Die SchülerbotschafterInnen zu "Die Tragödie von Romeo und Julia"

Unsere SchülerbotschafterInnen verfassen regelmäßig Rezensionen.

 

„Romeo und Julia“ von William Shakespeare ist eines der bekanntesten Stücke, wenn nicht sogar das bekannteste Theaterstück der westlichen Welt. Es ist ein Klassiker, dessen Handlung unzählige Male in den unterschiedlichsten Formen aufgenommen, adaptiert und aufgeführt wurde, wie in „Titanic“, „West Side Story“ oder als Ballett von Sergej Prokofjew.
Im Thalia Theater wird die Geschichte weder völlig klassisch, noch komplett modern erzählt, sondern als eine interessante und sehr gelungene Mischung aus beidem dargestellt.
Die gesamte Inszenierung von Jette Steckel durchzieht eine traumtänzerische, teils transzendent wirkende Atmosphäre, verursacht durch das goldene Licht, die sanfte und doch kraftvolle Musik und die surrealen Masken und Tanzeinlagen.
Dabei werden die Dialoge in der Sprache Shakespeares gehalten (nur eben übersetzt).
Die Figuren Romeo und Julia stehen dabei sehr deutlich im Zentrum, zum einen natürlich durch Birte Schnöink und Mirko Kreibich als die beiden Hauptdarsteller, zum anderen durch Anja Plaschg und Anton Spielmann, die die beiden Charaktere musikalisch am Klavier und an der Gitarre verkörpern, und zum dritten durch 40 Statisten, die die Hauptdarsteller unterstützen.
Zwar ist dieses Stück vergleichsweise lang, aber niemals langweilig, da einerseits die Schauspieler nicht in der Spannung nachlassen und es andererseits trotz der Tragik und der Melancholie in der Handlung auch viele witzige und fröhliche Momente gibt, die die Grundstimmung insgesamt positiv prägen und den Zuschauer nicht bedrückt, sondern beruhigt und hoffnungsfroh nach Hause gehen lassen. Romeo und Julia haben einander schließlich nie verraten, sondern sich aufrichtig bis zum Ende geliebt.
Luisa Keßling, 12. Klasse, Gymnasium Bondenwald

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Die Tragödie von Romeo und Julia ist wohl die berühmteste Liebesgeschichte aller Zeiten.
Romeo – aus der Familie der Montagues – und Julia aus der Familie der feindlichen Capulets verlieben sich ineinander und plötzlich spielt die Feindschaft zwischen ihren Familien keine Rolle mehr. Jedenfalls bis Tybalt – aus dem Hause der Capulets – Mercutio – auf der Seite der Montagues – tötet und die Tragödie ihren Lauf nimmt.
Auch wenn ich, wahrscheinlich wie viele, das Gefühl habe, die Geschichte schon dutzende Male in allerlei Verfilmungen, Abwandlungen und im Unterricht gesehen zu haben – so gebannt und begeistert wie diese Inszenierung hat mich keine.
Ein besonderes Highlight ist die Musik. In einer Szene zum Beispiel steht Romeo in der Mitte der Bühne, Tybalt läuft im Kreis um ihn herum und will ihn provozieren. Die Musik, die dabei gespielt wird schafft eine derartig bedrohliche und sich zuspitzende Atmosphäre, dass ich beinahe das Gefühl hatte, mir und nicht Romeo würde die Luft abgeschnürt. Die Musik schafft es einfach, jedes Gefühl auf der Bühne noch einmal zu verstärken und aufs Publikum zu übertragen. Ebenso verhält es sich bei den Live-Sängern. Die Verzweiflung und Hilflosigkeit Julias wurde durch Sängerin erlebbarer gemacht: Man sieht nicht nur, dass Julia verzweifelt ist, sondern durch den Gesang ist es, als ob man in sie hinein hören könnte.
Ein weiterer Grund, warum ich das Stück so gerne mag ist die schlichte, aber sehr eindrucksvolle und einzigartige Kulisse. Von oben herab hängen zahlreiche Lichterketten, die wie ein Meer von Sternen wirken. Es sieht einfach wunderschön aus, kann aber genauso gut bedrohlich sein, wenn die Ketten langsam von oben herab gelassen werden, wie eine unaufhaltsame Wand, die sich auf die am Boden liegende Julia zubewegt.
Weiterhin sind die Charaktere an sich und die schauspielerische Leistung grandios. Besonders in Erinnerung ist mir hierbei der Auftritt von Tybalt geblieben. Er kommt auf die Bühne, steht dort, hinter ihm der Lichterkettenvorhang, der ihn vom Maskenball trennt. Er steht einfach da und raucht, strahlt aber gleichzeitig eine unfassbare Unnahbarkeit und Kälte aus.
Auch die rauchende und trinkende Amme bleibt im Gedächtnis. Trotz ihrer Fehler ist sie sehr liebenswert, Julia mehr eine Mutter als ihre tatsächliche Mutter es ist und, als sie aufgrund einer Beleidigung von Mercutio völlig aufgelöst zu weinen beginnt, einfach goldig.
Nicht zu vergessen: Der liebeskranke Romeo und die kindliche Julia. Zwischen beiden stimmt die Chemie und keine einzige Sekunde wurde ich daran erinnert, dass es sich um Schauspieler handelt. Ich habe den beiden die aufrichtige Liebe zueinander abgekauft, das ganze Stück über. Das ist wohl auch mit das wichtigste bei einer Inszenierung von Romeo und Julia – dass die Liebe authentisch wirkt, denn nur so kann man als Zuschauer tatsächlich mit ihren mitleiden und hat Spaß sich das Stück anzusehen.

