Vorstellungen am Dienstag, 16. Juli 2013

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Medea - Das Goldene Vlies


 

Medea – Das Goldene Vlies
von Franz Grillparzer
Regie Jette Steckel

„Kolchis. Wilde Gegend“ – so beginnt der Dramatiker Franz Grillparzer seine Trilogie der Medea, der Tochter des Königs Aietes, der großen Liebenden, die aus Liebe zur Retterin und Mörderin wird.

Ihr Mythos lebt seit der Antike. Bis in die Gegenwart wird er immer wieder neu überschrieben. Es ist Medeas Ende, das sie berühmt gemacht hat: die monströse Verzweiflungstat, der Mord an ihren eigenen Kindern. Wie jedes grausame Ende einer Geschichte hat auch dieses eine Vorgeschichte.

„Kolchis. Wilde Gegend“ – hier, am Ufer des Schwarzen Meeres landet der griechische Held Phryxus. Sein Schiff hat ein goldenes Vlies zum Segel, ein geheimnisvolles Widderfell. Aietes, der König von Kolchis, erschlägt seinen Gast und raubt das goldene Vlies. Die junge Medea ist Zeugin des Mordes. Jahre später erreichen die Argonauten aus Griechenland Kolchis und fordern das goldene Vlies zurück. König Aietes plant, ihren Anführer Jason zu vergiften. Doch Medea rettet den Fremden, in den sie sich verliebt, opfert ihm Vater und Bruder und flieht mit ihm. Nach langer Irrfahrt, in Jasons Heimat nicht willkommen geheißen, gelangen sie nach Korinth und bitten um Asyl. Kinder sind inzwischen geboren, doch die Liebe ist erloschen. Medea bleibt hier eine Fremde. Jason geht eine Beziehung zur jungen Königstochter Kreusa ein, Medea gibt er preis. Entwurzelt, den Verrat nicht verwindend, holt sie zur Rache aus und bekennt: „Man hat mich bös genannt, ich war es nicht: Allein ich fühle, dass man's werden kann.“

Regisseurin Jette Steckel – die am Thalia zuletzt Nino Haratischwilis „Das achte Leben (Für Brilka)“ und Shakespeares „Der Sturm“ inszenierte – erzählt in einem weitausholenden Bogen Medeas tragische Geschichte als eine Kette von Gewalterfahrungen, Rechtsbrüchen, Verrat und Ausgrenzung. Eine Migrationsgeschichte und ein unter Hochspannung gesetztes Beziehungsdrama: Jason und Medea.


Premiere am 20. Oktober 2018,
Thalia Theater