Kein Licht

von Elfriede Jelinek
Fassung von Clara Hinterberger und Moritz Schleissing
Regie Clara Hinterberger
Bayerische Theaterakademie August Everding und Hochschule für Musik und Theater München

Zum Stück Das Schlagwort „Fukushima“ fällt in Elfriede Jelineks Theatertext „Kein Licht“ kein einziges Mal. Dennoch ist die Havarie der Reaktorblöcke 1 bis 3 im März 2011 ständig präsent. Jelinek verhandelt die Frage nach der Kontrollierbarkeit von Technik und der menschlichen Verantwortung im Angesicht einer Katastrophe und gibt den anonymen Opfern eine Stimme.
Die Töne zweier Geigen sind verschwunden, die Sinnesorgane verweigern ihren Dienst. Bei ihrer Suche nach den verlorenen Tönen in einer Landschaft ohne Gesetzmäßigkeiten und Zeitabläufen scheitern die Stimmen im Ansatz. Statt Antworten zu finden, „tasten sie wie ein Blinder nach seinem Hund“. Doch Aufgeben ist keine Alternative und so fungiert das Sprechen als Abwehrmechanismus gegen den Stillstand. Das Ensemble stellt sich die Frage nach der Nicht-Fassbarkeit von Katastrophen. Was nehmen wir in einem Umfeld permanenter akustischer Überreizung überhaupt noch wahr? Und ist Sprache mittlerweile ein Mittel der Kommunikationsverhinderung?

Clara Hinterberger *1989 in Bonn, schloss im März 2013 ihr Regiestudium an der Bayerischen Theaterakademie August Everding in München ab. Sie nimmt am FWF Forschungsprojekt „Oper anders denken“ teil, welches im Herbst 2013 mit einer Inszenierung der Oper „Cosi fan tutte“ von Mozart in Graz und an der Deutschen Oper Berlin abschließt. Clara Hinterberger ist Stipendiatin der Studienstiftung des Deutschen Volkes.

Bühne
Anika Söhnholz Kostüm Anke Laerenbergh Dramaturgie Moritz Schleissing Musiker Sven Ahnsjö,
Rebecca Friedmann, Sunhee Lee
Mit Hanna von Gutzeit, Béla Milan Uhrlau, N.N.

Diplominszenierung im 4. Jahrgang, 2012
Aufführungsrechte: Rowohlt Theaterverlag
Spieldauer: 60 Minuten
9. Mai, Thalia Gaußstraße, 19.00 Uhr

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