UNART

BEST OF UNART 2018
13. April 2018 um 18 Uhr, Thalia Gaußstraße


4x7 UNART-Gruppen haben Anfang des Jahres in Berlin, Dresden, Frankfurt/Main und Hamburg ihre jeweils 15-minütigen Performances in den Finalen präsentiert. Aus jeder Stadt wurden von Jurys zwei Gruppen für Best of Unart nominiert. Diese acht Performances werden nun noch einmal im Thalia Gaußstraße gezeigt, bevor sie am Deutschen Theater in Berlin zu Gast sind.
In acht Performances à 15 Minuten zeigen über 50 Jugendliche zwischen 14 und 20 Jahren selbst entwickelte Projekte über das eigene Leben und über das, was sie in der Welt bewegt. Unterstützt wurden die Jugendlichen von professionellen Künstler-Coaches. Der Jugendwettbewerb unart ist eine Initiative der BHF-BANK-Stiftung in Kooperation mit dem Deutschen  Theater Berlin, dem Staatsschauspiel Dresden, dem Schauspiel Frankfurt und dem Thalia Theater.

Moderation  Jennifer Gifty-Lartey

1  ICH BIN EINE PERFORMANCE (DRESDEN)

Ich trage mich selbst zur Schau, erschaffe mich immer wieder neu. Ich bin Hauptdarsteller*in und Regisseur*in in einem. Meine Bühne ist überall. Das Netz, das Theater, mein Alltag. Ich ringe um die perfekte Darstellung meiner selbst, werde zu meiner eigenen Marke. Ich lache, weine, liebe, manipuliere. Ich esse Pommes. Ich kreise um mich und versinke in mir. In der Hölle des ewig Gleichen. Ich. Immer Ich. Ich. Ich. Ich könnte kotzen. Glaub ich mir? Bin ich echt? Wo ist der Ausgang aus meiner Selbstbezogenheit? Kannst du mich mal kneifen, bitte..
PERFORMER_INNEN: Fynn Richard Drechsler (18), Floria Funke (18), Lissy Jacobs (17), Karl Wieland König (17), Fee Weber (14)
COACH: Romy Weyrauch (Regisseurin und Theatermacherin)
KOOPERATIONSPARTNER: Kultur- und Jugendzentrum „White House“ (Peter Heilsberg)

2 HAPTISCH (KIEL)

Fünf junge Menschen, zwei große Kleiderhaufen und die große Frage: In wie viele Klamotten auf einmal passt jeder Mensch  hinein? Manchmal ziehen wir uns Schuhe an, die gar nicht zu uns passen, nur weil wir nicht der Norm entsprechen wollen oder eben grade doch. Es sind immer die anderen Sachen, die schneller, besser, schöner sind. Da baumelt man nun zwischen diesen verschiedenen Facetten und Eigenarten seiner selbst hin und her. Wir wollen von außen nach innen diesen Verschiedenheiten oder auch Ähnlichkeiten auf die Spur gehen.
PERFORMER_INNEN: Raphael Brede (18),  Lara Maria Humm (18), Paul Joost (18), Thoja Steenbeck (18), Marisa Vorlauf (18)
COACH: Philipp van der Heijden (Tänzer, Choreograf, Performer)

3 (N)ICH(T) EINFACH ICH (FRANKFURT AM MAIN)

Wer bin ich? Wer kann ich sein? Wer will ich sein? Bin ich, wer ich nicht sein will? Was macht mich aus? Welche Rollen nehme ich ein? Vertrete ich mich? Bin ich die, von der andere wollen, dass ich sie bin? Und Du?
PERFORMER_INNEN: Lucia Catarina Gauss (17), Bengi-Luna Paukner (16), Muriel Amelie Valentin (14) COACH: Wicki Bernhardt (Theatermacherin) 

4  DEADLINE

CARAMBA! Jetzt ma Budda bei die Fische, Zack Zack, ab in die Puschen und ab die Post! Jetzt zieht euch erstmal aus, sonst wird es hier viel zu heiß. Wir sind Meerjungfrauen und heiße K-Boys. Los ausziehen! Hopp, Hopp, Hopp, Hektik vor Inhalt – die Deadline naht …
PERFORMER_INNEN: Carla Colmorgen, Konstantin Kujat, Lasse Lehmann, Mustafa Eren Özdilberler, Marielle Folerzinski, Savina Rudra
COACH: Bjørn de Wildt (Theatermacher, Theaterpädagoge)

PAUSE

5  ANGST VOR MIR (BERLIN)

Die Angst – unsere Angst – eines der natürlichsten Gefühle, das viele Fragen aufwirft: Wovor hast du eigentlich Angst? Hilft Angst dir oder schränkt sie dich ein? Werden wir heute durch unsere Angst gesteuert? Und wie sah es in unserer früheren Kindheit aus? Hatten wir damals die gleichen Ängste wie jetzt? Wir haben über dieses Gefühl nachgedacht, gegrübelt, nachgeforscht, geschrieben, gedichtet, geschrien, gesungen, geguckt, gelesen, gezeigt und behauptet. Aber ist unsere größte Angst nicht eigentlich die vor uns selbst?
PERFORMER_INNEN: Rana Tuzlali, Luzie Priegann, Clara Biemer
COACH: Adrienn Bazsó (Schauspielerin, Theaterpädagogin), Judica Albrecht (Schauspielerin)

