Juan Goytisolo

Juan Goytisolo

Der spanische Autor Juan Goytisolo, geboren 1931 in Barcelona, lebt sowohl in Paris wie in Marrakesch und gilt als einer der großen Mittler zwischen Orient und Okzident. Seine authentischen Recherchen an Orten kultureller Konflikte (Jerusalem, Algerien, Tschetschenien, Sarajewo) verweisen auf konkrete Wirklichkeiten jenseits aller Klischees und Stereotypen. Das Werk von Goytisolo lässt sich in seiner Vielgestaltigkeit nicht auf einen Nenner bringen: Surrealistisches, Dokumentarisches und akribische Recherche finden sich darin ebenso wie komplexeste intertextuelle Brechungen der Wirklichkeit. Engagement und Ästhetizismus - bei diesem Autor erweisen sich Gegensätze und Unvereinbarkeiten als bedeutungslos: Che Guevara und Juan de la Cruz, Cervantes und Genet, Politik und Poesie - all das ist Bestandteil seiner breiten künstlerischen Palette. Goytisolo schreibt Romane (u.a.: “Identitätszeichen”, “Die Rückforderung des Conde don Julian”, “Jagdverbot”, “Spanien und die Spanier”, “Landschaften nach der Schlacht”, “Engel und Paria”, “Die Marx-Saga”) Essays und Reportagen (“Notizen aus Sarajewo”, “Kibla”, “Gläserne Grenzen”). Sein literarisches und journalistisches Werk wird mit vielen internationalen Preisen ausgezeichnet, so 1993 mit dem Nelly-Sachs-Preis und 2002 mit dem mexikanischen Octavio-Paz-Preis. Für sein Gesamtwerk wird er 1985 mit dem Prix Europalia der Europäischen Gemeinschaft geehrt. 2004 wird Goytisolo mit dem Juan-Rulfo-Preis ausgezeichnet. 2006 erscheint bei Suhrkamp sein vielbeachteter Roman “Der blinde Reiter”.

Archive

Beiträge