Thalia Kantine

Sperrstunde. In der Theaterkantine sitzt ein letzter Gast: 50 Jahre Schauspieler, 50 Jahre Kantinenpflanze. Der Schauspieler Peter Maertens war schon während der Intendanz seines Vaters Willy am Thalia engagiert. Beim Feierabendbier mit der Wirtin öffnet sich der Blick in vergangene Jahrzehnte: Start der musikalischen Reise ist das Jahr 1960, in dem das Thalia Theater nach der Zerstörung des Krieges im neuen Gewand mit Shaws „Heilige Johanna“ wiedereröffnet wurde. Maertens erzählt von seinem Vater, von Boy Gobert, Robert Wilson und davon, dass das Thalia Theater mit seiner und Jürgen Flimms Hilfe vier Mal deutscher Theaterfußballmeister geworden ist. „Joachim Lux ist mein siebter“, grinst er, „Intendanten kommen und gehen – Chargenspieler bleiben bestehen!“


Alltag in der Kantine. Was passiert an einem Ort, an dem sich Schauspieler und Regisseure, Diven und Theatertechniker während laufender Proben und Vorstellungen begegnen? An dem Erfolge gefeiert und Flops bejammert werden? Als Geister der Vergangenheit entsteigen die Ensemblemitglieder Maertens‘ Erzählungen im Kantinendunst. Sobald die Zeitreise beginnt übernimmt die Musik. Elf Schauspieler und ein Pianist erwecken Moden und Melodien der 1960er bis 2010er Jahre zu neuem Leben. In enormem Tempo wechseln sie Perücken, Kleider, Accessoires und ändern sich Songs und Tanzstile. Hier wird getwistet, gehuzzelt und gerockt. Von Jahrzehnt zu Jahrzehnt ändern die Spieler ihre Rollen und Motive, doch die Konstellationen und Personen sind alte Bekannte. Es entstehen zarte Lieben, Eifersüchte werden geschürt und Pläne geschmiedet und über allem herrscht das Diktat der Mithöranlage. Denn jedem kann der nächste Einruf gelten.

 
Premiere am 12. September im Thalia Theater

Letzte Vorstellung am 11. März 2011 in memoriam Ralf Schwarz

Pressestimmen zu Thalia Kantine
Kommentare

Super
Super Jubiläumsstück! Es stimmte alles: Schauspieler, Bühne,... So kann es weitergehen. Ein treuer Abonnent
Aus dem Gästebuch, 02.03.11

"Kantine" ist oberköstlich. Endlich mal wieder etwas zum Lachen.
Aus dem Gästebuch, 19.01.11

Danke!
Wir haben uns in der "Thalia Kantine" köstlich amüsiert: frisch, gekonnt, prima und ... danke!
Aus dem Gästebuch, 23.12.10

Vielen Dank!
Vielen Dank für einen bezaubernden Abend! Eine gelungene Reise!
Aus dem Gästebuch, 15.12.10

Auf dem Titelblatt der EMMA
Mit zunehmendem Vergnügen folgte dem Spiel auf der Bühne, als plötzlich eine der Darstellerinnen aus ihrer Handtasche eine mehr als 30 Jahre alte EMMA-Ausgabe herausholte und darin blätterte. Ich erinnerte mich sofort an genau diese, weil ich zusammen mit meiner 1 jährigen Tochter auf der Titelseite zu erkennen war! Wieso das? Damals vor mehr als 30 Jahren beschlossen wir als Eltern in spe, dass ich mich nach der Geburt um die Betreuung kümmere. Daraus wurde dann insgesamt ein ganzes Jahr. Nun gab es damals noch keinen Elternurlaub, sondern lediglich einen achtwöchigen Mutterschaftsurlaub für die Zeit nach der Geburt. Warum galt er eigentlich nur für Mütter und nicht auch für Väter? Unterstützt von einem befreundeten Anwalt beantragte ich den Mutterschaftsurlaub. Das gab die unterschiedlichsten Reaktionen von „abartig“, „Kannste auch stillen?“ bis „endlich mal Einer“. Mein damaliger Arbeitgeber hielt mich für einen Spinner und verwies mich auf die Rechtslage. Also kündigte ich mein Arbeitsverhältnis. Um den Anspruch auf „Vaterschaftsgeld“ durchzusetzen, musste der gerichtliche Instanzenweg (bis hin zum Europäischen Gerichtshof) beschritten werden. Alice Schwartzer war derart begeistert, dass sie mir einen Brief schrieb und vorschlug eine Titelgeschichte daraus zu machen. So kam ich mit meiner Tochter als erstes (und einziges?) männliches Motiv auf die Titelseite. Viele Zeitungen berichteten über meine Klage, auch BILD meldete sich bei mir. Und nun kommt etwas, worüber ich mich noch heute amüsieren kann: Ich erklärte dem BILD-Reporter, dass ich zu einem Interview gerne bereit sei – gegen Honorar. Allerdings müsse auf dem Scheck der Verwendungszweck stehen: „Unterstützung der Anti-BILD-Kampagne von Günter Wallraff“. Einige Tage später meldete sich BILD: „Scheck sei in Ordnung – aber ohne den Zusatz“. So kam ich nur als Vierzeiler in BILD – ohne Foto. Aus formalen Gründen konnten wir uns nicht in Luxemburg durchsetzen. Aber nach einigen Monaten kam ein Gesetzentwurf ins Parlament, der auch Vätern einen ersten, zaghaften bezahlten Urlaubsanspruch für die Betreuung ihrer Kinder ermöglichte. Damit war der Einstieg geschafft für das, was heute relativ normal geworden ist und von dem damals viele nur träumten.
Ulrich Hofmann, 24.11.10

Voller wundervoller Ideen
Endlich mal intelligente "leichte Muse" und interessante Blicke auf die Eigenarten der letzten Jahrzehnte! Die Inszenierung ist voller wundervoller Ideen und grandios ironisch umgesetzt. Tolle Sänger, die Schauspieler!
Aus dem Gästebuch, 23.11.10

Super Stück
Super Stück - klasse Unterhaltung!
Aus dem Gästebuch, 22.11.10

Alles Liebe zum Geburtstag!
Auf einen musikalischen Mädels-Abend zu dritt! Alles Liebe zum Geburtstag! Anette, Kirsten, Sven und Rainer
Renate Hübner, 13.11.10

Toller Theaterabend!
Toller Theaterabend! Man kann sich in die Epochen hineinversetzen, man leidet und freut sich mit den Charakteren, genießt den Gesang, das Buhnenbild und die Komik und Tragik der Figuren. Tosender Premierenbeifall! Unbedingt ansehen... Dirk Schneefuß
Dirk Schneefuß, 22.09.10

Phantastisch
Die Premiere von THALIA KANTINE war wirklich ganz großartig!!! Tolles Ensemble singt und spielt Anekdoten aus 50 Jahren Musik- und Thalia-Geschichte - ohne ins (bei sowas eigentlich erwartete) übliche Kellerniveau zu sinken, ganz im Gegenteil! Phantastisch!
august klinger, 13.09.10

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