Franz Kafka

Franz Kafka

geboren 1883 in Prag, im gesellschaftlichen und sprachlichen Gemisch der k.k. Landeshauptstadt. Die Kinder der deutsch-tschechischen jüdischen Familie - der Vater ist wohlhabender Kaufmann - werden deutsch erzogen, „um ihr bürgerliches Fortkommen zu sichern“. (Klaus Wagenbach). Kafka besucht das humanistische Gymnasium, er studiert zwei Semester Germanistik, dann Jura in Prag, 1906 die Promotion in Jura. Für kurze Zeit arbeitet er als Praktikant einer Versicherungsgesellschaft, später insgesamt 14 Jahre für die Prager „Arbeiter-Unfall-Versicherungs-Anstalt für das Königreich Böhmen.“ Seine größten Werke entstehen quasi neben seinen Dienststunden, jedoch betrachtet er sein abendliches oder nächtliches „Gekritzel“ als „einziges Verlangen“. 1917 erkrankt er an Tuberkulose und wird 1922 frühzeitig pensioniert. Am 3. Juni 1924 stirbt er in einem Sanatorium in Kierling bei Wien.

Zu Lebzeiten erscheinen „Betrachtung“ (Leizpzig 1913), „Die Verwandlung“ (Leipzig 1915), „Das Urteil“ (Geschichte, Leipzig 1916), „In der Strafkolonie“ (Leipzig 1919), „Ein Landarzt“ (Kleine Erzählungen, München und Leipzig 1919), „Ein Hungerkünstler“ (Vier Geschichten, Berlin 1924).

Seine unveröffentlichten Romane – darunter „Der Verschollene (Amerika)“, hat Franz Kafka testamentarisch zur Verbrennung bestimmt. Sein Freund und Nachlaßverwalter Max Brod führt jedoch den Wunsch nicht aus und rettet so einige der größten Dichtungen des 20. Jahrhunderts.

Postum erscheinen so „Der Prozeß“ (Roman, Berlin 1925), „Das Schloß“ (Roman, München 1926), „Amerika“ (Roman, München 1927), „Beim Bau der chinesischen Mauer“. (Ungedruckte Erzählungen und Prosa aus dem Nachlass, Berlin 1931), „Vor dem Gesetz“ (Berlin 1934).

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