Medea

Eine Produktion des Schauspiels Frankfurt
Medea hat für ein Leben mit ihrem Geliebten Jason alles aufgegeben: ihre Familie verraten, ihr Land verlassen und einen Menschen getötet. In der Fremde, in Korinth, findet das Paar mit seinen Kindern ein vorläufiges Asyl — aber keinen Frieden. Jason verlässt Medea; ihr und den Kindern droht Verbannung. Durch die neue Heirat mit der Tochter des hiesigen Königs erhält Jason das definitive Bleiberecht, eine sozial und wirtschaftlich gesicherte Stellung. Zutiefst verletzt von diesem Verrat, gnadenlos verstört ob Jasons schamloser Missachtung von Ehebund und Treueeid, entwirft Medea einen grausamen Racheplan.
Regie: Michael Thalheimer, Bühne: Olaf ltmann, Kostüme: Nehle Balkhausen, Musik: Bert Wrede, Video: Alexander du Prel, Dramaturgie: Sibylle Baschung
Mit: Constanze Becker, Bettina Hoppe, Josefin Platt, Marc Oliver Schulze, Michael Benthin, Martin Rentzsch, Viktor Tremmel
Mit: Constanze Becker, Bettina Hoppe, Josefin Platt, Marc Oliver Schulze, Michael Benthin, Martin Rentzsch, Viktor Tremmel
»Es gibt keine Sprache, Constanze Beckers Stimme zu beschreiben. Sie meißelt jedes Wort tief ein ins Zuschauerherz.« NACHTKRITIK.DE
»Produktiv beunruhigt entlässt die Frankfurter ›Medea‹ ihr Publikum aus einem Abend, der nicht anders zu nennen ist als — groß.« DIE ZEIT
»Constanze Becker ist als Medea die absolut souverän und furienvernünftig über ihren Schmerz und ihre Wut herrschende, ungeheuer hohe Frau. […] Jubel. Ovationen. Theaterglück.« FAZ
»Thalheimers ›Medea‹ ist ein Geniestreich.« MAIN ECHO Das 2400 Jahre alte Stück um die Kindsmörderin Medea war auch in 2011 zu sehen, in der Regie von Barbara Frey und mit Nina Hoss als Medea.
Die Thalheimer-Inszenierung der Medea mit Constanze Becker in der Titelrolle überzeugt ebenfalls derart, dass wir Ihnen die Möglichkeit zum Vergleich bieten möchten. Sehen Sie selbst.
Mit: Constanze Becker, Bettina Hoppe, Josefin Platt, Marc Oliver Schulze, Michael Benthin, Martin Rentzsch, Viktor Tremmel Regie: Michael Thalheimer, Bühne: Olaf ltmann, Kostüme: Nehle Balkhausen, Musik: Bert Wrede, Video: Alexander du Prel, Dramaturgie: Sibylle Baschung

Vom Kokain zur Familie?
Mann, Mann, Mann, was waren das für Thalheimer-Zeiten, damals, und was für Theaterabende, die die Welt zu bewegen schienen, wenigstens aber die Gemüter!
Und diesmal, heutzutage, heute: Herrje, steh´ mir bei gegen dieses brave Gastspiel ohne Tiefe, ohne doppelten Boden, ohne Komplexität und Drama!
...was für ein gestriger, beinahe reaktionär bieder aufgearbeiteter Mutter/Vater/Kind(er)-Familienkitsch, der phasenweise wirkte, als hätte das Bundesfamilienministerium eine christliche Saga zum Erhalt der Institution Ehe in Auftrag gegeben. Seichte Kalauer über Männer und Frauen erzeugten schale Lacher im penetrant dauerhüstelnden Publikum, das wie lange nicht die Handys klingeln ließ. Auch das hysterisch spießige Piktogramm-Stroboskop mit seiner lautlautlauten Musik konnte nicht hinwegtäuschen über die Möchte-gern-Modernität dieser undramatisch entbehrlichen Inszenierung. Was dennoch gelang und bewegte: gegen Ende die plötzliche räumliche Verknappung der Bühne, also der Existenz, der Alternativen; und Medeas allererste Laute, ein Sirenenton des Schmerzes, ihr Schmerz, der beinahe physisch zu unserem zu werden drohte... Tolle Momente! Ansonsten aber bleibt das Fazit leider:
"What a waste!" (Ian Dury)
Stefan Kelle, 25.10.12