Invasion!

Aus dem Schwedischen von Jana Hallberg

Wer bin ich? Und wie viele? – Am Anfang steht nur ein Name: Abulkasem. Man weiß nicht viel über ihn, doch er wird bleiben, wachsen und die Welt beherrschen. Seine Geschichte beginnt in Europa, wo man seinen Namen aufgeschnappt und übermittelt hat. Abulkasem verändert sich, so oft er ausgesprochen wird und wandert wie ein Virus um die Welt. Er wird Angst, Schmerz, Freude und Begehren auslösen. Man sieht in ihm das Ungeheuerliche, das Fremde, aber auch die Liebe oder gar die Wunschbiografie. Jeder glaubt ihn zu kennen, aber niemand hat ihn je gesehen. Um ihn bilden sich Legenden und Mythen. Für die westliche Welt ist er ein Terrorist, für die arabische ein Verräter. Auch eine Forschergruppe jagt hinter ihm her, um zu begreifen, was sich hinter all den Widersprüchen und Differenzen versteckt. Jonas Hassen Khemiri, Sohn einer schwedischen Mutter und eines tunesischen Vaters, erzählt in seinem Stück von der kulturellen und sprachlichen Identität. Von dem, was Substanz und Ursprung aller Realität ausmacht. Wie eine Invasion ergießt sich die Vielfältigkeit und Möglichkeit der eigenen Identität über die Spieler in ihrer Suche nach Zugehörigkeit und Sicherheit.

Premiere am 3. Dezember 2009 im Thalia in der Gaußstrasse (Garage)

Einladungen:

Festival Reims Scènes d'Europe
La Comédie de Reims
Reims, Frankreich

10. und 11. Dezember 2011

Vorstellungen
Mo,27.05.201320:00 - 21:30 UhrKaufen
Besetzung
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Beiträge
Pressestimmen zu Invasion!
Kommentare

Realistische Präsenz
Selten habe ich so großartig in einem Stück gelacht. Das Stück überzeugt vor allem durch die Kombination der szenischen Darstellung und der lebendigen Texte. Die Schauspieler, die Inhalte und die Sprachform vermengen sich in diesem Stück zu einer lebendigen, authentischen und realistischen Präsenz. In keinster Weise jedoch ist das Stück dogmatisch, aufdringlich oder zu inhaltsschwer. Es fängt Momente der Wirklichkeit ein und setzt sie wunderbar eingänlich und eindringlich in Bilder um.
Anouk Kehrricht, 11.05.10

berührt und überrascht
Ich habe dieses Stück genossen, ich habe Tränen gelacht, aber ich habe auch Tränen vergossen, weil die Schauspieler das Leben in einer außergewöhnlich zugespitzten Authentizität dagestellt haben, dass ich so viel Schönes und Schreckliches in mir wieder erkennen konnte. Ich habe noch nie ein Stück gesehen das mich so berührt und überrascht hat. Meine Meinung ist zugegeben sehr subjektiv, aber ich kann nur jedem dazu raten, sich das Stück anzusehen und entweder es schlägt ein und reißt dich mit oder es geht komplett an dir vorbei.
Vero Salzmann, 16.04.10

Ambiguität, Unerklärlichkeit, Lückenhaftigkeit
Merkwürdig, dass hier die Meinung herrscht, ein Stück müsse erklärt werden können, einfach zugänglich sein. Kunst ensteht doch gerade aus Ambiguität, Unerklärlichkeit, Lückenhaftigkeit - weil jeder seine eigenen Erfahrungen hinzufügen muss, um dem Ganzen einen Sinn zu geben. Und das ist hier der Fall. "Invasion" ist sicher untern den intelligentesten und anregendsten Stücken, die ich je in Hamburg gesehen habe. Dabei ist es trotzdem verständlich, packend, und irrsinnig komisch. Dass die Schauspieler fantastisch sind - goes without saying.
Jan Paersch, 11.04.10

Über Kommentare
Lieber Herr Wegmann, wer sagt denn, dass Kommentare klug sein müssen? Und ganz verstehe ich auch nicht, warum Sie Frau Plants Kommentar nicht klug genug finden. Sie sagt eben, wie es ihr mit dem Stück ging, und das finde ich in der Form auch mutig. Klugscheißerei ist im Theater leider viel zu verbreitet, und zu oft traut sich das Publikum nicht, ein Stück zu kritisieren, aus der einfachen Angst, dumm da zu stehen. Leider können weder Sie noch Herr Stevens offenbar dazu beitragen, das Stück zu erklären. Jemanden anders als dumm dastehen zu lassen, ist dagegen ganz einfach. Und wer das tut, wirkt automatisch klug. So einfach isses aber nicht.
Sven Hansel, 09.04.10

Invasionen
Invasionen
Christel Müller-Schwefe, 20.02.10

Klügere Kommentare?
Aber echt OH JE, liebe Frau Plant. Wie sind Sie denn drauf? "Die Schauspieler könnt Ihr behalten, aber das Stück will ich anders." Ich würd eher sagen, DIE KOMMENTARFUNKTION KÖNNT IHR BEHALTEN, ABER DIE BEITRÄGE SOLLTEN KLÜGER WERDEN. Danke. INVASION! ist das einfachste, klügste und aktuellste moderne Stück seit Langem. Wer dazu nix schreiben kann, sollte es einfach lassen.
Martin Wegmann, 14.02.10

Sprechen und Handeln
Oh je! Manchmal hilft ein zweites mal reingehen auf die "Sprünge", Frau Plant, und manchmal ist sprechen eben auch schon handeln. Davon kann der Autor eine Menge ERZÄHLEN. Die Inszenierung unterstreicht das aufs vortrefflichste!
Jon Stevens, 14.02.10

Super Schauspieler, komplizierte Handlung
Ich hab mir das besagte Stück heute angesehen und ich war nicht gerade begeistert. OK, die Schauspieler waren super. Wirklich klasse, aber das Stück ist absolut dämlich. Ich hab die einzelnden Entwicklungen gar nicht richtig verstanden. Ich soll jetzt einen Text darüber schreiben, das Problem ist allerdings, dass ich keine Ahnung habe, worum es in dem Stück ging, wie die einzelnen Handlungen waren und was das ganze Stück überhaupt zu bedeuten hatte. Also, mein Tipp. Ihr könnt super gerne die Schauspieler beibehalten, aber nehmt das nächste mal ein Stück, mit einem etwas klareren Geschehen, so das man überhaupt kapiert, was alles eigentlich soll.
Irma Plant, 21.01.10