Nach dem Roman von Ilija Trojanow
Für die Bühne eingerichtet von Jette Steckel und Susanne Meister
„Erkläre mir doch bitte, wo beim Würfeln der Zufall liegt. Hast du nicht alles in der eigenen Hand? Hängt es nicht von dir ab, mit welcher Kraft du wirfst, in welchem Winkel zum Brett du losläßt, welche Zahlen am Anfang oben stehen?“ Bai Dan
Apathisch liegt Alex in seiner Wohnung, der Anrufbeantworter speichert Nachrichten. Nichts geht mehr. Die hoffnungsvolle Flucht der Familie aus einem diktatorischen Heimatland irgendwo am Rande Europas, hier, in der totalen Vereinzelung, in der Tristesse des Goldenen Westens, scheint hier zu enden. Da taucht Bai Dan auf, Bote aus der verlorenen Kindheit, neunundneunzigjähriger Magier des Würfelspiels, Lebenskünstler und Märchenerzähler. Mit einem Backgammon-Brett unterm Arm verführt er den frühvergreisten jungen Mann zu einer inneren und äußeren Reise in die Welt des Spiels und der Phantasie. Gemeinsam brechen sie auf, und Alex taucht ein in eine flirrende Realität, in der der Mensch sich immer wieder neu erfinden kann, denn „die Welt ist groß und Rettung lauert überall.“
Ilija Trojanow, 1965 in Sofia geboren, in Kenia und Deutschland aufgewachsen, ist als reisend Schreibender lebenslang unterwegs. Wie kaum ein anderer deutschsprachiger Autor hat er sich nicht nur mit seinem Erfolgsroman „Der Weltensammler“ in der Debatte um kulturelle Identitäten als Kosmopolit positioniert. In seinem 1996 erschienenen Debütroman „Die Welt ist groß und Rettung lauert überall“ ist es der „Homo ludens“, der das Spielerische als anarchisches Prinzip begreift, um jenseits aller Systeme Begrenzungen zu überwinden und sich durch den Aufbruch ins Unbekannte selbst zu befreien.
„Die Welt ist groß und Rettung lauert überall“ ist eine Zusammenarbeit mit den Salzburger Festspielen.
Premiere Thalia Gaußstraße 10. September
Wir danken Edmund G. Friedrich & Co. GmbH Wellpappcontainer und Verpackungstechnik für die Unterstützung der Ausstattung.






Jochen Strauch, 12.09.09
Andreas Lang, 29.01.10