Vorstellungen am Dienstag, 16. Juli 2013

Heute im Thalia TheaterSchließen

Heute im Thalia GaußstraßeSchließen

Die Ehe des Herrn Mississippi

von Friedrich Dürrenmatt

„Kopf hoch, Hut auf! Dürrenmatt war 31 Jahre als er „Die Ehe des Herrn Mississippi“ schrieb. Gemeinsam mit seinen Befürwortern und den Querulanten alterte er gewiss, doch seinem Stück kann der jugendliche Wahnsinn nicht nachträglich abgesprochen werden.“

So schrieb auf Facebook der große unbekannte Agitator der Spielplanwahl „Friedrich T. Halia Wilder“, der mit seiner Wahlkampagne durchschlagenden Erfolg hatte und in liebevoller Basisarbeit bei Jung und Alt über 1300 Wählerstimmen (für Dürrenmatt und Wilder) erbettelte. Und er hat Recht. Friedrich Dürrenmatt, der auch heute noch einer der meistgespielten Autoren auf deutschsprachigen Bühnen ist und für viele als altbacken gilt, hat in seinem mit allen Wassern gewaschenen „Sturm- und Drangdrama“ die gepflegte Attitüde des zornigen jungen Manns schon hinter sich. Das Stück ist reinster Trash. Quentin Tarantino läßt grüßen, obwohl der damals noch nicht geboren war. Das Stück ist von männlichen Outcasts bevölkert. Aber sie leben nicht im Verbrechermilieu am Rande der Gesellschaft sondern an deren Spitze. Ihre Karrieren als Zuhälter und Kleinkriminelle haben sie hinter sich. Jetzt arbeiten sie als Staatsanwälte oder Minister, einer investiert sogar in die Revolution. Er will den Kommunismus von seinem schlimmsten Fehler, der russischen Herkunft befreien. Die Frau, um die alles kreist, ist eine Charity Lady, die ihren Mann umgebracht hat. Beim Lesen stellt man sich unweigerlich Uma Thurman vor. Der Staatsanwalt, der schon 350 Menschen auf den elektrischen Stuhl gebracht hat, überführt sie des Mordes mit erdrückenden Beweisen. Aber er läßt sie nicht verhaften, sondern macht ihr einen Heiratsantrag...

Regie Christine Eder


Premiere am 13. April 2013 im Thalia Theater