DAS NEUE WIR

Das Neue Wir
Ein Bürgergipfel von und für (Neu-)Hamburger




Am Beginn der Lessingtage steht in diesem Jahr ein Bürgergipfel.
Denn wichtiger als die traditionelle Eröffnungsrede erscheint uns derzeit die Begegnung zwischen
Hamburger Bürgern und Neubürgern. In Zeiten, in denen der Politik zumindest vorübergehend der Masterplan abhandengekommen zu sein scheint, sind die (Neu-)Bürger selbst zu Protagonisten des Geschehens geworden. Denn sie sind es, die gerade ein NEUES HAMBURG gründen. Aus diesem Anlass soll die Eröffnung der Lessingtage ein großer Ratschlag, Wissenskongress, Kontaktbörse und Ort der Begegnung werden. Zum Auftakt gibt es einen Impulsvortrag des Migrationsforschers
Mark Terkessidis, bevor sich alle, Neu- und Altbürger, an einer großen Tafel versammeln, zu den Themen ARBEIT & DEMOGRAFIE, WOHNEN & BILDUNG, HEIMAT & DIVERSITY, AUSSEN- & INNENPOLITIK:
Wie wird sich die Gesellschaft durch den Flüchtlingsstrom verändern? Welche Chancen liegen darin, die man nicht verpassen sollte? Und welche Schwierigkeiten, die man nicht ignorieren kann? Wer hat eigentlich wovor Angst und warum? Was genau sind die Konflikte im Nahen Osten? Was unterscheidet einen Schlepper von einem Fluchthelfer? Was sind die neuen Realitäten und was Illusionen? Ist es nicht die allergrößte Illusion zu denken, Abschottung sei eine Möglichkeit? Ist es nicht längst überfällig, die Einwanderung ins Grundgesetz zu übernehmen? Don’t panic!
Oder „Bewegung ist der urbane Normalfall“ wie Mark Terkessidis sagt, dessen „Heimatabend – Heimatlieder für Deutschland“ die Lessingtage auch beschließen wird.
Ein Bürgergipfel mit: Flüchtlingsorganisationen, freiwilligen Helfern, Politikern, Künstlern, Ärzten, Bildungseinrichtungen, Sprachschulen, Journalisten, Arbeitsämtern, Sozialdiensten, Dolmetschern, Stadtentwicklungsexperten u.v.a. Das Format der Veranstaltung entsteht unter
Mitwirkung von allen. Anregungen und Vorschläge an: dasneuewir@thalia-theater.de

Neues vom Bürgergipfel


Reinaldo Udewald, Kaufmann und Unternehmensberater zwischen Deutschland und Lateinamerika, berichtet von einem konkreten Ergebnis des Bürgergipfels 2016: „Wir hatten teilgenommen,  um uns selber ein Bild über die Flüchtlingssituation in Hamburg zu machen und wie wir eventuell konkret helfen könnten. Nachdem wir an diesem Sonntag durch 2 von 3 Gesprächsrunden im direkten Kontakt mit Flüchtlingen standen, wussten wir erst mal alles, was wir nicht machen würden, was alles im Kontakt mit den Behörden schwierig ist. Das hat uns aber nicht gestoppt. Wir haben unseren gesunden Menschenverstand angeschmissen und eine konkrete Idee entwickelt mit einem jungen Mann aus Afghanistan, der bereits fließend Englisch sprach: Wir haben ein Praktikum in einer Firma organisiert und ich stehe Ahmad Zubair Ahmady (25) seitdem als Pate zur Seite, wir sehen uns spätestens alle 10 Tage und wir sind, immer wenn er mich braucht, per Mail in Kontakt. Ahmad versteht nach 9 Monaten intensivem Deutschlernen um die 80% eines anspruchsvollem Gespräches auf Deutsch und ist unglaublich motiviert. Sowohl seine beiden Schwestern, wie auch seine Eltern sind aus Kabul geflohen und leben in einem Flüchtlingsheim in Billstedt. In der Zwischenzeit habe ich auch den beiden Schwestern jeweils eine Patin besorgt, was bestens funktioniert.“
Herr Udewald wollte das Thalia eigentlich nur kurz informieren, was diese Initiative bewegt hat - nun denken wir weiter: Könnten sich HamburgerInnen vorstellen miteinander in der Embassy of Hope im Thalia in der Gaußstraße ein solches Patensystem ehrenamtlich und unkompliziert weiterzuentwickeln?
 
Was sind Ihre Ergebnisse vom Bürgergipfel? Schreiben Sie uns an embassyofhope@thalia-theater.de – wir suchen noch Ehrenamtler, die kräftig zupacken, auch organisatorisch!

Kommentare

Ein großes Lob dem Team vom Theater wie reibungslos und charmant chaotisch man mit so vielen Menschen in Kontakt kommen kann. Die Rede vom Herrn Terkissidis war platter als es nötig war.
Britta Heumann, 24.01.16

Ein intelligentes Projekt, über das zu lesen Freude macht!
Dorothea Heinz, 01.01.16

Mein Kommentar

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