Ich persönlich hatte großen Spaß und obwohl das Stück recht lang ist und man die Länge an der einen oder anderen Stelle auch merkt, war es sicher nicht das letzte Mal, dass ich es mir angesehen habe. Das Stück ist witzig, traurig, spannend und voller Momente die man gesehen haben muss – allein schon Benvolio, wie er über die Bühne robbt, die tanzende Menge auf dem Maskenball oder Julia in einem leuchtend schönen Kleid.
Michelle Eckmann, Elsa-Brändström–Gymnasium Städtisches Gymnasium Elmshorn; 18 Jahre, Jg 13

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Das Stück Romeo und Julia hat mich sehr beeindruckt. An einigen Stellen gab es Gänsehaut-Momente. Das Stück weicht in einigen Darstellungen  von gewohnten Darstellungen  ab und passt sich auch etwas der Moderne an. Die Tanz- und Gesangseinlagen im Stück gefallen mir besonders,  da sie die Stimmung einerseits auflockern, aber auch einen ganz besonderen Eindruck vermitteln. Oft unterstützen die Schüler, die an dieser Inszenierung teilnehmen, eine bestimmte Person in ihrem Handeln und ‚ahmen‘ es ihr sozusagen nach. Ich finde, es ist auch mal eine ganz andere Art und Weise dieses Stück wahrzunehmen. Natürlich ist einem von Anfang an das Ende bewusst, dafür ist vor allem die Schlussszene besonders interessant gestaltet. Aufregend fand ich, dass bei meiner Vorstellung vom ZDF aufgezeichnet wurde, um es einige Wochen später im Fernsehen zu zeigen. Ich muss gestehen, dass die Aufzeichnung zwar immer noch sehr gut ist, jedoch an das Feeling innerhalb des Theaters, wenn das Stück gespielt wird, nicht herankommt. Da es etwas komplett anderes ist.
Laura Kittelmann, Kl.12, Gymnasium Meiendorf

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Das Stück Romeo und Julia gilt allgemein als totgespielt. Durch seinen Status als größte Liebesgeschichte aller Zeiten hat wirklich jeder versucht, es zu seinem Stück zu machen. „Es war die Nachtigall und nicht die Lerche“ wie auch „Die Pest auf eure beiden Häuser!“ sind Zitate, die jeder wiedergeben kann, egal ob alt oder jung. Doch Jette Steckel hat sich die große Aufgabe gestellt, „Romeo und Julia“ neu zu erfinden. Und hat es geschafft.

Die ganze Inszenierung ist ein Pubertätsdrama von vorne bis hinten. Anstatt die Schauspieler die durchgekauten Verse runterleiern zu lassen, werden diese herausgeschmettert mit der Trotzigkeit eines Kindes, was dem ganzen Drama eine gewisse Absurdität verleiht. Diesmal wird man nicht von poetischen Liebesbeschwörungen eingeschüchtert, sondern erkennt die Einsamkeit von zwei vernachlässigten Jugendlichen, die sich mit voller Kraft aneinander ketten, um nicht innerlich zu zerbrechen.

Shakespeare's „Liebe“, die Romeo und Julia schließlich in den Tod führt, ist überlastet von melodramatischen Ausbrüchen und Sonne-Mond-Vergleichen, die insgesamt nicht authentisch erscheinen. Und auch in dieser Inszenierung sind die Annäherungen eher zaghaft, fast unecht, bis zu der Vermählung. Plötzlich blühen die Schauspieler auf, tänzeln für ein paar Minuten pantomimisch über die Bühne und spielen eine so lebendige Hochzeitsszene, dass der Chor im Hintergrund fast vergessen wird.

