Ein Jugend-Performance-Wettbewerb

Unart – Jugendwettbewerb für multimediale Performances

best of unart

Die Final-Jury hat für best of unart die beiden Jugendperformance-Gruppen ‚Future track’ und ‚Ein neuer Tag, dieselben Sorgen’ ausgewählt. Am 9. Februar 2010 ist die Tournee best of unart mit jeweils 2 Gruppen aus Berlin, Dresden, Frankfurt/Main und Hamburg im Thalia in der Gaußstraße gestartet. Die Tournee führt die Jugendlichen nach Berlin ans Maxim Gorki Theater (14.2.2010), nach Frankfurt/Main Schauspiel, Kleines Haus (17.2.2010, 18 Uhr) und nach Dresden Staatsschauspiel, Kleines Haus (23.2.2010, 18 Uhr).

 

In der Jury
Sabina Dhein (Künstlerische Betriebsdirektorin Thalia Theater), Andrea Udl (freie Regisseurin), Marco Schmedtje (Musiker), Annika Olde (Jugendliche, Thalia Treffpunkt), Alexandra Althoff (Dramaturgin Schauspiel Frankfurt)

 

 

Freitag (Berlin)
Performer: Jan Hammele (19), Kristina Birgitta Groß (18), Lewin von Saldern (18)
Coach: Tobias Yves Zintel (Künstler an den Schnittstellen von Musik, Performance, Theater, Film, Video und bildender Kunst)
Unsere Performance trägt den Namen "Freitag". Der Alltag eines Jugendlichen, der kurz vor der Schwelle zum Leben steht, wird dargestellt. Der "Freitag" ist die Zäsur zwischen seinem wöchentlichen Tagesablauf und seinem ganz anderen Privatleben: Vor dem Hintergrund elektronischer Musik entflieht er seiner Realität. Er fühlt sich unverstanden; Druck lastet auf ihm. Er leidet unter scheinbar unerfüllbaren Erwartungen und von ihm nicht nachvollziehbaren Zwängen, die sein Umfeld beherrschen.

 

Fahren wir nach Paris (Frankfurt/Main)
Performer: Aziz Ibbich (16), Adib Ferdous–Shariar (14), Deniz Karakawak (17), Daniel Tahir (17)
Coach: Judith Senger (Regisseurin)
Kooperationspartner: Fröbelschule, Offenbach
Der Traum vom Reisen. In jedem Koffer schläft ein Traum – und man weiß nicht welcher. Mit Videoprojektionen, Musik und Tanz umspielen die vier Jugendlichen der Fröbelschule das Thema „… und tschüs“. Dank an die Lehrerinnen Edith Gessner, Tatiana Engel und Heike Kregel

 

Schöne Schule (Dresden)
Performer: Alexander Glöckner (15), Greta Heitsch (16), Paul John (16), Ronny Mehnert (16), Johann Schuster (16), Anne Seibl (16), Mai Van Luc (16), Julian Bönisch (15), Elias Jansch (15), Tina Pobbig (17)
Coaches: Tamara Saphir (Tänzerin und Choreografin) & Dorle Trachternach (Dramaturgin, Autorin und Theaterpädagogin)
Kooperationspartner: HOGA- Mittelschule (Vertiefungskurs Darstellendes Spiel)
Das ist meine Schule. Das sind meine Mitschüler. Meine Lehrer. Das ist der Flur, den wir immer langgehen. Das ist mein Platz. Meine Tasche, meine neuen Schuhe. Ey, was sind das denn für Arschklamotten, haste kein Geld zuhause? Wenn man Angst hat, das riechen die. Wichser Schwuchtel Arschloch, das ist ja so das Normale. Aber so lange du beschimpft wirst, biste ja wenigstens noch da. Man sagt immer, es könnte jeder sein. Die meisten, sagt man, sind unauffällig. Ich bin unauffällig. Na dann.
Dank an: Sabine Laaß-Hiersche

 

Ein neuer Tag, dieselben Sorgen (Hamburg)
Performer: Ebad Yamrali (18), David Ashimolowo (18), Raphael Rau (18), Niklas Hess (19)
Coach: Alina Gregor (Schauspielerin, Regisseurin, Theaterpädagogin)
Vier Freunde aus Hamburg lassen ihre Wut auf die Gesellschaft heraus. „Wisst ihr, ich will ehrlich sein. Ich habe es satt. Jeden Tag das Gleiche. Ich verpenne den Tag, rauche Gras, trinke Alkohol, habe keinen Job. Meine Mutter weint immer und mein Vater? Kein Plan, was der Wichser macht. Scheiße man, ich weiß, ich hab Talent und das Leben verspricht so viel. Soll das hier alles sein?“

 

Future Track (Hamburg)
Performer: Omid Reza Pourdkhani (18), Vitalij Persydskyy (19), Ricardo Holzfuß (18), Noah Kibe Karis (18), Christian Zeug (17), Robin Beckmann (17), Amin Darid (16), Jil Waterman (16), Elias Kisansi (12)
Coach: Antje Pfundtner (Choreografin)
Der Blick in die Zukunft ist ungewiss, man weiß nie, was als nächstes passiert. Zehn Jugendliche aus Hamburg und Umgebung erzählen ihre ganz persönliche Lebensgeschichte und fragen sich, wo ihr Weg sie noch hinführt. Da will der eine Astrophysiker werden und überlegt, wie er sein Ziel erreichen kann, während der andere schon zielstrebig versucht, seinen ganz großen Traum zu verwirklichen und dabei einen Stein nach dem anderen aus dem Weg schaffen muss… Livemusik trifft hier auf Tanz und biografische Texte.

