Die Kontrakte des Kaufmanns

„Europa… Geld unser Gott, bei dem wir sind…“ Jelineks Text, dessen Uraufführung bereits 2009 stattfand, stellt uns weiter die drängende Frage, wie lange wir noch mit der Gier des Kapitalismus wie Raubtiere über abgegraste Ressourcen streifen können. Die globale Wirtschaftskrise zum Anlass nehmend, wird hier der Sieg des Materiellen gefeiert und werden die Getriebenen nach dem Platzen der Blase gezeigt. Das exzessive Fest des Kapitalismus ist der Ratlosigkeit gewichen – und in Stemanns Inszenierung wird die Hilflosigkeit zum Spektakel.
Als das Thalia Theater im Sommer 2012 mit dieser Inszenierung als erstes Hamburger Theater zum Festival nach Avignon eingeladen wurde, stieß das Stück in Frankreich angesichts der Krise in Europa und seiner Finanzmärkte wie vor dem Hintergrund der Griechenlandkrise auf überwältigende Resonanz. Auf der Suche nach Erlösung im Chaos der Märkte geht das Kapital als Sieger über die Kleinanleger hervor. Das Geld scheint alles zu überleben, den Menschen hingegen frühestens im Totenreich unter der Erde alles zu gehören. Wenn sie dort nur nicht auf Öl stoßen...
Thalia Theater in Koproduktion mit Schauspiel Köln.
Uraufführung am 2. Oktober 2009 im Thalia Theater
Einladungen:
35. Mülheimer Theatertage NRW
18. Mai 2010
Berliner Theatertreffen
23. und 24. Mai 2010
Wiener Festwochen
17. - 20. Juni 2010
Festival d'Avignon
21. - 26. Juli 2012
Schauspiel Zürich
15. und 16. Mai 2013
Marjana Kostojewa Samstag, 28. Januar 2012
Ursula Keller Sonntag, 18. Oktober 2009
Thomas Straubhaar Montag, 12. Oktober 2009





Mehr davon!
Noch mehr davon! Ich finde auch,dass dieses Stück jetzt nur hoffentlich einmal im Zuge der "Lessingtage" gezeigt wird sondern doch wieder häfuiger im Programm zu finden sein wird.Ein so aktuelles Stück muß unbedingt gespielt werden.
Schippi, 15.11.12
Gut und notwendig
Es ist gut und notwendig, dass "Die Kontrakte des Kaufmanns. Eine Wirtschaftskomödie" in der Inszenierung von Nicolas Stemann am 27.1.12 wieder auf dem Programm steht. Es bleibt zu hoffen, dass es nicht nur bei diesem einen Termin bleibt (!!!) und dass Elfriede Jelinek weitere, neue Aspekte diesem großartigen Stück hinzugefügt hat. Gründe und Themen dafür gibt es genug; die aktuellen Ereignisse um die Geldpolitik und die Banken bleiben "unerschöpflich"...
Rolf Döring, 07.11.12
Mehr Theater geht nicht!!
Aus Gäsebuch, 19.06.12
GRANDIOS!
Aus Gästebuch, 19.06.12
Das Stück gehört auf eine Weltbühne!
Absolut genial! Elfriede's Talent wurde vom Regisseur sogar überboten. Das Stück gehört auf eine Weltbühne und mus unbedingt überall gezeigt werden. Danke!!!
Aus Gästebuch, 19.06.12
Großer Jubel des Publikums!
Großer Jubel des Publikums für diese nun wohl engültig letzte Aufführung. Ich bleibe dabei, dass das mehr als bedauerlich ist und danke allen Beteiligten für diese großartige Inszenierung herzlich. Übrigens: Noch bedauerlicher ist es, dass Nicolas Stemann in der nächsten Spielzeit als Regisseur fehlen wird - eigentlich unverständlich!!!
Rolf Döring, 09.06.12
Dank dem ganzen Team dieser Aufführung, die mit ganzem Einsatz diesen Abend zelebriert haben
Die Kontrakte des Kaufmanns
Eine Wirtschaftskomödie oder die Liturgie des Geldes
Elfriede Jelinek zeichnet mit faszinierenden Spielen der Worte die perfide Verführung des Geldes, die die Masse der Kleinanleger in den Ruin führt, da das goldene Kalb des Geldes, das durch Banker und Investmentberater als Religion des Kapitalismus vermarktet wird, nichts als ein potemkinsches Dorf ist.