Julia, gespielt von Birte Schnöink, ist noch ein Kind. Das merkt man an ihrer Haltung, ihren unkontrollierten Bewegungen, der  Art von Trotzigkeit, mit  der sie ihrer Amme zerkaute Bananen in die Hand spuckt und sich fürchterlich daneben benimmt auf der Party ihres Vaters. Romeo hingegen wirkt älter, hat auch ältere, wenn nicht gleich reifere Freunde. Aber seine akute Depression, die nur von der Energie seiner Liebe aufgehoben werden kann, spiegelt die Unsicherheit auf dem Weg zum Erwachsenwerden wieder, die jeder Jugendlicher einmal spürt. Beide Schauspieler ergänzen sich perfekt durch ihr Talent, immer in Bewegung zu bleiben; von Trotz über Wut über Trauer über Rührung.

Als Schatten und Verfolger des Liebespaares wurden einerseits 40 Statisten zwischen 14 und 18 Jahren sowie ein Musikduo engagiert. Beides hatte die Wirkung, dass der Zufall der entstehenden Liebe noch unterstrichen und gleichzeitig der Fokus der beiden genommen wurde. Der Zuschauer soll verstehen, dass eine Geschichte dieser Art jedem passieren kann.

Aber das eigentlich wunderbarste an der ganzen Inszenierung besteht aus dem Zusammenspiel von Bühnenbild und Musik. Die einzige Requisite besteht aus einem Flügel, von der Decke hängen fünf Vorhänge aus Lichterketten, die je nach Szene verschieden aufleuchten. Mal Silber, mal Gold definieren sie nicht nur die Schnelligkeit des Stückes (und erinnern an die Verfilmung von Baz Luhrmann), sondern spielen auch mit den Begriffen Sonne/Mond bzw Helligkeit/Dunkelheit, die in „Romeo und Julia“ eine zentrale Rolle spielen: Julia, die die Sonne darstellt und den Mond hasst, während paradoxerweise die Nacht die einzige Zeit ist, wo sie und Romeo sich ungestört treffen können.

Die Schwere des Stoffes, die man beim puren Lesen sofort erfasst, wird einem in Jette Steckels Inszenierung trotzdem nicht bewusst. Durch Wortwitze, Reimverweigerungen und vor allem ihrer Definition des Benvolio und Mercutio als Macho-Proleten, erleichtert sie die düstere Aussicht auf das (natürlich) nicht gute Ende. Nach dem Stück denkt man sich eigentlich nur, wie absurd das ganze Drama ist. Und damit hat Jette Steckel ihre Aufgabe perfekt gemeistert.
Emma W., S4P1, Emilie Wüstenfeld Gymnasium

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„Romeo und Julia“ in der Inszenierung von Jette Steckel ist unbeschreiblich. Ich fand es von Anfang an toll und, obwohl es sehr lange dauert, sehr begeisternd. Es gab viele Situationen, in denen der Zuschauer verwirrt wird. Es ist laut, schrill und hell, obwohl der Tod mitspielt. Ich werde es mir nochmal anschauen und ich kann es jedem empfehlen. Eine bekannte Person hat mal gesagt, man braucht einen Funken,  der die Kulturbegeisterung zündet. Dieses Stück ist mein Funke.
Kim-Lukas, 9. Klasse, Franz von Assisi-Schule

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Das Theaterstück fand ich richtig toll. Ich fand, die Schauspieler haben ihre Rollen richtig gut gespielt. Die Musik zum Stück fand ich einfach nur Hammer! Wie sie Wut und Trauer so gut vorbringen konnten, fand ich einfach nur perfekt. Ich würde dieses Theaterstück nochmal ansehen. Ich würde diesem Stück 10 Punkte von 10 Punkten geben. Fazit: Geht hin, wenn ihr die Chance dazu habt oder wenn ihr euch dafür interessiert! Würde mich sehr freuen.
Jean Claude, 9a, Franz-von Assisi-Schule Barmbek

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Wir waren am 29.09.2014 im Thalia Theater um  das Theaterstück „ Die Tragödie von Romeo und Julia“ anzusehen. Wir waren zwar nicht ganz ahnungslos, wie dieses Stück verläuft, denn wir haben uns informiert, dass es anders sein wird als wir uns denken könnten. Doch das, was wir an diesem Abend sahen, hat uns verblüfft. Es war laut und schön, es spielte in einem anderen Zeitalter und war trotzdem modern. Die Schauspieler haben so gespielt, so gefühlt, als wären sie die Personen selber und wir haben mit ihnen gefühlt. Das Schauspiel reißt einfach mit. Es ist wunderschön gewesen. Und ich selber würde es mir noch einmal ansehen. Gleichzeitig empfehle ich es jedem weiter, denn dieses Stück bekommt von mir höchste Punktzahl. 
Maria, Klasse 9a, Franz-von Assisi-Schule Barmbek