Uhe und Susanne Meister



In den späten 60er Jahren ist Amerika mitten in einer wütenden Rebellion. Minderheiten, Frauen und die Jugend haben genug von der Verachtung des Establishments, von der Missachtung ihrer Rechte. Mehr und mehr regt sich Widerstand dagegen, dass junge Amerikaner in einen korrupten Krieg geschickt werden. Im August 1969 singen beim Woodstock Festival 400.000 Zuschauer Country Joes Anti-Vietnam-Song. What are we fighting for?
In Kommunen versuchen junge Menschen, einen neuen Lebenstil zu entwickeln, weit weg von den Normen und Vorstellungen ihrer prüden 50er-Jahre-Eltern. Eine hoffnungsvolle Gegenkultur im Höhenflug des Gemeinschaftsgefühls, im Aufbruch in eine neue, gerechtere Gesellschaft.

Auf der Spahn Ranch, einem ehemaligen Western-Movie-Filmset in der Nähe von Los Angeles, hat der charismatische Kleinkriminelle Charles Manson eine Gruppe orientierungsloser junger Outcasts des prosperierenden Amerikas als Groupies versammelt. Sex und Drogen und der damit einhergehende Lifestyle beherrschen den Alltag. Mit seinen Anhängern hat Manson eine Band gegründet, „The Family Jams“, für die er Songs komponiert und textet. Größen des Musik-Business wie Neil Young und Dennis Wilson von den Beach Boys umgeben sich gerne mit dem exzentrischen Musiker und seiner Band. Die Chance, ein Rockstar zu werden, scheint zum Greifen nah…

Am 9. August 1969 dringen in den frühen Morgenstunden vier Anhänger Mansons in das Haus von Filmregisseur Roman Polanski ein. Brutal ermorden sie Polanskis hochschwangere Frau Sharon Tate, eine berühmte Schauspielerin, und deren Gäste. Mit dem Blut ihrer Opfer hinterlassen die Mörder Menetekel an den Wänden: „Death to Pigs“, „Rise“ — Warnungen, die weit über Los Angeles hinaus gehört und gefürchtet werden. Panik regiert bei den Celebrities in den Hollywood Hills. Verbissen versuchen Polizei und Presse, den Tätern auf die Spur zu kommen.

Charles Manson – Summer of Hate: Das Musical ist ein Trip zwischen den Welten der Tonstudios, der Hollywood Hills, Venice Beach und der Spahn Ranch, irgendwo zwischen dem Überfluss des Rockstarlebens in Dennis Wilsons Villa und der Lebensmittelbeschaffung aus den Müllcontainern der kalifornischen Zivilisation. Von Charles Mansons fanatischer Begeisterung für die Beatles geht es über Neil Youngs düstere Visionen von Millionen über L.A. herfallender Strandbuggies bis hin zum popkulturellen Echo der Family bei Richard Kern, Lydia Lunch und Sonic Youth im Song „Death Valley ’69“.

Die Musik des Stücks stammt von Mansons Schallplatten „The Summer of Hate“, „LIE — The Love and Terror Cult“ und „The Family Jams“ sowie von deren musikalischer Peripherie. Dabei werden verschiedene Ebenen der Popkultur erforscht, die um Charles Manson als gescheiterten Musiker kreisen. Die junge Hamburger Band „Trümmer“ liefert unter Leitung von Christopher Uhe, dem langjährigen musikalischen Begleiter Stefan Puchers, den Live-Soundtrack dazu und zeichnet Stationen auf Mansons musikalischem Weg nach.


Uraufführung am 26. September im Thalia Theater
Besetzung

Regie
Stefan Pucher

Musikalische Leitung
Christopher Uhe

Bühne
Stéphane Laimé

Kostüme
Tabea Braun

Video
Phillip Hohenwarter

Dramaturgie
Susanne Meister

Darsteller
Alicia Aumüller
Franziska Hartmann
Tabita Johannes
Miriam Joya
Jörg Pohl
Sebastian Rudolph
Maja Schöne
Tilo Werner

Live-Band
TRÜMMER 
(Paul Pötsch: Gesang & Gitarre, Tammo Kasper: Gesang & Bass, Maximilian Fenski: Schlagzeug, Helge Hasselberg: Keyboards)
 
Pressestimmen zu Charles Manson

Rezensionen der Thalia-Schülerbotschafter 

Videos

Kommentare

Kein Standard Musical
Mutig, Mutig
wer kein standard musical sehen will, wird hier nicht enttäuscht. zwar ist mir die ganz aussage des stückes nicht ganz klar, manche szenen wirken etwas deplatziert. Im großen und ganzen sehenswert, wenn man sich mit diesen ernsten und zum teil sehr grausamen themen befassen und weiterhin beschäftigen möchte, sprich das stück ist zu kurz (1std45min), um alle beweggründe etc angemessen darzustellen, allerdings ist theater auch kein medium zur tiefgreifenden psychoanalytik. dies ist ein stück zwischen allerei, musical, komödie, biografie und mehr!
Hanna Waldrich, 07.10.14

Mutige Inszenierung
Gute und mutige Wahl des Stoffes, ein interessanter Blick auf Zugehörigkeit und Hörigkeit bei der Suche nach Sinn und/oder Zerstreuung . Ich war mitgerissen von Spielfreude und Phantasie- was können diese Darsteller eigentlich nicht?. - Mutiges sollte immer seinen Platz haben im Spielplan- das Abendblatt wird nicht alles verstehen, ist auch nicht nötig für ein Haus mit diesen Darstellern, Regisseuren, Ausstattern...und -Innen.Bitte weiter öfter wilder.
Marcus Wolf, 30.09.14

Anbetung amerikanischer Kultur?
Irgendwie habe ich das Gefühl dass man nicht mehr alle Tassen im Schrank haben muß, um hierzulande ein Musical über Manson zu machen. Die geradezu hündische Anbetung amerikanischer Kultur in Deutschland scheint keine Grenzen zu kennen.

Jörg Langsdorf, 29.09.14

Mein Kommentar

Bitte verschicken Sie keine Karten- oder sonstige Anfragen über die Kommentar­funktion. Über die Kommentar­spalte gestellte Anfragen werden nicht beantwortet. Für Fragen zu Programm etc. steht Ihnen das Karten­telefon unter 040. 32 814 – 444 oder die Email­adresse theaterkasse@thalia-theater.de zur Verfügung.