Kafka ist traurig

Szenisches Konzert
Kafka ist traurig

1914: Während überall in Europa die Zeichen auf Aufbruch aus dem wilhelminischen, „langen 19. Jahrhundert“ stehen und Reformer in keinem Bereich des öffentlichen, privaten oder künstlerischen Lebens einen Stein auf dem anderen lassen, sitzt Franz Kafka an seinem Schreibtisch in Prag und verfasst melancholische Briefe an seine Felice. Sein Zimmer mag er eigentlich nie verlassen, ist den Kontakt mit Menschen leid. Seine Briefe künden von der Unmöglichkeit ihrer Liebe. Kafka ahnt, dass er ohne Felice nicht glücklich sein kann. Und er weiß, dass sie gemeinsam niemals glücklich sein werden. Er möchte nur im Schreiben existieren, aber was sagt das über einen Mann, der seinen gesamten Nachlass dem Feuer hingeben wollte?

Kafka ist traurig: Ein Konzert der Melancholie, ein Bad im Selbstmitleid und ein Lobgesang der Traurigkeit.

Besetzung

Regie
Helge Schmidt

Musik
Frieder Hepting

Ausstattung
Imke Paulick

Video
Kathrin Dworatzek

Dramaturgie
Anne Rietschel

Darsteller
Thomas Niehaus
Alexander Simon

Live-Musik
Franz Blumenthal, Frieder Hepting, Peter Voigtmann
Kommentare

Was nützt die Liebe in Gedanken?

Helge Schmidt gelingt ein ganz wunderbares Psychogramm Kafkas als zwanghafter Junggeselle der Weltliteratur. Thomas Niehaus, Alexander Simon und die "Band" tragen die übersteigerte Traurigkeit auf heiteren Wellen und führen die grausame Selbstreferentialität und Autopoiesis der "Briefe an Felice" ad absurdum. Ein Konzert der Traurigkeit - ein ganz fabelhaftes!
Andreas Joos, 12.02.15

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