Vorstellungen am Dienstag, 16. Juli 2013

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Geisterseher

 

Geisterseher
nach Friedrich Schiller
Regie Antú Romero Nunes

Schiller hielt es für „Schmiererei“, was er da als Aufreißer für sein verkaufsschwaches Intellektuellen­-Blatt „Thalia“ hinschrieb. Doch „Geisterseher“, die Sex­, Drogen­ und Gangsterstory vom reichen Prinzen, den unerträglicher „Realitätsterror“ in die Ferne treibt, um dort die „Schranken der Gegenwart“ niederzureißen, dieser Youngster­Thriller wurde prompt ein Hit.
Der junge Spross eines deutschen Fürstenhauses hat seine Familie verlassen und lebt seitdem ohne Profession und Sorgen vom Geld seiner Eltern in Venedig. Doch das Auftauchen eines rätselhaften Armeniers und eine Reihe von Todesfällen bereiten der Ruhe ein Ende. Die Mysterien im Leben des Prinzen häufen sich – und da man sich der eigenen Hyperaufgeklärtheit ja nie hundertprozentig sicher sein kann, entschließt er sich tapfer zur Teilnahme an einer Séance.
Ein Stück über Vernunft, Glaube, Irrsinn und einen Strudel aus Rausch und Erkenntnis, in dem sich die Schillerschen antagonistischen Triebe „Form“ und „Spiel“ gegenseitig ausstechen.

2009 hat die Diplominszenierung des jungen Regisseurs AntúRomero Nunes mit seinen Mitabsolventen der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“, Jirka Zett und Paul Schröder, am Maxim Gorki Theater Berlin für großes Aufsehen gesorgt. Mit Beginn der Spielzeit 2018&19 kommt Jirka Zett als festes Ensemblemitglied ans Thalia Theater – und ist mit Paul Schröder und Hausregisseur Antú Romero Nunes wieder an einem Haus vereint. Das soll Anlass für die Wiederaufnahme des „Geisterseher“ sein, mit dem vor neun Jahren alles begann.

Thalia Gauß