Nicolas Stemann inszeniert dieses Szenario einer Finanzkrise zwischen skurriler Farce und einer Liturgie des Geldes. Diese Gegenpole entlarven die Perfidie eines mittlerweile globalen Wirtschaftsystems, an dem sich wenige göttlich laben, aber die Masse der Menschen durch Heilsversprechungen des Geldes in den Abgrund treiben.
Nicolas Stemann treibt dieses Spiel in exzessive oder besser dionysische Vergötterungen des Kapitalismus, die den Kleinanleger in das Verderben treiben. Die Magnaten dieser Geldverehrung Banker und Broker (Wölfe) berauschen sich an diesem modernen Geldrausch mit dem einzigen Ziel sich am Ruin der Masse (Schafe) zu bereichern. Es herrscht nur noch eine Gottheit an diesem Abend das Geld und sein Diener der Profit.
Grandios wie Nicolas Stemann diese wütenden, entlarvenden Wortkaskaden der Elfriede Jelinek in lebendige Bilder umsetzt, die die ganze Misere der Finanzkrise wie in einem Zerrspiegel auf den Zuschauer niederfahren. Diese Bilderflut ist eine klug inszenierte Choreographie des Textes. In diese Choreographie wird in der letzten Aufführung im Thalia Theater das Publikum in klerikale Wechselgesänge des Geldes und der Banken einbezogen. Im Circle Magic wird dann das Geldopfer eines Theaterbesuchers verbrannt.
Dank dem ganzen Team dieser Aufführung, die mit ganzem Einsatz diesen Abend zelebriert haben. Ich wünsche dem Team erfolgreiche Aufführungen in Avignon.
Ein Theaternarr
Reiner Schmedemann
Reiner Schmedemann, 09.06.12
Weiter auf den Spielplan setzen, das ist ein Muss!!!
Warum um alles in der Welt Elfriede Jelineks "Kontrakte des Kaufmanns - eine Wirtschaftskomödie" heute zum letzten Mal...? Diese großartige, fesselnde Inszenierung von Nicolas Stemann hat es wahrlich verdient, weiter auf dem Spielplan zu stehen! Jelineks Text ist und bleibt aktuell, ja er wird von Tag zu Tag aktueller. Das Publikum ist begeistert, ich bin immer noch fasziniert. Herzlichen Dank für diese Aufführung Nicolas Stemann und seinem Team sowie dem eindrucksvollen, spielfreudigen, höchst engagierten Ensemble! Also weiter auf den Spielplan setzen, das ist ein Muss!!!
Rolf Döring, 08.02.12
Herzlichen Dank
Sehr geehrte Damen und Herren, herzlichen Dank an das Schauspielteam und die Regie für die wunderbar-großartige, spielfreudige Inszenierung der Kontrakte des Kaufmanns, die ich nun zum wiederholten Male gesehen und genossen habe. Selten hat mir Theater soviel Spaß gemacht. Herzlichen Dank und freundliche Grüße
Gudrun Schumann, 21.03.11
Wie es eigenartiger kaum sein könnte
Ein Stück, wie es eigenartiger kaum sein könnte. Psychotische Szenen, in welchen sich die Darsteller fast schon epische Farbschlachten liefern, oder von den scheinbar allgegenwärtigen Wolfskopfmasken umgeben sind, dominieren ganz klar das Programm. Doch sie sind nicht alles, was das Stück zu bieten hat. Es gibt auch weniger kranke, dafür ironische Dialoge, die direkter das wirtschaftlich/ politische Geschehen kritisieren. Diese sind sogar fast lustig, nur fehlt es dem Sarkasmus an Feinfühligkeit. Das einzig wirklich Gute war für uns, dass das Publikum oftmals direkt angesprochen wurde und so in die Rolle des über den Tisch gezogenen Kleinanlegers, um den es in dem Stück ja geht, gedrängt wurde.
Tim Hartmann, Martin Jährling und Jan Lüdtke Johannes Brahms Schule, 07.12.09