"Ach, die erste Liebe..."

Wolf Biermann & Pamela Biermann
„Ach, die erste Liebe ....“
 
Den Biermann und seine Lieder zur Gitarre - das kennt man. Aber Biermann im Konzert mit seiner Frau Pamela – das ist eine ganz andere Nummer!  Der Dichter und seine Muse singen Lieder aus mancher Welt, poetische Kostbarkeiten, die Biermann im Laufe der letzten 50 Jahre in sein singbares Deutsch gebracht hat.
Die meisten Lieder erzählen vom Spiel der Geschlechter im Frieden wie im Krieg. Und etliche Songs und Chansons handeln auch vom Krieg im Spiel der Geschlechter, so, wie Bulat Okudshavas, „Ach, die erste Liebe ...“ der Titelsong des Abends.
Tja, die Liebe – sie war und bleibt in allen Sprachen das interessanteste Thema, sie liefert in immer neuen Variationen das Erregende: Das erotische Glück in kleiner privater Idylle, aber auch die Tragödie von Romeo und Julia:  also der Kuß der Liebenden in politischer Landschaft.
Im Programm finden sich berühmte Titel wie „Glückliche Liebe - Il n´y a pas d´amour heureux...“ von Louis Aragon – und dazu passend das romantische Chanson der Revolution in Paris „Le Temps des Cerises / Die Zeit der Kirschen“. Kaum bekannte Kostbarkeiten erklingen, wie die alte brutalkomische englische “Ballade von Johnny Sand und Betsy Bucht“ und das zauberzarte „I know where I´m going“.  „Die Spießer“ von Georges Brassens, der Liebeskummer des „König Renaud“ und die Liebessehnsucht des ruppigen alten Mannes in der Ballade von Robert Burns. Menschenlieder von Nils Ferlin aus Schweden im sachten Ton wie „Blaublümelein“, dagegen die lebensdralle amerikanische Ballade vom „Spieler und seiner Zuckerpuppe“. Das Antikriegslied „Johnny I Hardly Knew You“ hört sich an wie blutige Zukunftsmusik aus der Vergangenheit. Ein keck-alberner Calypso übers Kinderkriegen von Harry Belafonte aus Amerika und Mordechai Gebirtigs  jiddischer Gauner „Klein Abraham“  wird vorgestellt. Und das weltberühmte Judenlied aus New York: „Bei mir biste schejn!“ - Biermanns Version.
 
„Biermann trägt das in seinem bekannten Stil vor, der tiefer in deutschen Musiktraditionen wurzelt, als die mehr von angloamerikanischen Folksongs oder französischen Chansons beeinflussten Kollegen. Hier kommt die ostdeutsche Tradition hervor, die Biermann klanglich eine Ausnahmestellung verleiht. Stimmlich ist der 76-Jährige bestens drauf. Was aber den Abend veredelt, ist das Mitwirken seiner Frau Pamela. Sie, die Autodidaktin, was das Singen anbelangt, gibt dem Abend Würze und Überraschungen. Wenn sie mit ihrer kräftigen, zwischen Alt und Mezzosopran angesiedelten Stimme singt, dann bekommen viele Lieder noch einmal eine ganz andere Färbung. Egal ob im Duett des Paares oder Solo, sie meistert die Aufgabe bravourös.“
Ludwigsburger Kreiszeitung
 
"Etwas Anarchisches liegt in der Luft bei diesem Konzert, gepaart mit kontrollierter Stringenz, Flirt und Kühle. Eine künstlerische Form der Dialektik – dialektisches Prinzip der Kunst. Hier wird (natürlich) nicht eingelullt, sondern wach gestaltet, mitgerissen und kritisch hinterfragt. Die Kraft von Musik, von Wort und Dichtung und die Kraft der theatralischen Gestaltung finden zusammen. Bravo! Wolf und Pamela Biermann haben das Ideal des gemeinsamen Singens, jenseits des Kunstliedes, sehr schön, ja idealtypisch eingelöst.“
SWR2
 
 
 
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