6  INSIDE-OUT (FRANFURT AM MAIN)

I bims 1 Theatergruppe. 7 Babos werden euch auf der stage flashen und eure eyes crashen. Läuft richtig bei uns von der Niceigkeit her. #yolo #deepshit #unart #noshamenogain #followforfollow – go check out our instagram @insideoutunart. Was bedeutet der Lebensabschnitt, in dem man kein Kind mehr aber auch noch kein Erwachsener ist?
PERFORMER_INNEN: Nathalie Becker (16), Ella Braun (16), Nicholas Hunsicker (16), Mauricio Jungnitz (17), Lorena Möller Palza (16), Jannis Termeer (17), Eliana Weiß (16)
COACH: Susanne Zaun (Regisseurin)

7  EINKREISEN

Wir wollen zusammen leben! – nicht nur zusammen wohnen – wir wollen Freiheiten streichen und Lebensraum tauschen – du wühlst in meinem Ich und ich wühle dich auf, und ich will es ja auch durchziehen, aber ihr geht mir auf den Sack, und ich will dir ja nah sein, dich aber nicht sehen und fass mich nicht an, ich will nicht am Rand liegen! Herpes gegen Herz!
9 Tage, 6 Leute, 2 Zimmer, 1 Bad und der Hund waren Teil eines Experiments: Ignoranz und Schuld prägen das Zusammenleben ebenso wie Liebschaften, Kuscheleien und Vertrauen.
PERFORMER*INNEN: Luisa Buchmüller (17), Josef Villao Crespo (18), Antonia Heiser (17), Till Pulkowski (18), Dario Seltmann (17), Anastasia Wackwitz (17)
COACH: Ariel Doron (Puppenspieler & Regisseur)
KOOPERATIONSPARTNER: Malwina e.V., Kinder- und Jugendhaus LOUISE (Jonas Trautmann)

8 PERSPEKTIVLOSIGKEIT

Drei Jungs und vier Mädels aus der Hip Hop Szene setzen sich mit ihren ganz persönlichen Zielen und auch mit dem Gefühl von Perspektivlosigkeit auseinander. Ihre Gedanken bringen sie in eigenen Rap-Texten aber auch mit unterschiedlichen Stilrichtungen aus dem urbanen Tanz zum Ausdruck.
PERFORMER_INNEN: Ali Rasaei (15), Anjelina Wustak (14), Emilia Czerniawska (15), Jette Wruck (14),
Martin Kammer (17), Mohammed Homaymes (20), Victoria Lucia Stodolski (14) 
COACH: AnDy Calypso (Tänzerin und Choreografin) 
DANK AN: Klabauter Theater (Leitung: Dorothee De Place) für den Probenraum


UNART Projektkoordination Hamburg

Projektleitung UNART Hamburg: Nehle Mallasch • Inspizienz: Michelle Affolter • Produktionsassistenz: Elif Nur Toka • Technische Koordination: Joanna Ossolinska • Bühnentechnik: Markus Alsen, Philipp Haußner, Jan Wiechmann und Team • Beleuchtung: Tilmann Cassens, Malte Zimmermann • Ton: Jacob Rothstein, Tim Jarchow • Leitung Thalia Jung & mehr: Herbert Enge
Städte-Koordination: Philipp Boos (Frankfurt am Main), Lukas Müller (Berlin), Christiane Lehmann (Dresden)
4-Städte-Koordination: Sigrid Scherer, BHF-BANK-Stiftung


UNART ist eine Initiative der BHF-BANK-Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Theater Berlin, Schauspiel Frankfurt, dem Staatsschauspiel Dresden und dem Deutschen Theater Berlin.

Foto: Severin Renke  
Die Jury für den UNART Jugendwettbewerb für multimediale Performances hat entschieden und beim Hamburg Finale am 6. und 7. Februar 2018 im Thalia in der Gaußstraße zwei Gruppen ausgewählt, die ihre Performances noch einmal beim Best of UNART in Hamburg und Berlin präsentieren dürfen.

Die Gewinnergruppen sind:

Die fünf Kieler Elise Stamp, Lara Maria Humm, Paul Joost, Raphael Brede und Thoja Steenbeck mit ihrer Performance HAPTISCH (Arbeitstiel: ANDERS SEIN).
Ihr COACH war der Tänzer, Choreograf und Performer Philipp van der Heijden.

Sowie Ali Rasaei, Anjelina Wustrack, Emilia Czerniawska, Jette Wruck, Martin Kammer, Mohammed Homaymes und Victoria Lucia Stodolski mit ihrer Performance PERSPEKTIVLOSIGKEIT.
Ihr COACH war die Tänzerin und Choreografin AnDy Calypso.

