Die Lücke

Vor 10 Jahren wurden in der türkisch geprägten Kölner Keupstraße 18 Menschen Ziel eines feigen Anschlages durch eine Nagelbombe – sie wurden zum Teil schwer verletzt, zahlreiche ihrer Geschäfte zerstört. Verübt wurde der Anschlag vom rechtsterroristischen Nationalsozialistischen Untergrund (NSU), doch Polizei und Politik schlossen sieben Jahre lang einen fremdenfeindlichen Hintergrund der Tat aus. Stattdessen rückten die Anwohner selbst ins Zentrum der Ermittlungen und die eigentlichen Opfer wurden als Täter verdächtigt. Tiefer hätte man eine Gemeinschaft nicht erschüttern können. Auch Hamburg hat Taten des NSU zu beklagen; Süleyman Tas, köprü wurde 2001 im Laden seines Vaters mit drei Schüssen ermordet. Er war 31 und Vater einer dreijährigen Tochter. Autor, Regisseur und Filmemacher Nuran David Calis hat sich ein Jahr lang in der Kölner Keupstraße immer wieder mit Anwohnern und Geschäftsleuten unterhalten. Entstanden ist ein Bild der Keupstraße aus der Sicht derer, die dort leben – erzählt von ihnen selbst. Denn die Gesprächspartner aus der Keupstraße stehen gemeinsam mit Schauspielern auf der Bühne. In hintersinnigen Passagen entsteht ein Stück, das aus verschiedenen Perspektiven vom Fremdsein und vom schwierigen Ankommen in der Mehrheitsgesellschaft erzählt. In der Kölner Inszenierung werden die Zuschauer durch die Keupstraße geführt.

15 Minuten vor Vorstellungsbeginn wird im Ballsaal ein einführender Film zur Keupstraße präsentiert.

Im Anschluss an die Vorstellung am 26. Januar findet ein Gespräch mit Nuran David Calis, Gül Pinar (Nebenklagevertreterin im NSU Prozess) und dem Ensemble statt. Moderation: Ruth Heynen.

Regie Nuran David Calis Bühne Anne Ehrlich Kostüme Amelie von Bülow Musik Vivan Bhatti Video Adrian Figueroa Ensemble Simon Kirsch, Thomas Müller, Annika Schilling, Ismet Büyük, Ayfer Sentürk Demir, Kutlu Yurtseven


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