Pressestimmen zu Mary Said What She Said

„Die Schauspielerin Isabelle Huppert in Höchstform.“ - Eberhard Spreng, Deutschlandradio Kultur, Fazit, 22.05.2019

 

„Mary redet. Und redet und redet. Und während sie redet, so als wollte sie ihrem Schicksal entgehen, vergeht ihre Welt. Bob Wilson urinszeniert das Solo um die schottische Königin Marie Stuart im Pariser Théâtre de la Ville mit Isabelle Huppert wie ein Kampf der Sprache gegen den Lärm der Welt.“ - Eberhard Spreng, Deutschlandradio Kultur, Fazit, 22.05.2019

 

„Was für ein Geschenk des großen Robert Wilson!“  - Georg Blume, DIE ZEIT, 29.05.2019

 

„Der Abend ist perfekt, rätselhaft, wüst, kühl und kühn.“ - Gabi Hift, nachtkritik 30.05.2019

 

„Isabelle Huppert, man kann es nicht anders sagen, ist an diesem Abend eine Maschine. Robert Wilson’s Theatermaschine. (…) Sie rezitiert den Text des Amerikaners Daryll Pinckney, begleitet von der Musik Ludovico Einaudis, in rasentem Tempo, wiederholt die Sätze immer und immer wieder, betont sie neu, als Frage, als Anklage, lacht zwischendurch schrill auf, geradezu hysterisch, wie eine, die gefasst bleiben will, dann aber doch von der Angst wie von einem Messer durchbohrt wird. (….) Isabelle Huppert sei eine der wenigen Schauspielerinnen, die fähig und willens seien, Abstraktion zu spielen, sagte Robert Wilson vor einigen Monaten. Und tatsächlich hat man hier den Eindruck, dass sie ausschließlich dazu da ist, das Material, die Farbe und den Pinsel für Wilsons minimalistisches Tableau abzugeben. (…)“  -  Annabelle Hirsch, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.05.2019

 

„Dieser Text ist ein genialer Konterpart zu Wilsons Bewegungschoreographie, die genau das Gegenteil tut: Sie zerreißt jeglichen Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung. Isabelle Huppert bewegt sich wie eine Marionette, aber sie scheint nicht von einem menschlichen Marionettenspieler kontrolliert zu werden, sondern von einer rätselhaften Maschine, wie sie in Träumen regiert.“  - Gabi Hift, nachtkritik 30.05.2019

 

„Applaus und Bravorufe für Isabelle Huppert und ihre physische Glanzleistung - ein wahrer Kraftakt. Eineinhalb Stunden steht sie ganz alleine auf der Bühne und redete sich buchstäblich um Kopf und Kragen. Dabei beginnt es ganz minimalistisch: Klein wirkt ihre Silhouette, trotz ausladendem Brokatkleid, vor der hell beleuchteten Bühnenrückwand - im Gegenlicht ist ihr Gesicht nicht erkennbar, die Bewegungen spärlich. (…)  In dem Moment, wo das weiß geschminkte Gesicht mit den roten Lippen sichtbar wird, nimmt auch der Text an Fahrt auf. Immer rasender wird ihre stakkatoartige Anklage, Tränen rinnen über ihr Gesicht, manchmal lacht sie wild auf, das Gesicht zur Fratze verzerrt, die Bewegungen zwanghaft wie ein Tier im Käfig. Mit mechanischen Tanzschritten durchmisst sie die Bühne, und doch bleibt alles Spiel abstrakt, sie selbst ein ratterndes Rädchen in Robert Wilsons wilder Theatermaschine.“ - Katharina Menhofer, Ö1/ORF.at 31.5.2019