In der diesjährigen Finaljury: Rica Blunck (Tänzerin und Choreografin), Elisa Duca (Performerin, bösediva),
Matthias Günther (Dramaturg, Thalia Theater), Lena Kollender (Kuratorin Sommerfestival auf Kampnagel), Rike Möller und Anita Ukshini (ehemalige UNART Teilnehmerinnen).


Der Publikumspreis ging an folgende Gruppen:

1. Platz

PERSPEKTIVLOSIGKEIT

2. Platz
DER MENSCH VIER PUNKT IRGENDWAS

3. Platz
TRAUMPROJEKT EUROPA
In diesem Jahr unterstützt Samy Deluxe UNART 
Rezensionen der Thalia Schülerbotschafter

6. Februar 2018, Hamburg
Wer jemals behauptet hat, die heutige Jugend habe kein Interesse an Kultur und Theater und gammle den ganzen Tag vor sich hin, lebt nun wirklich hinter dem Mond! In dem diesjährigen Finale von UNART wird nämlich gezeigt, was herauskommt, wenn man kreative Jugendliche mit professionellen Künstlern zusammenarbeiten lässt. Und die Ergebnisse können sich wirklich sehen lassen: In sieben Performances werden Tanz, Theater, Musik und Vieles mehr gelungen und einzigartig kombiniert. So erhält das Publikum einen Einblick, wie die Jugend ihre Welt beurteilt.


Mal heiter, mal düster und eigentlich immer sehr kritisch sind die 15 minütigen Auftritte der Jugendlichen. Die durften sich dabei komplett frei entfalten und so ist jedes Stück nicht nur inhaltlich komplett anders, sondern auch die Umsetzung ist einzigartig. So werden zum Beispiel in „Selbstinszenierung“ von neun  SchülerInnen der Lessing Stadtteilschule Hamburg die sozialen Medien in Angriff genommen; mit dem Zwang der Selbstdarstellung und der Verlust der Realität schauspielerisch dargestellt; während gleichzeitig persönliche Berichte über schlimme Erlebnisse mit sozialen Medien vorgetragen werden. Ganz anders ist „Perspektivlosigkeit“. Bei dieser Performance rappen und tanzen sieben Jugendliche aus der Hip Hop Szene auf der Bühne und stellen ihre eigenen Ziele vor, auch das bedrückende Gefühl der Perspektivlosigkeit.

So ist jedes Stück einzigartig und besonders auf seine Weise. Auch wenn nicht alle Gruppen weiter nach Berlin zum nationalen UNART Finale ziehen können, so hat jede einzelne Performance für viel Eindruck gesorgt und war an diesem Abend ein voller Erfolg.
So auch die Gruppe OpenUp! - Mit ihrem Stück „Traumprojekt Europa“ nahmen OpenUp! nicht direkt an UNART teil, sondern stellten ihr Stück über Hoffnung und Flucht nach Europa als Gastauftritt vor. Mit viel Raffinesse bringt die Gruppe so ihre Träume, Wünsche und die harsche Wirklichkeit auf die Bühne, und das so gelungen, dass man sowohl Lachen als auch Weinen musste.

Und gerade darum muss man UNART nicht nur danken, sondern sollte es auch unbedingt  besuchen kommen! Denn bei dieser Initiative bekommen kreative und auch leider oft unterschätzte Leute die richtige Unterstützung und endlich eine Bühne, um all ihre Ideen zu präsentieren.  Was dabei herauskommt, sollte man auf keinen Fall verpassen.
Luise Lämmerhirt, Leibniz Privatschule Elmshorn, Jahrgang 11, Schülerbotschafterin des Thalia Theaters.

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Was für ein fulminanter UNART-Abend! Das Finale des Performance Wettbewerb Unart fand in Hamburg seinen Höhepunkt. Acht Performances wurden am letzten Tag präsentiert. 15 Minuten - nicht mehr und nicht weniger. Es wurden Geschichten erzählt, auf ganz unterschiedliche Weise. Reale Geschichten, die Jugendliche wirklich bewegen. Fragen, die sich jeder Jugendliche stellt: Wie geht es weiter, wie werden
wir in Zukunft leben? Was wird aus den Schutzsuchenden, die nach Deutschland kommen? Kann ich der sein, der ich wirklich bin? Fragen, auf die man erstmal keine Antwort weiß. Mutig haben sich über 50 Jugendliche an diese Fragen herangetraut und ihre ganz eigenen Antworten gefunden. Starke Gefühle kamen hierbei zum Ausdruck, mit viel Herzblut, Kreativität und Courage wurde dem Publikum ein großes Happening dargeboten. Eingebettet in darstellendem Spiel, Hip-Hop, Gesang und Musik. Begleitet von einer offenherzigen und lockeren Moderatorin. Danke UNART für den unartigen Abend und ebenfalls herzlichen Glückwunsch an die Gewinner des Finales in Hamburg, ihr habt es verdient!
Lukas Weisselberg, STS Poppenbüttel, Jahrgang 12, Schülerbotschafter des Thalia Theaters