Der zerbrochne Krug

Premiere am 22. September 2012 im Thalia Theater
Einladungen:
Theater Duisburg
19. und 20. März 2013
Regie
Bastian Kraft
Bühne
Peter Baur
Kostüme
Inga Timm
Musik
Arthur Fussy
Video
Peter Baur
Dramaturgie
Beate Heine
Darsteller
Sandra Flubacher (Marthe Rull)
Julian Greis (Ruprecht)
Philipp Hochmair (Dorfrichter Adam)
Axel Olsson (Veit Tümpel)
Sabine Orléans (Gerichtsrätin Walter)
Birte Schnöink (Eve)
Marina Wandruszka (Frau Brigitte)
Tilo Werner (Schreiber Licht)









Großartiger Abend
Ein großartiger Abend ! Die wunderbare Sprache Kleists bleibt erhalten und wird nicht krampfhaft modernisiert . Das Bühnenbild, das Klirren und Schwanken, die Wippe und die Brüchigkeit der Wahrheiten - einfach toll. Danke an die wunderbaren Schauspieler . Es hat Spaß gemacht zuzuschauen !
Rita Knobel , 06.05.13
Höchste Zeit, Bühnen-Oscars zu verleihen!
Nach der Premiere im September wohnte ich gestern einer Aufführung bei, zu der das Stück über ein gutes halbes Jahr heranreifen durfte und erlebte Theaterglück von der ersten bis zur letzten Sekunde.
Vereinnahmend, wie Evchen das ihr Widerfahrende zu Beginn erzählt – ich wünschte beinahe, sie würde nicht mehr aufhören und abendfüllend ihr ganzes Leben schildern.
Absolut überzeugend, wie das moderne, ästhetische und für mein Empfinden trotzdem schlichte Bühnenbild Dorfrichter Adams verzweifelten Versuch ausdrückt, inneres Straucheln durch fragwürdigen Machtanspruch auszugleichen.
Erfrischend, wie durch Lichts eigene Art, Protokoll zu führen ausufernde Monologe Witz erlangen, ohne dass dabei Kleists Sprache lächerlich gemacht wird. Sie wird noch mehr -ein Hochgenuss.
Beindruckend und betörend, wie Philipp H. sich die Sprache und mit ihr die Rolle einverleibt und mit jeder Zelle seines Körpers den Dorfrichter auslebt, aushumpelt, auswringt, ausbrüllt.
Höchste Zeit, Bühnen-Oscars zu verleihen!
Milena, 12.04.13
Das will was heißen
Ich bin mit zwei Teenagern (13/16) heute beim´ "Zerbrochenen Krug" gewesen (volles Risiko).
Beide waren ganz dabei und fühlten sich bestens unterhalten. Das will was heißen, denn zumindest der eine geht auch genauso gerne in " Django unchained". Auch ich habe die Leistung der Darsteller, und Tempo der Inszenierung genossen. Sehr kurzweilig und schön, aktuell in der Aussage und der Darstellung. Die Kinder würden wieder gehen.
Christian Guse, 26.03.13
Großartig
Modern, ganz anders und großartig eindringlich inszeniert mit viel symbolhafter Technik und ein bisschen mit richtig gewagter Akrobatik. Das Spiel des Ensembles leicht und flüssig mit äußerster Präzision bringt den Ablauf in eine sich steigernde Dramatik und ist in sich stimmig. Herausragend in der gesamten Entwicklung der Rolle gestaltet Dorfrichter Adam die Doppelbödigkeit, die geschickte Verschlagenheit und fast an Dummheit grenzende Dreistigkeit dieser Person mit einer unglaublichen Dynamik, die einfach mitreißt !
Ein großes Lob für die Gesamtleistung von Regie, Bühnenbild, Effekten und last not least schauspielerischer Gesamtleistung mit einem brillanten Glanzpunkt in der Hauptrolle !
Vielen Dank für ein tolles Erlebnis dieses bekannten Stücks in einem ganz neuen und schillernden Gewand, das mehr Eindruck macht und mehr Tiefe in die gegensätzlichen Motivationen der Personen bringt !
Einar PETERSEN, 26.03.13
Gelungen
Gelungen-
bis auf die Videospielereien, die teilweise recht überzogen sind ...
Hartmut Klinger, 24.01.13
Gelungen
Insgesamt eine gelungene Inszenierung mit gelungener Bildsprache (die Wahrheit auf schlingerndem Untergrund). Das Gastspiel der Wiener Burg hatte uns aber doch besser gefallen, vor allem der Schlamm auf dem Bühnenboden, der Sumpf, in dem die Wahrheit zu versinken droht. Auch war das Schauspiel etwas komödiantischer angelegt. Etwas nervig war in der Hamburger Inszenierung die gegenseitigen Kameraprojektionen der Schauspieler, ein Effekt, der in letzter Zeit etwas überstrapaziert wird.
