Lessingtage

Save the date - Lessingtage 2027

30.1. bis 14.2.27

Programmveröffentlichung und Vorverkauf im November 2026

Christina Bellingen, ● künstlerische Leiterin der Lessingtage 2027, gibt erste Einblicke in das Festivalprogramms.

 

Wie antworten wir auf eine gewaltvolle Welt? Die Lessingtage 2027 suchen Gegenmomente zu Hass und Gewalt. Sie wollen berühren, das Herz ansprechen, Sinnlichkeit aktivieren und die Realität hier und da utopisch überwinden. Es wird magische und tänzerische Momente geben und die Frage gestellt: In welcher Zukunft wollen wir leben? Welche Visionen von Gemeinschaft kann Kunst spielend erzeugen, zum Beispiel durch internationale Begegnungen, Austausch und kollektive künstlerische Praxis über Ländergrenzen hinweg. Wir freuen uns auf neue Freundschaften und alte Bekannte u. a. aus China, Ungarn, Belgien, Mali, Polen und Spanien. Unsere Vision ist das widerständige Miteinander – auf der Bühne, im Zuschauer*innenraum und im Festivalzentrum! 

 

Kompanien 

Ein Fokus der Lessingtage 2027 wird die Arbeit von Kompanien sein. Eingeladen sind bekannte Theatergruppen aus verschiedenen Ländern, die seit vielen Jahren gemeinschaftliches Arbeiten praktizieren. Drei Beispiele: Die belgische Gruppe Ontroerend Goed feiert das Publikum und dessen gemeinschaftliche Kraft in ihrer humorvollen und warmherzigen Inszenierung Thanks for Being Here oder lässt es in Handle with Care gleich selbst zum Akteur werden. Die Kompanie Kulunka Teatro aus Spanien er zählt ohne Worte mit Maskenköpfen, Puppen und Musik über die alltägliche Magie des Lebens mit und ohne Behinderung. Und Fix&Foxy aus Dänemark bringen ihre Version von Nora oder Ein Puppenheim – A Doll’s House – in Hamburger Wohnzimmer. Gesucht werden insgesamt vier Paare, die bereit sind, drei Schauspieler*innen dieser Kompanie so wie 35 Zuschauer*innen für je einen Abend bei sich zu Hause zu empfangen (Bewerbungen bitte an lessingtage@thaliatheater.de).

 

Kooperationen 

Eine besonders beeindruckende länderübergreifende Zusammenarbeit kommt vom Volkstheater Wien in einer Koproduktion mit dem Nationaltheater Maria Zankovetska Lvi. In Ukrainomania – Revue eines Lebens (Regie Jan Christoph Gockel) begeben sich Darsteller*innen aus beiden Ländern auf die Suche nach dem Autor Joseph Roth. Entstanden ist eine Revue gegen den Krieg, gegen Düsternis und Verzweiflung.

Eine weitere Kooperation verbindet sich über ganze Kontinente hinweg und ist dennoch live an beiden Orten zugleich. Das von Labime Diarra in Mali gegründete Theaterkollektiv und Festival Les Praticables erobert gemeinsam mit Stefan Kaegi von Rimini Protokoll die Straßen von Bamako. In Mali Futur Live machen sich zwei Performer*innen auf die Suche nach Spuren der Zukunft Europas in der Gegenwart Malis, die geprägt ist von trockener Hitze, wie sie uns der Klimawandel bald auch bescheren könnte, chinesischen Investitionen und instabiler Demokratie. Ohne Schnitte und Tricks geht es durch die Straßen, Gebäude und Innenhöfe zu den Einwohner*innen von Bamako. Live dabei und mit den Akteur*innen verbunden: die Zuschauer*innen in der Gaußstraße. 

 

Festivalzentrum 

In der vergangenen Ausgabe der Lessingtage ist zum ersten Mal ein richtiges Festivalzentrum im Mittelrang-Foyer entstanden, mit Partys, Lesungen und Konzerten. Daran knüpfen wir 2027 an. Die Bühnenraumklasse der Hochschule für Bildende Kunst Hamburg (HFBK) wird gemeinsam mit ihrer Professorin, der Bühnenbildnerin Evi Bauer, dem Thalia Theater einen neuen Look verpassen. Das Festival endet nicht mit dem Verlassen der Vorstellungen! Und nach dem Theater ist vor dem Theater! Denn auch im Nachtasyl und der Spielstätte BOX wird es Gastspiele und Late-Night-Shows geben, so dass auch mehrere Vorstellungen hintereinander besucht werden können. 

 

Netzwerk 

Mit dem Young Professionals Network wollen wir einer jungen Generation die Möglichkeit geben, sich im Fadenspiel und nicht im Wettbewerb zu bewegen. Wir laden den Nachwuchs des europäischen Theaternetzwerks mitos21 ein, als Alumni am Festival teilzunehmen, miteinander in den Austausch zu kommen, zu feiern und eigene kleine Arbeiten zu präsentieren. Alles in allem erwartet Sie ein Programm, das, trotz aller aktuellen Entwicklungen, Hoffnung und Mut ausstrahlt, das verspielt ist, Utopien aufzeigt, Begegnungen initiiert und Lust auf Gemeinschaft macht. Schließen Sie sich an!

 

Rückblick auf die Lessingtage 2026