Vorstellungen am Dienstag, 16. Juli 2013

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Matthias Günther

Matthias Günther

Matthias Günther, geboren 1963 in Kassel studiert Kulturwissenschaft und ästhetische Praxis in Hildesheim. Seit 1985 arbeitet er als Schauspieler und Regisseur in freien Theaterprojekten. Von 1993-97 ist er wissenschaftlicher Angestellter im Institut für Medien- und Theaterwissenschaft der Universität Hildesheim und arbeitet anschließend als Fachbereichsleiter Theater in der Bundesakademie für kulturelle Bildung in Wolfenbüttel. Matthias Günther ist Gastdramaturg am Schauspielhaus Wien, den Salzburger Festspielen und dem Schauspielhaus Zürich und ab 1998 Schauspieldramaturg und Regisseur am Theater Basel. Von September 2006 bis Ende der Spielzeit 2014/15 ist er Dramaturg an den Münchner Kammerspielen, wo er ab 2012 auch künstlerischer Leiter des Werkraumes der Münchner Kammerspiele ist. In München arbeitet er u.a. mit den Regisseuren Stefan Pucher, Luk Perceval, Johan Simons, René Pollesch, Stephan Kimmig und Andreas Kriegenburg zusammen. Ab der Spielzeit 2015/16 ist er Dramaturg am Thalia Theater Hamburg.

Beiträge

Piratinnen mit Hut. Bilder deiner großen Liebe - eine Romanbegehung mit Birte Schnöink und Marie Rosa Tietjen. Von Matthias Günther

Wenn man den weißen Raum betritt, spielt Musik. Nina Simone singt, ihre Stimme kommt aus dem Lautsprecher. In Livekonzerten sagte sie zum Publikum: „Let's share this moment together“. Mal sehen, was passiert. Da steht die Schauspielerin Birte Schnöink, verschiebt ein paar Scheinwerfer auf Stativen und richtet die Bühne ein. Sie trägt einen Hut. Der Hut fällt sofort auf. Im Hutgeschäft Chapeau in St. Georg hatten Marie Rosa Tietjen und Birte Schnöink, diesen Hut in Auftrag gegeben. Ein Hut für Isa, das vierzehnjährige Mädchen aus Wolfgang Herrndorfs Roman „Bilder deiner großen Liebe“. Nach einem Foto „kleines Mädchen mit Hut“, einem Fundstück aus einem Fotobuch, wurde der Hut gefertigt. Mit diesem Hut könnte Isa, die Hauptdarstellerin in einem Westernfilm sein. Aber will sie das? Birte Schnöink trägt an der Hüfte statt einem Revolver einen Akkuschrauber.
vom 25.05.2018

Match Cut

Matthias Günther über Michel Decars "Schere Faust Papier" In alten Dramentheorien wurde die Frage gestellt, was im Zentrum steht, die Figur oder die Handlung. Es war die Zeit, als die Welt zumindest in Theatertexten noch in Ordnung war. Der Autor hatte ein Schauspiel geschrieben mit einem Titel, und im Text erfolgte zunächst das Verzeichnis der auftretenden Personen. Der gut informierte Zuschauer, der später eine Aufführung besuchte, wusste, was auf ihn zukam oder besser, wer da die Bühne betritt. Bekanntlich ist heute alles anders und niemand weiß mehr, wer er ist. Ist der Schauspieler eine Figur, oder spielt er einen Kommentar, oder ist er privat auf der Bühne? Selbst der Zuschauer ist sich unsicher, ob er noch gemeint ist, und der Autor weiß schon lange nicht mehr, ob das, was er geschrieben hat, so auf der Bühne zu sehen sein wird, wie es geschrieben steht.
vom 20.09.2016

Silvia Fenz

Am 26. Juni 2016 ist die Schauspielerin Silvia Fenz in ihrer Heimatstadt Wien gestorben. Feste Engagements führten sie zweimal ans Thalia Theater Hamburg (unter Boy Gobert 1969–1980 und Jürgen Flimm 1985–1987) und ans Schauspiel Köln. In Wien gehörte sie zum Ensemble um George Tabori, welches ab 1987 das Schauspielhaus unter dem Namen "Der Kreis" bespielte.
vom 30.06.2016