Michael Ernst, 05.01.13
Was ist Wahrheit?
Was ist Wahrheit? Wonach wird gesucht, wenn nach der Wahrheit gesucht wird?
Diese Frage bewegte Kleist vor über 200 Jahren durch sein Erwachsenenleben. "Wir können nicht entscheiden, ob das, was wir Wahrheit nennen, wahrhaft Wahrheit ist , oder ob es uns nur so scheint."
Dieses schrieb Kleist im Jahre 1801 an seine Verlobte. Sieben Jahre, bevor" Der zerbrochene Krug" anno 1808 im Hoftheater in Weimar uraufgeführt wurde.
Ausgehend davon, dass es keine Wahrheit per se, sondern nur Übereinstimmungen gibt stiftet Dorfrichter Adam , brilliant von Philipp Hochmair dargestellt, gezielt Verwirrung in der Frage, wer denn nun den Krug zerbrach.
Anfänglich erfolglos, weil immer wieder von der sehr spielstarken, dominanten Sabine Orleans zurechtgewiesen, zeigt auch diese immer stärkere Ermüdungserscheinugen, als ihr immer mehr gesammelte Ungereimtheiten um die Ohren fliegen. Jeder Spieler hat einen eigenen Käfig, alle Käfige sind miteinander verbunden. Wenn ein Käfig wackelt wackeln alle- wenn ein Einzelteil der Gesellschaft sich verändert verändern alle sich oder geraten zumindest vorrübergehend ins Schwanken. Und während die Aussagen hin und her schwanken kritzelt Adams schreiber Licht, der selbst auf den Richterposten spekuliert, streberhaft scheinbar Adams Sätze hin- je sinnentlleerter der Satz ist desto eifriger schreibt er, auffällig- unauffällig zur Gerichtsrätin Walter schauend. Überflüssig zu erwähnen das Thilo Werner virtuos wie immer spielte. Spätestens nach der Aussage der Frau Brigitte ist klar, dass Richter Adam den Krug zerbrach, als er aus dem Fenster von Eve floh.
Aber soviel Wahrheit will dann letztendlich, obwohl alle sie kennen, doch niemand wahrhaben. Ruprecht Tümpel sieht ein, das Eve keine Schuld hatte, beide heiraten. Dieses private Glück ist besonders hervorzuheben, weil Kleist sein 44jähriges, durch seine Selbsttötung beendetes Leben lang nach privatem, stabilem Glück suchte. Mehr Wahrheit ist hier nicht möglich. Und würde auch keinen Sinn machen, denn die Kultur der Beliebigkeit im Umgang mit Selbiger bliebe bestehen.
Danke an alle Mitwirkenden, wirklich gelungen
Nicola und Cara Lange
Nicola Lange, 12.11.12
Einfach Spaß gemacht
... hat einfach Spass gemacht das ausgesprochen homogene Ensenble bei der "Arbeit" zu beobachten .... eine beeindruckende Vorstellung ... nach wenigen Minuten war man in der Kleist'schen Sprache drin ... toll zu sehen und zu hören wie der klassische Stoff modern und verständlich rüber gebracht wird .... danke euch ....
Jens Kunath, 11.11.12
Eine wunderbare Inszenierung
Eine wunderbare Inszenierung, deren ungewöhnliches Bühnenbild im Zuschauer viele Assoziationen wach rufen kann: einander filmen und sich doch nicht wirklich nah kommen - sich permanent darstellen und doch nie man selbst sein - sehr strukturierte
Käfige, die plötzlich völlig instabil werden ( die strenge Gerichtsbarkeit gerät ins Wanken!) und eine Art "Wippe", auf der etwas "in die Waagschale" geworfen werden soll sowie ein einziger enger Käfig, in dem alle Protagonisten
um die Wahrheit, aber auch um ihre Integrität zu kämpfen scheinen!
Ein ganz großes Lob an die Schauspieler- ihre Sprache, ihr Spiel sowie deren Sportlichkeit kann ich nur bewundern!
Dorothee Sonnenmoser, Kiel
Dorothee Sonnenmoser, 10.11.12
Herzlichen Dank für diese Inszenierung
Bastian Kraft einen herzlichen Dank für diese Inszenierung, Gott sei Dank eine unkonventionelle, im überraschenden Bühnenbild, der Thematik angemessen, schwankende und klirrende Fassung. Das Thalia- Ensemble spielt vorzüglich mit Philipp Hochmair an der Spitze. Hier ist es gelungen, ein altbekanntes Stück entstaubt auf die Bühne zu bringen.
Rolf Döring, 22.10.12