 

Wunderkerze (Dresden)
Performer: Julius Gilbert(17), Anna Sophie Schindler (18)
Cello: Alma Stolte (16)
Coach: Jan Maak (Schauspieler)
“Wunderkerze” erzählt vom Lebensgefühl dreier Achtzehnjähriger zwischen Schule, Berufswunsch und der Überforderung durch die Möglichkeiten des Lebens heute: “Wir wollen unsere Geschichte erzählen. Nämlich die, dass wir keine haben. Wir werden verschluckt vom Sog der Ereignisse. Wir kommen aus dem Nichts und wollen euch nichts vormachen. Keine Story und auch kein Happy End. Wir haben kein Statement und auch keine Haltung. Oder doch? Wir haben vergessen, was wir sagen wollen, weil alles zu schnell geht. Weil die Wunderkerze nur noch zwei Minuten brennt und das Tischfeuerwerk nicht hält, was es verspricht.“

 

Wege (Berlin)
Performer: Léonie Cujé (17), Lilot Kammermeier (17), Hannah Schutsch (16), Jacob Hühn (18), Tim Vormbäumen(19)
Coach: Isabel Robson (Bühnenbildnerin, Szenografin und Videofilmemacherin)
Kooperationspartner: productions studio Wege, Weggabelungen, Wegkreuzzungen. Nach links oder rechts? Lebenswege, Schicksalswege … „Ich hätte dich nie getroffen, wenn ich damals den späteren Bus genommen hätte.“ „Ich hätte etwas ganz anderes studiert, wenn da nicht nachts dieser Typ mit dem Hund gewesen wäre.“ Aus solchen Treffen können Freundschaften hervorgehen, Liebespaare, Kinder – oder man geht weiter, Augenkontakt, einen Augen-Blick lang. Uns interessieren die zufälligen Begegnungen im Leben, Menschen, die sich plötzlich über den Weg laufen und für die diese Begegnung das Leben verändern kann.

 

Lebenswert (Frankfurt)
Performer: Moritz Häußler (18), Sabrina Ronco (17), Lena Entezami (16)
Coach: Ursula Schmidt (Video-Künstlerin)
„Wofür lebe ich?“ - das fragte er sich, als er sprang. In unserer Performance suchen wir nach Antworten.

Unart – Jugendwettbewerb für multimediale Performances

Beim unart Hamburg Finale vom 20.01 bis 22.01 im Thalia in der Gaußstraße waren folgende Jugendliche mit ihren Performances beteiligt:

 

The other face of human
Performer Svenja Pinnow (17), Tammara Raeder (16), Vanessa Schindler (17) Coach Dorothee De Place (Regisseurin und Theaterpädagogin) Rap Ilhan „Illy Idol“ Althundag
Wenn es darum geht, einen Menschen zu quälen und zu erniedrigen, dann ist die Fantasie der Täter grenzenlos… Drei Jugendliche aus dem Hamburger Stadtteil Allermöhe fragen sich, wie es sich anfühlt, wenn man wegen einer Krankheit gemobbt und missachtet wird. Ändert sich das Verhalten des Umfelds, wenn man im Rollstuhl sitzt? Und wo fängt Diskriminierung an?

 

jemanima@un.art
Performer Jenni Bantin (15), Nicos Karydis (16), Marliese Stein (16), Marvin Raphael Hofer (17) Coach Benita Rinne (Schauspielerin und Dozentin) Filmschnitt Cindy Nguyen
Horror-Szenarien treffen auf Traumvorstellungen. Hier testen vier Schüler unterschiedliche Existenzmodelle: Sie ziehen als Obdachlose auf die Straße, gehen auf große Weltreise und fragen sich, was das Leben in zehn Jahren für Überraschungen für sie bereithält. Noch ein bisschen weiter gedacht - was ist, wenn sie ganz aufhören zu existieren?

 

Generation Konsum
Performer Finnegan Schulz (16), Lukas Keuchel (15), Killian Schaudig (16), Sophia Christal (16), Hanna Homann (16), Richard Haufe-Ahmels (16), Sascha Landeck (17) und Leonie Landa (15) Coach Jens Jakob De Place (Schauspieler und Regisseur) Gesangscoaching Anke Schaubrenner Kooperationspartner Theater Zeppelin
Wir sind AK´s - anonyme Konsumenten. Übermäßiger Konsum und seine Folgen ist ein Thema, das uns alle betrifft. Für unsere Performance mit dem Titel „Generation Konsum“ haben wir uns schon bei der Vorbereitung mit aufgeregten Kaufhaus-Sicherheitsbeamten angelegt. Wir haben uns auch mit Konsumforschung beschäftigt und unsere Shopping- Selbstversuche gefilmt. Vorhang auf für fünfzehn Minuten Konsumieren ohne Grenzen!

