Checkpoint Woodstock

 

Checkpoint Woodstock
von Marina Davydova
Regie Marina Davydova
Uraufführung

 

„Russland liebt es, Jubiläen und Geburtstage zu feiern.
Anlässlich des kommenden 50. Geburtstags von Woodstock wurde hier in Moskau auf persönliche Bestellung von Vladimir Putin das
Checkpoint Woodstock Museum errichtet und dem Besuch des US­Präsidenten Donald Trump gewidmet. Wir heißen auch alle auswärtigen Gäste herzlich willkommen zu diesem wichtigsten Kulturereignis unserer Hauptstadt,“ heißt es zur Begrüßung der Besucher bei der feierlichen Eröffnung des Woodstock­-Museums in Moskau.

Die Zeremonie ist stilistisch eine Reminiszenz an die TV­Serie „Santa Barbara“, die Oscar­Verleihung und die Konzert­-Gala, die alljährlich zum „Tag der Polizei“ im Kreml stattfndet. Es gibt Grußbotschaften amerikanischer Farmer, die Russlandfähnchen schwenkend „Imagine“ singen, Frauenchöre verschiedener russischer Kleinstädte, die Songs von Janis Joplin und Jimi Hendrix einstudiert haben, Moskauer Schülerbotschafter, die die Biografen berühmter Beatniks auswendig rezitieren, die Formel von LSD an die Tafel schreiben und die psychedelische Wirkung referieren.

„Checkpoint Woodstock“ ist – im Angesicht einer Zeit, in der sich in Ost und West mehr und mehr rechte Bewegungen formieren – ein Requiem auf die Ära der 68er. Die performative Installation erzählt von sozialen Utopien und verlorenen Illusionen und ist zugleich eine Einladung zum Perspektivwechsel: Die russische Theatermacherin, Autorin und Leiterin des NET­Festivals Marina Davydova, der Bühnenbildner Zinovy Margolin und der Komponist Vladimir Rannev werfen zusammen mit einem internationalen Ensemble, von Moskau aus westwärts schauend, einen Blick zurück nach vorn, in unser aller Zukunft.


Premiere im April 2019,
Thalia Gauß






Koproduktion mit dem Lithuanian National Drama Theatre Vilnius in Kooperation mit dem HAU Hebbel am Ufer Berlin und dem Gogol Center Moskau.