Dementia

Im Theater wie im Kino greift der ungarische Regisseur Kornél Mundruczó die Ungereimtheiten politischer Machenschaften seiner Heimat offensiv an. In Cannes ist er für seinen neuesten Film „White God“ gleich preisgekrönt worden. Und auch im Theater bleibt er nicht stumm: „Wir entfliehen dem Kerker des Bewusstseins und betreten das Universum der Leere“, wird in „Dementia“ pointiert die gegenwärtige Situation Ungarns mit dem Zustand von Demenzpatienten verglichen. Mundruczó ist damit nach einigen erfolgreichen Theaterarbeiten im Ausland wieder in seine Heimat Budapest zurückgekehrt. Als Teil einer Trilogie, die sich dem Thema Selbstmord sowie dem Genre der Operette verpflichtet, liegt „Dementia“ eine wahre Begebenheit zugrunde: Von heute auf morgen wird eine Klinik von einem Investor aufgekauft. Arzt, Krankenschwester und Patienten sollen gehen. Aber wohin? In beeindruckenden, humorvollen bis zynischen, hyperrealistischen Bildern zeigt Mundruczó gemeinsam mit seinem grandiosen ungarischen Ensemble, dem Proton Theater, wie eine kleine Gemeinschaft der Übriggebliebenen dem drohenden Vergessen einer ignoranten Gesellschaft trotzt. Mit diesem Gastspiel ist Kornél Mundruczó, der bereits zweimal am Thalia Theater inszeniert hat, erneut in Hamburg zu sehen.

Im Anschluss findet ein Gespräch mit Kornél Mundruczó, Attila Mong (Journalist und Aktivist der ungarischen Pressefreiheit) und dem Ensemble statt, moderiert von Iris Radisch (Die ZEIT).

Regie Kornél Mundruczó Bühne Márton Ágh Kostüme Márton Ágh Ensemble Ervin Nagy, Roland Rába, Kata Wéber, Annamária Láng, Lili Monori, Balázs Temesvári, Orsi Tóth, Gergo Bánki, László Katona

Produktion: Proton Theatre
Eine Koproduktion mit HAU Berlin, Théâtre National de Bordeaux, HELLERAU European Center for the Arts, Trafó House of Contemporary Art, Festival De Keuze/Rotterdamse Schouwburg, Noorderzon Performing Arts Festival, SPIELART München, Festival Automne en Normandie, Maria Matos Teatro Municipal, Künstlerhaus Mousonturm, Kunstenfestivaldesarts.

 
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