Die Möglichkeit einer Insel

Die Möglichkeit einer Insel
von Michel Houellebecq
Regie Daniel Kunze
Folkwang Universität der Künste, Essen
Sa 17. Juni 19 Uhr Thalia Gaußstraße

Foto: Svenja Jöres
Begründung der Institution
Als Material für eine szenische Behandlung hatte mich Michel Houellebecqs Roman schon sehr
früh, noch vor Beginn meines Regie-Studiums, gereizt, was sich als nicht sehr hilfreich
herausstellen sollte. Neben einer banalen Affinität zu Science Fiction und der Überzeugung, dass es
einen Mangel an Zukunftsszenarien im Theater gibt, war es durchaus auch das Thema, das den
Ausschlag gab.
Es wird eine Gesellschaft von „endgültigen kids“ gezeichnet, vom Streben nach ewiger Jugend und
dem Konservieren des Moments. Letztlich ist das Szenario der Neomenschen lediglich eine
konsequent gedachte Zuspitzung eines Traumes, der mit Selfies und Anti-Aging Cremes beginnt.
Der Kult um die Jugend und die Angst vor dem Altern, die nicht zuletzt vom Ausbleiben einer
metaphysischen Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Daseins ohne Gott geprägt sind, werden
von einem Wirtschaftssystem restlos in Beschlag genommen. Immer neue Produkte und
Informationen sollen die Sehnsucht nach Ewigkeit füllen. Umso erbitterter wird der Kampf gegen
das Unvermeidliche geführt. So entfremdet uns ein System von uns selbst, unserem unperfekten
Menschsein.
Neben inhaltlichen Gründen gibt es ein Interesse an Stoffen, die auch erstmal nicht für die Bühne
gemacht wurden. Wie Stückentwicklungen, können auch theaterfremde Texte einen
jungfräulicheren Blick auf die Bühne gewähren, ohne zu sehr in ästhetischen Schablonen und
vorgetretenen Zugängen zu denken.

Mein Kommentar

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