Schlingensief-Projekt: Burkina Faso

Projektvorstellung
mit Aino Laberenz (Kostüm- und Bühnenbildnerin, Ehefrau von Christoph Schlingensief), John Bock (Künstler), Dr. Harald Falckenberg (Sammlung Falckenberg) und Matthias Lilienthal (Intendant Hebbel am Ufer)
Moderation: Wolfgang Höbel (Journalist, Der Spiegel)

Seit 2008 arbeitete Christoph Schlingensief an der Idee für das OPERNDORF AFRIKA, das er als kulturelle Begegnungs- und Experimentierstätte verstand. Im Februar 2010 wurde in Burkina Faso der Grundstein gelegt. „Von Afrika lernen“ und „Macht mit unserem Geld, was ihr wollt“ sind Losungen, die Schlingensief dem Bau des Operndorfs vorangestellt und so den Wissens- und Kulturtransfer von einer Ersten in eine mutmaßlich Dritte Welt auf den Kopf gestellt hat. Im Oktober 2011 wurde eine Grundschule eröffnet, die neben den regulären Unterrichtsfächern Film-, Kunst- und Musikklassen anbietet, in denen die Kinder lernen können, sich künstlerisch auszudrücken. Vom puren Pathos und missionarischen Eifer, die westlichem Engagement in Afrika gerne anhaften, ist hier nichts zu spüren. Es geht um die Entkernung des westlichen Kulturkomplexes. Wagners Kunstwerk ist noch nicht gesamt genug, Beuys Kunstbegriff muss noch erweitert werden in der Werkstatt Afrika! Die Oper fängt hier schon in der Schule, im Gästehaus, in der Kantine, auf dem Sportplatz, den Ackerflächen, den Krankenstationen an.

„Keine unmögliche Idee, die nur um des Profites wegen entstehen soll, sondern die Idee, Afrika offiziell zu beklauen und dazu den eigenen Körper als Informationsträger mitzunehmen und einzusetzen. Kein goethereisender Kunstschnösel, der den Afros mal zeigt, was deutsche Kultur so alles kann, sondern ein blasses europäisches Blatt, das sich zur weiteren Belichtung nach Afrika begibt.“ Christoph Schlingensief

Schlingensiefs Arbeiten waren von jeher darauf angelegt, der Wirklichkeit die Inszenierung auszutreiben und den Künsten Leben einzuhauchen. Das Operndorf Afrika geht noch weiter. Wir sind aufgerufen, seine Kunst am Leben fortzusetzen. Die Menschen im und um das Operndorf haben damit schon begonnen. Seit seinem Tod im August 2010 wird das Projekt von seiner Ehefrau Aino Laberenz fortgeführt. Sie wird von einem deutschen und einem burkinischen Beirat unterstützt.

Weitere Informationen unter www.operndorf-afrika.com

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