Dritte Republik

 

Dritte Republik
von Thomas Köck
Regie Elsa-Sophie Jach
und Thomas Köck
Uraufführung
 

Eine Landvermesserin und ihr Kutscher irren durch einen Schneesturm. Es ist das Jahr 1918 – ihr Auftrag ist die Neuvermessung der Landesgrenzen. In der Undurchsichtigkeit des Sturms treffen die beiden immer wieder auf unterschiedliche Figuren der Geschichte und damit auf unterschiedliche Versionen einer europäischen Idee.
Eine dieser Figuren ist der Hamburger Reedereidirektor und Visionär transnationalen Handels Albert Ballin. In den von ihm gegründeten Auswandererhallen auf der Veddel wurden Auswanderer auf ihre Ausreise in die USA in den Zwischendecks der Kreuzfahrtschiffe der HAPAG vorbereitet. Ballin, glühender Anhänger der Monarchie, nahm sich am 9. November das Leben – dem Tag der Ausrufung der ersten demokratischen Republik in Deutschland.

Wie vor 100 Jahren sind unsere Zeit und die Menschen von Haltlosigkeit und Krise geprägt. „Dritte Republik“ beschreibt ein Verfassungskonzept für ein autoritäres Europa, in dessen Logik der Nationalstaat als erste und Europa im Jetztzustand als zweite Republik vorausgehen. Das Stück entwirft die Dystopie eines autoritären und neoliberalen Staatenbunds – ausgelöst durch den Rechtsruck mehrerer europäischer Länder und durch die explosive Verbindung von Markt und Staat.

Der junge Österreicher Thomas Köck gehört zu den interessantesten gegenwärtigen Autoren für das Theater. Anlässlich des hundertsten Jahrestags des 9. November 1918 hat das Thalia Theater ihn gebeten, über den Wandel, aber vor allem die Zukunft Europas nachzudenken.
Die Regisseurin Elsa-­Sophie Jach ist Absolventin der Hamburger Theaterakademie. „Dritte Republik“ ist ihre erste gemeinsame Arbeit am Thalia Theater.

Premiere am 2. November 2018, Thalia Gauß