 

Sex, Drugs & HipHop
Performer Lasse Häusgen (17), Marie-Charlotte Fenner (17), Jennifer Schulze (15 ), Anour Mousthapa (14) Coach Metin Demirdere (Tänzer und Choreograf) Video Arton Veliu Kooperationspartner Haus der Jugend Schorsch
Vier Jugendliche werfen einen kritischen Blick auf die heutige Hip-Hop Welt und was sie aus ihnen macht. Sie bringen dem Publikum ihre eigenen Erfahrungen und Vorstellungen anhand von selbst geschriebenen Songs, neu entwickelten Tänzen oder einfach durch kurze, erzählte Anekdoten nahe. Was ist Hip-Hop heute? Der Einfluss und die unterschiedlichen Stilrichtungen der wohl größten Jugendkultur der Welt werden in dieser Performance reflektiert.

 

Future Track
Performer Omid Reza Pourdkhani (18), Vitalij Persydskyy (19), Ricardo Holzfuß (18), Noah Kibe Karis (18), Christian Zeug (17), Tristan Jadzewski (17), Robin Beckmann (17), Amin Darid (16), Jil Waterman (16), Elias Kisansi (12) Coach Antje Pfundtner (Choreografin)
Der Blick in die Zukunft ist ungewiss, man weiß nie, was als nächstes passiert. Zehn Jugendliche aus Hamburg und Umgebung erzählen ihre ganz persönliche Lebensgeschichte und fragen sich, wo ihr Weg sie noch hinführt. Da will der eine Astrophysiker werden und überlegt, wie er sein Ziel erreichen kann, während der andere schon zielstrebig versucht, seinen ganz großen Traum zu verwirklichen und dabei einen Stein nach dem anderen aus dem Weg schaffen muss… Livemusik trifft hier auf Tanz und biografische Texte.

 

Unerhört - ungehört
Performer Mahbob Ayrobi (18), Halil Bilen (18), Esad Kodaman (17) Coach Irinelle Ruf (Choreografin, Regisseurin, Performance-Künstlerin Kooperationspartner Bürgerhaus Wilhelmsburg, Academie CreaTaT
Drei Jugendliche mit unterschiedlichen Wurzeln untersuchen Sprichwörter aus verschiedenen Sprachen und lassen sie auf aktuelle öffentliche Diskurse treffen. „Gute Taten werden in den Sand geschrieben, schlechte in Stein geritzt.“ Rafael: „Das bedeutet bei uns: Die guten Taten werden schnell vergessen, die schlechten Taten hinterlassen blutige Spuren durch die Geschichten der Menschen.“ Agit: „Und sollte es nicht umgekehrt sein: Wann werden die guten Taten in Stein geritzt?“ Esad: „Niemals. Die schlechten Taten kommen immer nach vorn!“ Chor: „Welcher Logik folgen wir?“ In unserer Performance folgen wir der Unlogik in der Logik.

 

Sicherung durchgeknallt!
Performer Marlene Simmig (15), Levke Albertsen (15), Josephine Hüllenkremer (16), Lukas Reiche (17), Julia Nierzwicki (19), Laura Bleck (18) Coach Anne-Katrin Klinge (Schauspielerin und Theaterpädagogin) Kooperationspartner Theaterjugend Hamburg
Der Staat entwickelt immer neue Methoden, um unsere Sicherheit zu schützen. Terrorismus ist ein Wort, das heutzutage all diese Maßnahmen auf dem Weg zu einem Überwachungsstaat, zu legitimieren scheint. Doch dieser durchgeknallte Sicherheitswahn schränkt unsere Freiheit immer mehr ein. „Ein Frosch, der in einen Topf mit heißem Wasser geworfen wird, springt sofort wieder heraus, wenn er kann. Doch setzt man ihn in kaltes Wasser und erwärmt den Topf gleichmäßig, bleibt er ruhig sitzen, bis er stirbt.“ (aus: „Angriff auf die Freiheit“ von Ilija Trojanow und Juli Zeh)

 

Ein neuer Tag, dieselben Sorgen
Performer Ebad Yamrali (18), David Ashimolowo (18), Raphael Rau (18), Niklas Hess (19) Coach Alina Gregor (Schauspielerin, Regisseurin, Theaterpädagogin)
Vier Freunde aus Hamburg (raus) lassen ihre Wut auf die Gesellschaft heraus. „Wisst ihr, ich will ehrlich sein. Ich habe es satt. Jeden Tag das Gleiche. Ich verpenne den Tag, rauche Gras, trinke Alkohol, habe keinen Job. Meine Mutter weint immer und mein Vater? Kein Plan, was der Wichser macht. Scheiße man, ich weiß, ich hab Talent und das Leben verspricht so viel. Soll das hier alles sein?“