Eingeladen zum 55. Berliner Theatertreffen

Jury-Text des Berliner Theatertreffens zu "Die Odyssee. Eine Irrfahrt nach Homer"

Was, wenn der eigene Erzeuger ein mythenschwerer Übervater ist, der nie daheim war, weil er Abenteuer zu bestehen hatte, die ihrerseits aber auch nicht ganz gesichert sind? Dann holt man sich den Helden ins Zimmer und macht Kleinholz aus seinen unglaublichen Geschichten...

Antú Romero Nunes erzählt in „Die Odyssee. Eine Irrfahrt nach Homer“ von den beiden Odysseus-Söhnen Telemachos und Telegonos: wie sie einander als junge Männer kennenlernen und sich in der Folge gemeinsam die gewaltsamen Geschichten ihres Vaters einverleiben. Nunes treibt das auf Budenzauber und virtuosem Slapstick gebaute Kammerspiel der Brüder vor der wuchtigen Vater-Leerstelle durch sämtliche psychologisch bis popkulturell gestützten Stadien der Befindlichkeit in die Eskalation und wieder hinaus. Über scheinbar harmlose Kleinkunstnummern und eine eigens erfundene Kunstsprache entwickeln die beiden Schauspieler Thomas Niehaus und Paul Schröder eine furiose Emanzipationsfantasie. Smellt nach aventiure!

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