Die SchülerbotschafterInnen zu "Blind Date"

Unsere SchülerbotschafterInnen besuchen Vorstellungen und verfassen regelmäßig Rezensionen.

 

Ich finde, dass es ein sehr ergreifendes Stück ist, vor allem weil man als Zuschauer so nah dabei ist. Als würde man im Cafe dem Nachbartisch zuhören. Obwohl einige Momente sehr lustig sind und Spaß machen, wie zum Beispiel das Karaokesingen, ist das Stück auch sehr traurig. Ich habe im ersten Moment leider nicht verstanden, wer jetzt wer ist, weil es immer wieder von vorne anfing, aber ich denke das liegt an mir und vielleicht auch daran, dass ich zu jung bin, um  Eheprobleme zu verstehen. Aber als ich etwas länger darüber nachgedacht und mit meinen Freundinnen darüber geredet habe, finde ich diesen Aufbau sehr schön. Das Schauspiel ist auch super. So viele verschiedene Charakterzüge so authentisch zu spielen muss schwer sein.
Tania S, Gymnasium Rahlstedt, S2


 
Der Werde- und Untergang einer Ehe, das Scheitern im Großen, wie im Kleinen und die ewige Frage „Was ist hier eigentlich los?“ empfangen den Zuschauer in der schummrigen Atmosphäre des Nachtasyls. Ein „Blind Date“ ist dieses Theaterstück auch für den Zuschauer, denn die nicht chronologische Reihenfolge einzelner Szenen, der ständige Identitätenwechsel der beiden Protagonisten und der wiederkehrende Umschwung zu einer Zaubershow, in der per Kartenleserei das „Schweizermadl“ unter den Anwesenden gekürt werden soll, holen den verdutzen Theaterbesucher immer wieder ab, um ihn wenige Minuten später, wieder stehen zu lassen. Mal tanzen Ehepaar Jana und Don, dann wenig später gehen sie aufeinander los. Wie ein Ravensburger 3D Puzzle mit 1000 verschiedenen Einzelteilen versucht man dieses Wechselbad aus Emotionen, Verwirrung und Ratlosigkeit zusammen zu puzzeln. Für diese Denkleistung, alles richtig einordnen zu wollen, sollte man sich das Theaterstück vielleicht zweimal ansehen, wobei einige Längen und der, meiner Meinung nach, teilweise zu platte Humor die Frage aufwerfen, ob sich ein zweiter Besuch lohnt. Andererseits sind die Multitaskingfähigkeiten und die Wandelbarkeit der Schauspieler, sowie die Publikumsnähe ein guter Grund, sich noch einmal an das Puzzle heranzuwagen. Ein polarisierendes Stück mit Tiefgang!
Nina Niesche, Gebrüder-Humboldt- Schule in Wedel; JG 12